Fußball

Dynamo Dresden entschuldigt sich

Ein antisemitischer Dresden-Anhänger zeigt den Hitlergruß (Symbolfoto). Foto: dpa

Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden hat am Sonntag auf »verabscheuungswürdige Vorkommnisse« beim Ligaduell gegen den FC St. Pauli reagiert. Dafür habe Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born »persönlich direkt nach dem Spiel beim Präsidenten Oke Göttlich um Entschuldigung gebeten«, hieß es am Sonntag in einer Stellungnahme der Sachsen.

Vor allem das Verhalten von zwei Ordnern im Rudolf-Harbig-Stadion sorgte am Samstag (3:3) für Entsetzen. Die beiden Männer hätten sich vor Spielbeginn einer Anweisung vom Leiter des Sicherheitsdienstes widersetzt und diese nicht umgesetzt. »Daraufhin stellten diese beiden Personen unter ihrer Dienstkleidung T-Shirts mit einer eindeutig nationalsozialistischen Botschaft zur Schau«, teilte Dresden am Sonntag mit.

VERBOT Um eine Stellungnahme bei den Verantwortlichen des Ordnungsdienstes habe der Club bereits gebeten. »Diese beiden Ordner werden nie mehr direkt oder indirekt bei Veranstaltungen der SG Dynamo Dresden eingesetzt werden. Wir prüfen zudem weitere juristische Schritte«, bekräftigte Born.

Zudem gab es erneut Spruchbänder mit teils unhaltbaren Aufschriften. Dynamo kündigte »eine vorbehaltlos kritische Auseinandersetzung im Hinblick auf die frauenfeindlichen und menschenverachtenden Spruchbänder« an. »Kunst- und Meinungsfreiheit gelten grundsätzlich für alle Menschen, auch in einem Fußballstadion«, sagte Born.

»Aber wir sprechen auch hier unmissverständlich aus, dass einmal mehr im Zusammenhang mit einer Begegnung mit dem FC St. Pauli verschiedene Dinge im Zuschauerbereich unserer Anhänger vorgefallen sind, die wir zutiefst verurteilen und so nicht akzeptieren werden, weil sie menschenverachtend sind, gegen unser Leitbild und die Fancharta verstoßen sowie die Werte unserer Sportgemeinschaft mit Füßen treten«, so Born weiter.

Schon bei früheren Duellen der Rivalen hatte es so etwas gegeben. Im Februar 2017 hatten Fans des FC St. Pauli ein Spruchband mit der Aufschrift »Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt - gegen den doitschen Opfermythos« hochgehalten. Damals hatte es eine Strafe durch den Deutschen Fußball-Bund gegeben. Im Dezember 2018 fielen dagegen Dresdner Anhänger durch frauenfeindliche Banner auf.  dpa

Mailand

Provokantes »Hitler mit Kufiya«-Mural bei israelfeindlicher Demonstration aufgetaucht

Nach Angaben des Künstlers versteht sich die Aktion als Warnung vor wachsender gesellschaftlicher Radikalisierung und der zunehmenden Normalisierung antisemitischer Sprache

 18.05.2026

Washington D.C.

Mutmaßlicher Drahtzieher von Angriffen auf jüdische Einrichtungen vor Gericht

Auch für einen Brandanschlag auf ein jüdisches Restaurant in München soll Mohammad Baqer Saad Dawood Al-Saadi verantwortlich sein

 18.05.2026

Initiative

Offener Brief jüdischer Organisationen an Berliner Senatorin

Nachdem eine Klage des jüdischen Studenten Lahav Shapira gegen die Freie Universität Berlin für unzulässig erklärt worden ist, fordern jüdische Organisationen eine Gesetzesänderung

 18.05.2026 Aktualisiert

Potsdam

Forscher: Offenheit für AfD wächst trotz mehr Radikalität

Der Extremismusforscher Botsch erklärt, warum die Bereitschaft wächst, die zumindest in Teilen rechtsextremistische Partei zu wählen - ungeachtet ihrer Entwicklung

von Marc-Oliver von Riegen  18.05.2026

Berlin

Josef Schuster für Bestrafung der Leugnung von Israels Existenzrecht

Der Zentralratspräsident stellt sich hinter das Vorhaben aus Hessen. Derweil sind einige Strafrechtler skeptisch

 18.05.2026

Ramallah

Abbas will blockierte Gelder als Terror-Renten verwenden

In Zusammenhang mit Israels Entscheidung, Teile der Steuereinnahmen für die PSA einzubehalten, spricht der Palästinenserpräsident von einem Rechtsbruch, will aber weiterhin illegale Terror-Renten bezahlen

 18.05.2026

Pilsen

Wie es mit Marla Svenja Liebich weitergehen könnte

Nach monatelanger Fahndung wurde die Rechtsextremistin gefasst. Seit einigen Wochen sitzt sie in Tschechien in Haft. Ein Gericht dort will nun über eine Auslieferung entscheiden

 18.05.2026

Washington D.C.

Trump zu Iran: »Die Uhr tickt«

Die Angriffe gegen das iranische Regime, dessen Revolutionsgarden und Atomanlangen könnten diese Woche wiederaufgenommen werden

 18.05.2026

Interview

»Sonntagsreden reichen nicht«

Hessens Justizminister Christian Heinz will, dass Aufrufe zur Vernichtung Israels künftig unter Strafe stehen. Wie lässt sich ein solcher Eingriff in die Meinungsfreiheit begründen? Ein Gespräch über Staatsräson, den Schutz jüdischen Lebens und Mehrheiten im Bundesrat

von Joshua Schultheis  17.05.2026