Antisemitismus

Diskriminierung von Israelis: Schuster fordert Gesetzesänderung

Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland Foto: picture alliance/dpa

Mit Blick auf antisemitische Taten fordert der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland eine konsequentere Anwendung des Strafrechts. Das gelte etwa bei Verfahren, bei denen die Täter Flüchtlinge seien, sagte Josef Schuster in einem am Dienstag veröffentlichten Interview des »Tagesspiegel«. »Da verweisen die Richter dann auf die schwierige Kindheit der Täter oder das Fluchttrauma und verhängen dann eine Bewährungsstrafe. Für diese Menschen gilt das aber wie ein Freispruch, der gewollte Effekt der Strafe tritt nicht ein.«

Zudem gebe es ein paar Lücken im Strafrecht, die sich in der Folge des Überfalls der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 gezeigt hätten, fügte der Zentralratspräsident hinzu.

Hassparolen gegen Israelis

So könne nach der derzeit herrschenden rechtlichen Meinung die Straftat der Volksverhetzung nicht gegen ausländische Staatsbürger begangen werden, erläuterte Schuster. »Immer wieder werden Hassparolen deshalb gezielt gegen Israelis anstatt gegen Juden geäußert. Wer gemeint ist, ist völlig klar. Und doch bestehen gute Chancen, so einer Anklage zu entgehen.«

Das gleiche Muster zeige sich im Antidiskriminierungsrecht, kritisierte Schuster. » ‚Juden haben Hausverbot‘ ist unzulässig, aber Israelis kann man aussperren, ohne eine Klage befürchten zu müssen. Erst Anfang des Jahres haben wir es so in Fürth erlebt.«

»Gesetzliche Lücken schließen

Um diese Lücken zu schließen, müsse der Volksverhetzungsparagraf im Strafgesetzbuch geändert und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz dahingehend angepasst werden, dass künftig auch Diskriminierungen aufgrund der Staatsangehörigkeit verfolgt werden könnten, forderte Schuster.

Brandenburg

Cyberangriff auf Gedenkstätten

Immer wieder schädigen Ransomware-Attacken Behörden, Krankenhäuser und andere Einrichtungen. In Brandenburg ist nun die Gedenkstätten-Stiftung betroffen

 11.08.2026

Medien

Geglaubt und geteilt

»Antisemitismus«, definierte Adorno, sei »das Gerücht über Juden«. Was ist dann dessen Verbreitung? Die ARD muss sich einer längst fälligen Debatte stellen

von Esther Schapira  11.08.2026

Gerichtsurteil

Behörde darf Verbeamtung wegen Nähe zu Muslimbruderschaft ablehnen

Die Klägerin arbeitet als Sachbearbeiterin bei der Karlsruher Ausländerbehörde. Das Gericht hat Zweifel an ihrer Verfassungstreue

 11.08.2026

Social Media

Shirin David, Bill Kaulitz und die Wassermelonen-Jünger

Bei der Rapperin reicht ein »Free Palestine« für die Verbündeten, bei dem Sänger ein »Tel Aviv! Love!« für die Gegner. Ein Kommentar

von Pola Sarah Nathusius  11.08.2026

Österreich

Zwei Israelinnen in Wien vermisst

Die israelische Botschaft vor Ort bittet die Öffentlichkeit um Hilfe

 11.08.2026 Aktualisiert

Nordhessen

Vier Meter großes Hakenkreuz in Asphalt gebrannt

Die Polizei sucht nun nach den Täter, der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen

 11.08.2026

Nordrhein-Westfalen

Medienminister übt scharfe Kritik an Georg Restle und dem WDR

Nathaniel Liminiski (CDU): »Israel und das Judentum sind kein Freiwild für jeden Vorwurf, auch nicht für Journalisten«

 11.08.2026 Aktualisiert

Berlin

Neukölln verschärft Regeln: CDU-Politiker will bei Antisemitismus Gelder streichen

Sozialstadtrat Hannes Rehfeldt will Förderbescheide mit strengeren Vorgaben versehen und bei Verstößen die Finanzierung von Projekten stoppen

 11.08.2026

Washington D.C.

Trump soll Bedrohung durch Iran mit Geheimflug aus der Türkei entgangen sein

Wie schafften es die Bewacher des Präsidenten, ihn unerkannt in eine kleinere Maschine zu bringen und nach London zu fliegen?

 11.08.2026