Meinung

Die Rache der Regisseure

Ginge es nach Recep Tayyip Erdogan – die Türkei wäre morgen Mitglied der EU. Doch zu Recht tut sich die Union schwer damit, Ankara willkommen zu heißen. Ein islamischer Staat ist nicht ohne weiteres in eine westlich geprägte Wertegemeinschaft zu integrieren. Dazu kommen erhebliche Defizite bei Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Auch außenpolitisch gibt die Türkei mit ihrer demonstrativen Nähe zum Mullahregime in Teheran den unsicheren Kantonisten. Und diese Nähe geht mit einem scharfen anti-israelischen Kurs einher. Zugegeben, Jerusalem legt nicht immer großes diplomatisches Geschick an den Tag. Doch dass Ankara die von Islamisten in propagandistische Gewässer gelotste Gaza-Flottille demonstrativ unterstützte, war ein gefährlicher Affront. Und nationalistische türkische Filme- macher wollen nun nachlegen. Für die populäre Serie Tal der Wölfe haben sie Szenen an Bord der von Israelis geenterten Mavi Marmara vorgesehen. Sie lassen ihren Helden Polat einen jüdischen Offizier aufspüren, der ein Massaker an Türken plant. Das nennt man wohl ein Rachewerk. Und was macht Erdogan, der als umsichtiger Premier mäßigend wirken sollte? Nichts. Das ist zu wenig für ein Möchtegern-EU-Mitglied.

München

Drinnen redet ein Palästinenser, draußen wird er mit »Free Palestine«-Rufen niedergebrüllt

In der bayerischen Landeshauptstadt fand eine Medienkonferenz mit prominenten Teilnehmern statt, gegen die es im Vorfeld Boykottaufrufe gab. Redner beklagten die zunehmende Polarisierung

von Michael Thaidigsmann  17.09.2026

Karlsruhe

Mutmaßlicher Islamist plante anscheinend Anschlag

Ein 24-jähriger Iraker soll eine Kirche in Bremen als Anschlagsziel ausgewählt und schon eine Schusswaffe beschafft haben. Die Ermittler werfen ihm mehrere schwere Straftaten vor

 17.09.2026

Synagoge in Mailand (Archiv)

Mailand

»Niemand wird mich hier erniedrigen«

Nach antisemitischer Attacke: Jetzt spricht der angegriffene Rabbiner

 17.09.2026 Aktualisiert

Berlin-Wahl

»Stimmen Sie gegen Antisemitismus!«

Die Vorsitzende der DIG Berlin Brandenburg, Cerstin Richter-Kotowski ruft Wähler dazu auf, Parteien zu wählen, die Judenhass bekämpfen

 17.09.2026

München

Rabbiner: Plan gegen islamistischen Terror ist Vorbild für Europa

Mit einem Zehn-Punkte-Plan sollen in Deutschland Radikalisierung und islamistischer Terror bekämpft werden. Zustimmung kommt von Rabbinern, die über die Landesgrenzen hinaus denken. Allerdings wird auch Kritik laut

von Leticia Witte  17.09.2026

Kommentar

»Ich esse gerne Wassermelonen«

Wie BSW-Spitzenkandidat Michael Lüders sich als verrückter Rand einer Wahldebatte präsentierte

von André Anchuelo  17.09.2026

Berlin

Michael Lüders provoziert mit Israel-Anstecker in Wassermelonen-Farben

In der RBB-Wahlarena danach befragt, antwortete der BSW-Kandidat, schnippisch, dass er gerne Wassermelonen esse

 17.09.2026

Bericht

Amnesty benennt »Architekten von Gräueltaten« im Iran

Vor vier Jahren entzündeten sich Anti-Regierungs-Proteste im Iran am Tod einer jungen Frau in Polizeigewahrsam. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die blutige Niederschlagung der Proteste unter die Lupe genommen

 17.09.2026

Berlin

Islam-Kritikerin Ates: Zehn-Punkte-Plan der Bundesregierung unzureichend

Islamistischen Gewalttaten gehe immer ein Radikalisierungsprozess voraus. Islam-Kritikerin Ates will deshalb nicht nur härtere Strafen, sondern auch frühe Vorbeugung

 17.09.2026