Meinung

Die üblichen Verdächtigen

Am vergangenen Freitag haben Unbekannte in der Berliner U-Bahn-Linie 9 zwei Frauen und einen Mann zunächst judenfeindlich beschimpft, dann geschlagen und verletzt. Wenn sich ein solcher Fall antisemitischer Gewalt ereignet, dann wäre es wünschenswert, dass sich zuerst Politiker und Akteure der Zivilgesellschaft zu Wort melden und die Tat verurteilen. Zu oft wird Antisemitismus zu einem Problem jüdischer Gemeinden erklärt. Und zu oft werden die Täter allein unter Muslimen gesucht. Vielmehr ist die gesamte politische Öffentlichkeit hier gefordert: Initiativen, NGOs, Organisationen von Migranten müssen sich bei antisemitischen Übergriffen entschieden und eindeutig positionieren. Denn es geht bei diesen Angriffen nicht »nur« um Gewalt gegen Juden, sondern im Kern um unsere Demokratie. Weil Antisemitismus ein Problem aller gesellschaftlichen Schichten und Communities ist – nicht nur der Muslime –, muss er von allen und überall bekämpft werden. Wenn man sich jetzt ausschließlich auf Muslime als Täter fokussiert, geraten viele Antisemiten aus dem Blick. Darüber hinaus wird einer anderen, nicht minder gefährlichen Entwicklung in der deutschen Gesellschaft Vorschub geleistet: der steigenden Islamfeindlichkeit.

Nahost

Wie der Konflikt im Libanon den US-Deal mit Iran gefährdet

Der Gesprächsbeginn zwischen Washington und Teheran in der Schweiz lässt auf sich warten. Derweil spitzt sich die Lage zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon zu. Es gibt Tote auf beiden Seiten

von Hans Dahne, Christoph Meyer, Mathis Richtmann  19.06.2026

Meinung

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

Berlin

Nouripour zu Iran-Rahmenabkommen: »Weg in Normalität für Regime«

Ist das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran ein Weg in den Frieden? Bundestagsvizepräsident Nouripour bezweifelt das. Die Übereinkunft gebe dem Iran vielmehr »eine andere Legitimität«

 19.06.2026

Bayreuth

Bayreuther Gedenkveranstaltung mit Michel Friedman soll nun doch stattfinden

Eine Gedenkveranstaltung zum Bayreuther Festspieljubiläum wird geplant, dann abgesagt. Michel Friedman und Charlotte Knobloch zeigen sich entsetzt – jetzt rudert das weltbekannte Opernfestival zurück

 19.06.2026

Washington D.C.

Republikaner kritisieren Trumps Iran-Abkommen ungewöhnlich scharf

»Die Geschichte zeigt, dass es eine außergewöhnlich schlechte Idee ist, Milliarden Dollar an theokratische Verrückte zu geben, die uns ermorden wollen«, sagt Senator Ted Cruz

 19.06.2026

Wahlkampf in Israel

Trump signalisiert Unterstützung für Netanjahu

»Ich werde mir ansehen müssen, wer kandidiert, aber ich mag Bibi sehr«, sagt der amerikanische Präsident

 19.06.2026

Genf

Absage aus Bern: Heute keine USA-Iran-Gespräche

Abkommen unterzeichnet, Treffen abgesagt: Die geplante Gesprächsrunde in der Schweiz findet heute doch nicht statt

 19.06.2026

Bayreuth

Scharfe Kritik nach abgesagter Gedenkveranstaltung

Eine Gedenkveranstaltung zum Festspieljubiläum wird geplant, dann abgesagt. Charlotte Knobloch ist entsetzt über die Bayreuther Festspiele

 19.06.2026

Essay

Zwischen Progressivität und Zerfaserung

Quo vadis, liberales Judentum? Ein Debattenbeitrag von Avitall Gerstetter

von Avitall Gerstetter  19.06.2026