Meinung

Eichmann 2011

Adolf Eichmann, der grausam effiziente Cheflogistiker der Schoa, hätte schon früher als 1960 aus seinem argentinischen Versteck heraus verhaftet werden können – wenn sich die deutschen Behörden nicht jahrelang blind gestellt hätten. Der »Bild«-Zeitung ist nun die Enthüllung geglückt, dass der Vorgänger des Bundesnachrichtendienstes (BND) schon im Jahr 1952 wusste, wo Eichmann sich aufhielt. Bislang war nur bekannt, dass man dort bereits 1956 informiert war. Am düsteren Bild der westdeutschen Nachkriegsjustiz ändert der neue Fund wenig, aber immerhin etwas: Es ging hier noch schlimmer zu als bisher angenommen. Noch spannender ist die aktuell höchst brisante Frage: Warum hält der BND 2011 solche Informationen über die Geschichte des eigenen Hauses weiter unter Verschluss? Der Großteil der Eichmann-Akten wurde dort vor Jahren an den Schredder verfüttert, den Rest hat das Kanzleramt fast komplett als »Geheim« gestempelt. Und als ein »Bild«-Journalist die wenigen übrigen Aktenseiten anforderte, die nach dem Bundesarchivgesetz der Öffentlichkeit zustehen, geschah zunächst einmal nichts. Der BND musste erst verklagt werden, bevor er seiner Auskunftspflicht endlich nachkam.

Nahost

Test für den Pakt

Was bedeuten die jüngsten Huthi-Angriffe für das Verteidigungsabkommen, das Saudi-Arabien mit Pakistan und der Türkei unterzeichnet hat?

von Reinhard Schulze  10.10.2026

Das eingeschaltete Blaulicht ist auf dem Dach von einem Einsatzfahrzeug der Polizei am 28.02.2026 bei einem Polizeieinsatz zu sehen.

Deutschland

Berlin-Kreuzberg: Aushänge gegen Judenhass - Jugendliche greifen Geschäftsinhaber an

Der Staatsschutz ermittelt

 10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Eklat in Halle

AfD-Mann Tillschneider will an Anschlags-Gedenken teilnehmen

Aktivisten der Jüdischen Studierendenunion Deutschland verhinderten, dass der Landtags-Vizepräsident die Synagoge betrat

von André Anchuelo  09.10.2026

Meinung

Nein, Frau Pillay hat den Friedensnobelpreis nicht verdient!

Die Südafrikanerin hat Israel vorverurteilt und Antisemitismus in den Reihen ihrer Kommission nicht ernstgenommen. Ihre Auszeichnung durch das Nobelpreiskomitee ist ein großer Fehler, meint der Direktor von UN Watch

von Hillel Neuer  09.10.2026

Sachsen-Anhalt

Zentralratspräsident Josef Schuster: Tillschneider »verhöhnt die Opfer« von Halle

Der rechtsextreme Politiker hatte am Freitag versucht, am Gedenken für die Opfer des Anschlags von Halle teilzunehmen

 09.10.2026

Oslo

Israel-Kritikerin Navanethem Pillay erhält den Friedensnobelpreis

Für ihren Einsatz gegen Menschenrechtsverletzungen und für das Völkerrecht: Mit dem Friedensnobelpreis wird in diesem Jahr die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay geehrt

 09.10.2026

Magdeburg

Landtagspräsident Rausch plant außenpolitische Initiativen

Mit Tobias Rausch ist erstmals ein AfD-Politiker zum Präsidenten eines deutschen Landtags gewählt. Während noch über die Hintergründe seiner Wahl diskutiert wird, plant der 35-Jährige bereits außenpolitische Initiativen

 09.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026