Nahost

Dutzende Verletzte nach iranischem Raketenangriff

Im nordisraelischen Zazir wurden bei einem iranischen Raketeneinschlag zahlreiche Personen verletzt. Heute früh wurden die Schäden sichtbar. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

In der Nacht ist Nordisrael erneut Ziel iranischer Raketen geworden. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden bei einem Einschlag in der Ortschaft Zarzir rund 58 Menschen verletzt. Die meisten erlitten leichte Verletzungen durch Glassplitter. Eine Frau wurde durch Splitter am Rücken mittelschwer verwundet.

Der Angriff gehörte zu einer weiteren Serie iranischer Raketenstarts in Richtung Israel. In zahlreichen Orten im Norden heulten erneut die Sirenen, während die Bevölkerung Schutzräume aufsuchen musste. Rettungskräfte und Soldaten des Heimatschutzkommandos der israelischen Armee sicherten anschließend das Gebiet und untersuchten die Umstände des Einschlags.

Nach Angaben der Feuerwehr schlug eine Rakete in der Nähe mehrerer Wohnhäuser ein. Ein Gebäude wurde schwer beschädigt, auch Fahrzeuge in der Umgebung wurden getroffen. Zudem brach ein Brand aus, der sich zunächst auf ein angrenzendes Gebäude und anschließend auf ein offenes Gelände ausbreitete.

Akute Angstzustände

Ein Sanitäter schilderte die Lage vor Ort: »Als wir ankamen, sahen wir Schäden an mehreren Häusern und zerbrochene Fenster«, sagte er der »Jerusalem Post«.

Mehrere Krankenhäuser in Nordisrael nahmen die Verletzten auf. Allein das Emek Medical Center in Afula behandelte 30 Patienten, während weitere Verletzte in Kliniken in Haifa gebracht wurden. Zusätzlich mussten mehrere Menschen wegen akuter Angstzustände medizinisch versorgt werden.

Parallel zum Angriff aus Iran registrierte die israelische Armee auch Raketenbeschuss aus dem Libanon. Die vom Iran unterstützte Terrororganisation Hisbollah feuerte erneut Geschosse auf Orte nahe der Grenze ab. Berichte über weitere Verletzte gab es zunächst nicht.

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Angriffe im Iran intensiviert

Auch Drohnenalarm wurde in mehreren Orten im Norden ausgelöst. Die Armee erklärte später, die Lage sei unter Kontrolle und Bewohner könnten ihre Schutzräume wieder verlassen.

Während der Iran Raketen und Drohnen einsetzt, intensiviert Israel seine Angriffe auf Ziele in der Islamischen Republik. Die israelische Luftwaffe habe innerhalb eines Tages mehr als 200 Ziele im Westen und Zentrum Irans bombardiert, teilte das Militär mit. Getroffen worden seien unter anderem Abschussrampen für ballistische Raketen, Luftabwehrsysteme und Anlagen zur Waffenproduktion.

Darüber hinaus seien Einrichtungen der Basij-Miliz ins Visier genommen worden, einer paramilitärischen Organisation, die dem Regime in Teheran untersteht und bei der Niederschlagung von Protesten eingesetzt wird. Nach Darstellung des Militärs wurden dabei mehrere Angehörige dieser Einheiten getötet.

Drohnenkrieg in der Region

Nach israelischen Angaben wurden seit Beginn der Kämpfe bereits mehr als 250 iranische Drohnen sowie zahlreiche Startanlagen zerstört. Zudem seien mehrere Kommandeure und Soldaten der iranischen Drohneneinheiten getötet worden.

Iran setzt Drohnen nicht nur gegen Israel ein. Auch mehrere Staaten am Golf melden regelmäßig abgefangene Fluggeräte. Die Vereinigten Arabischen Emirate erklärten, ihre Luftabwehr habe seit Beginn des Kriegs mehr als 1500 Drohnen und fast 300 Raketen abgefangen.

Auch Saudi-Arabien meldete erneut Drohnenabschüsse über seinem Territorium. Weitere Drohnen seien auch über dem Luftraum von Oman abgefangen worden, berichteten dortige Medien.

Der Konflikt wirkt sich inzwischen auf mehrere Länder der Region aus. Im Irak wurden Stellungen proiranischer Terrorgruppen aus der Luft angegriffen. Sicherheitskreisen zufolge kamen dabei mehrere Terroristen um. Gleichzeitig meldeten irakische Behörden Drohnen- und Raketenangriffe in verschiedenen Landesteilen. im

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