Antisemitismus

Düzen Tekkal für Solidarität mit Juden angefeindet

Düzen Tekkal Foto: picture alliance / NurPhoto

Menschlichkeit lässt sich nach Auffassung der deutsch-jesidischen Autorin und Fernsehjournalistin Düzen Tekkal trainieren. »Ich glaube, tiefes Wissen eignet man sich nur über Begegnung an. Der Wille dazu setzt eine Liebe voraus, ein Wohlwollen, eine Solidarität«, sagte Tekkal der »Süddeutschen Zeitung«.

Sie selbst werde aktuell für Solidarität gegenüber Jüdinnen und Juden angefeindet. »Was da an Hass kam, weil ich eine Patenschaft für eine der entführten Geiseln übernommen hatte. Das ist die Welt, in der wir gerade leben.« Dabei dürfe man aber nicht selbst negativ werden. »Und auch, wenn gerade alles mit ganz viel Weltschmerz verbunden ist, müssen wir jetzt erst recht für das Gute kämpfen.«

Tekkal kritisierte »wütende Freizeitaktivisten«. Sie nähmen sich wichtig und meinten, permanent erbost sein zu müssen. Sie dächten, es reiche, aufgebracht zu sein. »Es ist ein riesiges Missverständnis, dass Aktivismus sich um die Befindlichkeit des Aktivisten dreht. Wut kann ein Motor sein, aber ansonsten stört er eher, denn er vernebelt den Blick.«

Mit Blick auf Aktivismus sei es zudem so, dass die sozialen Medien überschätzt würden. »Das ist Gratismut, dort einfach mal was rauszuknallen, auch wenn es bestimmt meistens gut gemeint ist«, betonte Tekkal. »Sinnvoller ist es natürlich, wirklich etwas zu tun.«

Sie bezeichnete es als »eine Unart unserer Zeit, dass nur noch das, was im Internet sichtbar ist, einen Wert zu haben scheint«. Internet-Aktivisten würden immer radikaler, weil sie sich nie mit der Wirklichkeit konfrontierten. »Die gehen ja nicht raus, sondern sehen nur, was in ihrer Bubble gepostet wird.« kna/ja

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