Antisemitismus

Düzen Tekkal für Solidarität mit Juden angefeindet

Düzen Tekkal Foto: picture alliance / NurPhoto

Menschlichkeit lässt sich nach Auffassung der deutsch-jesidischen Autorin und Fernsehjournalistin Düzen Tekkal trainieren. »Ich glaube, tiefes Wissen eignet man sich nur über Begegnung an. Der Wille dazu setzt eine Liebe voraus, ein Wohlwollen, eine Solidarität«, sagte Tekkal der »Süddeutschen Zeitung«.

Sie selbst werde aktuell für Solidarität gegenüber Jüdinnen und Juden angefeindet. »Was da an Hass kam, weil ich eine Patenschaft für eine der entführten Geiseln übernommen hatte. Das ist die Welt, in der wir gerade leben.« Dabei dürfe man aber nicht selbst negativ werden. »Und auch, wenn gerade alles mit ganz viel Weltschmerz verbunden ist, müssen wir jetzt erst recht für das Gute kämpfen.«

Tekkal kritisierte »wütende Freizeitaktivisten«. Sie nähmen sich wichtig und meinten, permanent erbost sein zu müssen. Sie dächten, es reiche, aufgebracht zu sein. »Es ist ein riesiges Missverständnis, dass Aktivismus sich um die Befindlichkeit des Aktivisten dreht. Wut kann ein Motor sein, aber ansonsten stört er eher, denn er vernebelt den Blick.«

Mit Blick auf Aktivismus sei es zudem so, dass die sozialen Medien überschätzt würden. »Das ist Gratismut, dort einfach mal was rauszuknallen, auch wenn es bestimmt meistens gut gemeint ist«, betonte Tekkal. »Sinnvoller ist es natürlich, wirklich etwas zu tun.«

Sie bezeichnete es als »eine Unart unserer Zeit, dass nur noch das, was im Internet sichtbar ist, einen Wert zu haben scheint«. Internet-Aktivisten würden immer radikaler, weil sie sich nie mit der Wirklichkeit konfrontierten. »Die gehen ja nicht raus, sondern sehen nur, was in ihrer Bubble gepostet wird.« kna/ja

Washington D.C.

»Gut gemacht!«: Elon Musk gratuliert AfD zu Wahltriumph

Der Milliardär und Tech-Unternehmer ist seit langem als AfD-Sympathisant bekannt. Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt verzückt ihn. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund macht ihm sogleich ein Angebot

 07.09.2026

Parteien

Was Markus Söder der CDU nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt rät

 07.09.2026

Berlin

»Death to Israel!«: Angriff auf FDP-Mitglieder

Im Stadtteil Charlottenburg beschimpften israelfeindliche Demonstranten FDP-Politiker, die nach ihrem Sommerfest mit dem Abbau beschäftigt waren

von Imanuel Marcus  07.09.2026

»Freedom Flotilla Coalition«

Neue Gaza-Flottille unterwegs

Die Initiatoren wollen den Gazastreifen im Oktober erreichen und fordern eine »globale Intifada«

 07.09.2026

Kommentar

Und nun?

Bloße Empörung über den Wahlsieg der rechtsextremen AfD ist billig und wohlfeil. Es sollte endlich auch über die Gründe ihrer Popularität gesprochen werden. Die Parteien der Mitte müssen endlich aufwachen

von Philipp Peyman Engel  07.09.2026

Magdeburg

BSW würde AfD ins Ministerpräsidentenamt verhelfen

Die Hintergründe

 07.09.2026

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

»Wind der Freiheit« oder »Schock«: Globales Echo auf Wahl

Der AfD-Erfolg sorgt international für sehr unterschiedliche Reaktionen und hitzige Debatten

 07.09.2026

Bundesregierung

Dobrindt drängt nach AfD-Wahlsieg auf mehr Reformen im Bund

Die AfD hat in Sachsen-Anhalt zwar die absolute Mehrheit knapp verpasst, aber das Beben ist dennoch unverkennbar. Der Bundesinnenminister hat eine klare Antwort parat

 07.09.2026

Berlin

Nach dem Wahl-Debakel: Was wird aus Merz?

In den CDU-Gremien herrscht nach dem Absturz in Sachsen-Anhalt Katerstimmung. Jetzt geht es auch um die Zukunft des Kanzlers

von Michael Fischer, Theresa Münch  07.09.2026