Antisemitismus

Düzen Tekkal für Solidarität mit Juden angefeindet

Düzen Tekkal Foto: picture alliance / NurPhoto

Menschlichkeit lässt sich nach Auffassung der deutsch-jesidischen Autorin und Fernsehjournalistin Düzen Tekkal trainieren. »Ich glaube, tiefes Wissen eignet man sich nur über Begegnung an. Der Wille dazu setzt eine Liebe voraus, ein Wohlwollen, eine Solidarität«, sagte Tekkal der »Süddeutschen Zeitung«.

Sie selbst werde aktuell für Solidarität gegenüber Jüdinnen und Juden angefeindet. »Was da an Hass kam, weil ich eine Patenschaft für eine der entführten Geiseln übernommen hatte. Das ist die Welt, in der wir gerade leben.« Dabei dürfe man aber nicht selbst negativ werden. »Und auch, wenn gerade alles mit ganz viel Weltschmerz verbunden ist, müssen wir jetzt erst recht für das Gute kämpfen.«

Tekkal kritisierte »wütende Freizeitaktivisten«. Sie nähmen sich wichtig und meinten, permanent erbost sein zu müssen. Sie dächten, es reiche, aufgebracht zu sein. »Es ist ein riesiges Missverständnis, dass Aktivismus sich um die Befindlichkeit des Aktivisten dreht. Wut kann ein Motor sein, aber ansonsten stört er eher, denn er vernebelt den Blick.«

Mit Blick auf Aktivismus sei es zudem so, dass die sozialen Medien überschätzt würden. »Das ist Gratismut, dort einfach mal was rauszuknallen, auch wenn es bestimmt meistens gut gemeint ist«, betonte Tekkal. »Sinnvoller ist es natürlich, wirklich etwas zu tun.«

Sie bezeichnete es als »eine Unart unserer Zeit, dass nur noch das, was im Internet sichtbar ist, einen Wert zu haben scheint«. Internet-Aktivisten würden immer radikaler, weil sie sich nie mit der Wirklichkeit konfrontierten. »Die gehen ja nicht raus, sondern sehen nur, was in ihrer Bubble gepostet wird.« kna/ja

Umfrage

Umfrage: So würde Deutschland abstimmen, wenn am Sonntag Wahlen wären

 25.10.2026

Präsidentenwahl in Frankreich

Wahlkampfstart der Rechten – Le Pen im Aufschwung?

Nach den Unruhen in Frankreich gewinnt Marine Le Pen in Umfragen weiter hinzu. Doch Antisemitismusvorwürfe gegen ihren politischen Ziehsohn, RN-Chef Jordan Bardella, belasten die Partei

 25.10.2026

Berlin

Platzwunde und Hämatome im Gesicht: Mutmaßlich antisemitische Attacke in Schöneberg

Ein Unbekannter fragte einen 60-Jährigen, ob er Jude sei – dann schlug er zu. Der Staatsschutz ermittelt

 25.10.2026

Schild des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

Sachsen

Sachsen: Jede antisemitische Diskriminierung ist verfassungswidrig

Der Schutz jüdischen Lebens ist in mehreren Landesverfassungen verankert. Der Freistaat Sachsen sieht bisher von einer expliziten Formulierung ab

 25.10.2026

Islamismus

Psychologe Ahmad Mansour: Teile der Linken verharmlosen Islamismus

Solidarität mit zweierlei Maß? Islam-Experte Mansour sieht bei Teilen der Linken eine Doppelmoral im Umgang mit Islamismus. Scharfe Kritik übt er auch am Umgang mit Israel und dem Nahostkonflikt

 25.10.2026

Feuer am Flughafen von Riad

Krieg in der Golfregion

Weiter Angriffe im Jemen und Saudi-Arabien

Riad im Norden, die jemenitische Hafenstadt Aden im Süden: An beiden Fronten greifen die Huthi-Rebellen mit Drohnen und Raketen an. Wird aus dem dauerhaften Beschuss ein Abnutzungskrieg?

 25.10.2026

Antisemitismus

Hälfte der Länder verankert Kampf gegen Antisemitismus in Verfassung

Der Kampf gegen zunehmenden Antisemitismus ist nicht erst nach dem Hamas-Überfall auf Israel 2023 im Fokus. Schon nach dem Synagogenanschlag von Halle 2019 zogen einige Länder Konsequenzen in ihren Landesverfassungen – aber bei weitem nicht alle

 25.10.2026

Kommentar

Schließt die Botschaft Irans!

Deutschland muss verstehen, dass diese Diktatur nicht mehr zu halten ist

von Saba Farzan  25.10.2026

Iran-Krieg

Bericht: Iran nimmt US-Diplomaten in Nahost ins Visier

US-Botschaftspersonal wird im Nahen Osten reduziert. Hintergrund sollen Erkenntnisse von US-Nachrichtendiensten zu Anschlagsplänen des Irans sein

 25.10.2026