Antisemitismus

Düzen Tekkal für Solidarität mit Juden angefeindet

Düzen Tekkal Foto: picture alliance / NurPhoto

Menschlichkeit lässt sich nach Auffassung der deutsch-jesidischen Autorin und Fernsehjournalistin Düzen Tekkal trainieren. »Ich glaube, tiefes Wissen eignet man sich nur über Begegnung an. Der Wille dazu setzt eine Liebe voraus, ein Wohlwollen, eine Solidarität«, sagte Tekkal der »Süddeutschen Zeitung«.

Sie selbst werde aktuell für Solidarität gegenüber Jüdinnen und Juden angefeindet. »Was da an Hass kam, weil ich eine Patenschaft für eine der entführten Geiseln übernommen hatte. Das ist die Welt, in der wir gerade leben.« Dabei dürfe man aber nicht selbst negativ werden. »Und auch, wenn gerade alles mit ganz viel Weltschmerz verbunden ist, müssen wir jetzt erst recht für das Gute kämpfen.«

Tekkal kritisierte »wütende Freizeitaktivisten«. Sie nähmen sich wichtig und meinten, permanent erbost sein zu müssen. Sie dächten, es reiche, aufgebracht zu sein. »Es ist ein riesiges Missverständnis, dass Aktivismus sich um die Befindlichkeit des Aktivisten dreht. Wut kann ein Motor sein, aber ansonsten stört er eher, denn er vernebelt den Blick.«

Mit Blick auf Aktivismus sei es zudem so, dass die sozialen Medien überschätzt würden. »Das ist Gratismut, dort einfach mal was rauszuknallen, auch wenn es bestimmt meistens gut gemeint ist«, betonte Tekkal. »Sinnvoller ist es natürlich, wirklich etwas zu tun.«

Sie bezeichnete es als »eine Unart unserer Zeit, dass nur noch das, was im Internet sichtbar ist, einen Wert zu haben scheint«. Internet-Aktivisten würden immer radikaler, weil sie sich nie mit der Wirklichkeit konfrontierten. »Die gehen ja nicht raus, sondern sehen nur, was in ihrer Bubble gepostet wird.« kna/ja

Hannover

Anklage gegen Niedersachsens AfD-Chef erhoben

Ihm werden Verstöße gegen das Parteiengesetz vorgeworfen, wie die Behörde mitteilte

 21.10.2026

Jerusalem

Schicksalswahl in Israel: Es geht um mehr als Netanjahu

Kann der heutige Ministerpräsident trotz des Versagens vom 7. Oktober und dreier harter Kriegsjahre seine Macht behaupten? Oder gelingt es der liberaleren Opposition, ihn nach Jahren an der Regierungsspitze abzulösen?

von Sara Lemel  21.10.2026

Israel

Eizenkot liegt vor Netanjahu, doch Mehrheit bleibt außer Reichweite

In dieser Situation könnten besonders die kleineren Parteien und die arabischen Listen entscheidenden Einfluss auf die Regierungsbildung gewinnen

 21.10.2026

Paris

Antisemitische Verschwörungsmythen machen Juden für Ausschreitungen verantwortlich

Die NGO Combat Antisemitism Movement untersuchte Hunderte Beiträge auf der Plattform X. Das Ergebnis ist alarmierend, aber nicht überraschend

 21.10.2026

Mirjam Zadoff

Leiterin verlässt NS-Dokuzentrum München

Die Innsbruckerin geht zum 1. März 2027 ans Haus der Geschichte Österreich in Wien

 21.10.2026

Washington D.C./Jerusalem

Trump soll Netanjahu von neuem Großangriff auf Iran abgehalten haben

Die geplante Offensive sollte umfangreicher ausfallen als der gemeinsame israelisch-amerikanische Militäreinsatz im Februar

 21.10.2026

Berlin

Demonstranten kleben sich vor Rüstungsunternehmen fest

Die Aktivisten wollen damit gegen Waffenlieferungen nach Israel protestieren

 21.10.2026

Berlin/Augsburg

Volker Beck: Agieren von Grünen und SPD »unverständlich«

»Bei der Berliner Linken hat keine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Judenhass und Antizionismus in den eigenen Reihen stattgefunden«, sagt der DIG-Präsident

 21.10.2026

Diether Dehm

Nach Auftritt mit Höcke

Strafbefehl gegen Diether Dehm wegen SA-Parole

Björn Höcke wurde wegen der Verwendung der Parole »Alles für Deutschland« bereits rechtskräftig verurteilt. In einem Interview mit dem AfD-Mann wiederholte der frühere Linken-Politiker Diether Dehm diese Worte und soll dafür nun 9000 Euro zahlen

 20.10.2026