Meinung

Eichmann 2011

Adolf Eichmann, der grausam effiziente Cheflogistiker der Schoa, hätte schon früher als 1960 aus seinem argentinischen Versteck heraus verhaftet werden können – wenn sich die deutschen Behörden nicht jahrelang blind gestellt hätten. Der »Bild«-Zeitung ist nun die Enthüllung geglückt, dass der Vorgänger des Bundesnachrichtendienstes (BND) schon im Jahr 1952 wusste, wo Eichmann sich aufhielt. Bislang war nur bekannt, dass man dort bereits 1956 informiert war. Am düsteren Bild der westdeutschen Nachkriegsjustiz ändert der neue Fund wenig, aber immerhin etwas: Es ging hier noch schlimmer zu als bisher angenommen. Noch spannender ist die aktuell höchst brisante Frage: Warum hält der BND 2011 solche Informationen über die Geschichte des eigenen Hauses weiter unter Verschluss? Der Großteil der Eichmann-Akten wurde dort vor Jahren an den Schredder verfüttert, den Rest hat das Kanzleramt fast komplett als »Geheim« gestempelt. Und als ein »Bild«-Journalist die wenigen übrigen Aktenseiten anforderte, die nach dem Bundesarchivgesetz der Öffentlichkeit zustehen, geschah zunächst einmal nichts. Der BND musste erst verklagt werden, bevor er seiner Auskunftspflicht endlich nachkam.

Nahost

Vollendete Drohkulisse

US-Präsident Trumps »Armada« ist angekommen, die Optionen für Militärschläge liegen auf dem Tisch. Er stellt dem Mullah-Regime zwei Bedingungen. Wird Teheran einlenken?

von Imanuel Marcus  30.01.2026

EU-Sanktionen

Israel bietet Hilfe bei Verfolgung von Revolutionsgarden an

Die Europäische Union hat die Elite-Einheit des Mullah-Regimes auf die Terrorliste gesetzt. Nach Ansicht des israelischen Botschafters dient das auch der inneren Sicherheit in Deutschland

 30.01.2026

Meinung

Endlich!

Es war überfällig, dass die EU die Revolutionsgarde der Islamischen Republik auf der Terrorliste gesetzt hat. Doch die heutige Lage ist auch das Ergebnis jahrelanger Versäumnisse, falscher Hoffnungen und politischer Feigheit ebenjener EU

von Shahrzad Eden Osterer  30.01.2026

Rheinland-Pfalz

Landtag fordert Institut für Antisemitismusforschung auf Bundesebene

Wissenschaftsminister Clemens Hoch (SPD) dankt dem Landesparlament. »Antisemitismus ist in diesem Lande eine reale Erfahrung«, sagt er

 30.01.2026

München

Brandstifter von jüdischem Altenheim 1970 womöglich ermittelt  

56 Jahre nach einem Anschlag auf ein jüdisches Altenheim in München verdächtigen Ermittler nun einen schon verstorbenen Neonazi. Was sie auf dessen Spur führte

von Hannah Krewer  30.01.2026

Teheran

Iran bestellt deutschen Botschafter ins Außenministerium ein

Das Regime protestiert gegen Äußerungen von Bundeskanzler Merz. Das Außenministerium verurteilt außerdem die Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation

 30.01.2026

Washington D.C.

»Sehr mächtige Schiffe auf dem Weg nach Iran«

Der US-Präsident stellt zugleich Gespräche in Aussicht und dem Teheraner Regime Bedingungen

 30.01.2026

Washington D.C.

US-Gesandter zu Waffenabgabe: Hamas hat keine Wahl

Die Terrororganisation will ihre Waffen behalten. Doch die amerikanische Regierung gibt sich zuversichtlich

 30.01.2026

Kairo/Berlin

Ägypten verbietet Buch zu Gaza-Krieg - Autoren: Das Interesse ist riesig

Ihr Streitgespräch über den Nahostkonflikt sorgte in Deutschland für viel Aufmerksamkeit - doch Ägyptens Zensur verbietet das Buch von Philipp Peyman Engel und Hamed Abdel-Samad. Die Autoren nehmen es eher gelassen

 29.01.2026 Aktualisiert