Meinung

Die Rache der Regisseure

Ginge es nach Recep Tayyip Erdogan – die Türkei wäre morgen Mitglied der EU. Doch zu Recht tut sich die Union schwer damit, Ankara willkommen zu heißen. Ein islamischer Staat ist nicht ohne weiteres in eine westlich geprägte Wertegemeinschaft zu integrieren. Dazu kommen erhebliche Defizite bei Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Auch außenpolitisch gibt die Türkei mit ihrer demonstrativen Nähe zum Mullahregime in Teheran den unsicheren Kantonisten. Und diese Nähe geht mit einem scharfen anti-israelischen Kurs einher. Zugegeben, Jerusalem legt nicht immer großes diplomatisches Geschick an den Tag. Doch dass Ankara die von Islamisten in propagandistische Gewässer gelotste Gaza-Flottille demonstrativ unterstützte, war ein gefährlicher Affront. Und nationalistische türkische Filme- macher wollen nun nachlegen. Für die populäre Serie Tal der Wölfe haben sie Szenen an Bord der von Israelis geenterten Mavi Marmara vorgesehen. Sie lassen ihren Helden Polat einen jüdischen Offizier aufspüren, der ein Massaker an Türken plant. Das nennt man wohl ein Rachewerk. Und was macht Erdogan, der als umsichtiger Premier mäßigend wirken sollte? Nichts. Das ist zu wenig für ein Möchtegern-EU-Mitglied.

Debatte um Erklärung

Hickhack bei Rot-Grün-Rot: Das steht in den Antisemitismus-Papieren

Die Berliner Regierungsbildung stockt, nachdem die Linke im Abgeordnetenhaus ein eigenes Papier zum Kampf gegen Antisemitismus gebilligt hat. Wo sich die zwei Erklärungen unterscheiden

 14.10.2026

Umfrage

66 Prozent der Unionswähler für Prüfung von AfD-Verbot

Eine Campact-Umfrage zeigt, dass die Wähler der Unionsparteien mehrheitlich für die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens sind. Auch eine Koalition mit der AfD wird von Anhängern der Mitte-Parteien deutlich abgelehnt

 14.10.2026

Sachsen-Anhalt

Eine Woche voller Eklats

Nach der Wahl des Landtagspräsidiums bröckelt die »Brandmauer« in der CDU weiter. Das Gedenken in Halle bot einen Vorgeschmack auf ein Land unter AfD-Regierung

von André Anchuelo  14.10.2026

Ministerpräsident Sven Schulze (CDU)

Landtag von Sachsen-Anhalt

Ministerpräsidenten-Wahl: CDU will im dritten Wahlgang im Plenarsaal sein

Bei der Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt will die CDU den Plenarsaal zunächst verlassen. Für einen möglichen dritten Wahlgang kündigt Fraktionschef Sven Schulze ein anderes Vorgehen an. AfD und BSW beschließen derweil einen Antrag zur Ukraine

 14.10.2026

Berlin

»Eine gute Wahl«: Bundesregierung ernennt von Schnurbein zur Beauftragten für jüdisches Leben

Die 52-jährige EU-Beamtin ist am Mittwoch offiziell zur Nachfolgerin von Felix Klein bestellt worden. Aus den jüdischen Verbänden und Gemeinden kamen unisono positive Reaktionen

von Michael Thaidigsmann  14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Banaszak: Emdes Fraktions-Aus war Grundlage für Sondierungen

Die Grünen-Landesvorsitzende Stahr betont hingegen, dass ihre Partei weiter »am Tisch sitzt« und auf eine Erklärung der Linken wartet

 14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Schwerdtner bedauert Gesprächspause in Berlin

Die Gespräche über eine rot-grün-rote Regierung in Berlin liegen auf Eis. Linken-Bundeschefin Ines Schwerdtner hält die Erklärung ihrer Fraktion zu Antisemitismus dennoch für ausreichend

 14.10.2026

Berlin

Julia Klöckner: AfD-Verbotsverfahren nicht »aus dem Bauch heraus starten«

Die CDU-Bundestagspräsidentin warnt davor, die Rechtsaußen-Partei zum »Märtyrer« zu machen

 14.10.2026

Unterbrochene Sondierungen

Berliner CDU an Grüne und SPD: »Hand ist ausgestreckt«

Die Regierungsbildung zwischen Linken, Grünen und SPD in Berlin stockt. Nach der überraschenden Unterbrechung der Sondierungen meldet sich ein Wahlverlierer zu Wort

 14.10.2026