Einspruch

Die »Landshut« gehört zu uns

Julius H. Schoeps Foto: Gregor Zielke

Die »Landshut« kommt nach Friedrichshafen. Das Flugzeug, das 1977 von einem palästinensischen Terrorkommando entführt und dessen Geiseln von der Elitetruppe der GSG 9 in Mogadischu befreit wurden, soll nun museal präsentiert werden.

Mit der Entführung der »Landshut«, parallel zur Entführung von Hanns Martin Schleyer, sollten inhaftierte RAF-Mitglieder freigepresst werden. Der Einsatz der GSG 9 war die eindeutige Botschaft, dass ein Staat sich nicht erpressen lassen darf. Dass daran nun mit einem von Außenminister Sigmar Gabriel laut verkündeten Akt der Rückführung der »Landshut« gedacht werden soll, ist schon deswegen zu begrüßen, weil die Botschaft, dass ein Staat sich Terroristen nicht beugen darf, weiterhin aktuell ist.

auschwitz Und ein weiterer Aspekt steckt in der medial groß begleiteten »Landshut«-Ausstellung: Die Bundesrepublik ist nun schon einige Jahrzehnte alt, fast 70 Jahre, und da ist eine gewisse Selbstbezüglichkeit geboten. Das steht nicht im Widerspruch zum dauernden Auftrag, an die Lehre, die Auschwitz für das heutige Deutschland hat und haben muss, zu erinnern.

Ein Einwand könnte lauten, dass so nicht einer zivilen Tradition der Bundesrepublik zentral gedacht wird, sondern einer von einem Grenzschutzkommando durchgeführten militärischen Aktion. Aber: Militär, Polizei und Bundespolizei gehören zu diesem Staat, sind Teil seiner Normalität, und Mogadischu 1977 steht für eine humanistisch gebotene Intervention.

Die Bundeswehr diskutiert gegenwärtig heftig über ihr Selbstverständnis. Dabei geht es nicht nur um die unselige Wehrmachtsgeschichte, sondern auch um die Suche nach besser begründeten Traditionen. Die »Landshut« zeigt, dass sich solche in der bundesrepublikanischen Geschichte durchaus finden lassen. Warum also nicht eine Ulrich-Wegener-Kaserne für die Bundespolizei, benannt nach dem damaligen GSG-9-Kommandanten?

Der Autor ist Historiker und Gründungsdirektor des Moses-Mendelssohn-Zentrums der Universität Potsdam.

Berlin

Zentralrat der Juden: »Das Mullah-Regime muss jetzt fallen«

Es braucht ein Ende der Zurückhaltung gegenüber Teheran und ein klares politisches Signal aus Deutschland, fordert Zentralratspräsident Josef Schuster

 09.01.2026

Fernsehen

Jüdische Journalisten kritisieren Verpixelung von »Bring them Home!«-Kette

Der Verband JJJ fordert: Die »unpolitische, rein humanitäre Forderung« auf der Plakette eines Kochs muss sichtbar sein

 09.01.2026

Potsdam

Antisemitismusbeauftragter: »Ich sehe nicht ein, mich verschrecken zu lassen«

Noch in der Tatnacht habe seine Familie ihn darin bestärkt, seine Arbeit fortzusetzen, so Andreas Büttner. »Sie haben mir gesagt, ich müsse weitermachen. Eigentlich sogar noch lauter werden«, sagt der dem »Tagesspiegel« im Interview

 09.01.2026

Brandenburg

Potsdam soll jüdische Kita bekommen

Zum jüdischen Leben gehören auch jüdische Schulen und Kitas. Eine Kindertagesstätte wird derzeit in Potsdam geplant

 09.01.2026

Jerusalem

US-Botschafter: Israel entscheidet selbst über weiteres Vorgehen gegen Iran

»Lassen Sie uns hoffen, dass dies das Jahr ist, in dem das iranische Volk sagt: ›Es reicht‹«, sagt Mike Huckabee

 09.01.2026

New York

Proteste gegen israelische Immobilienmesse an Jeschiwa

Israelfeindliche Demonstranten fordern eine »Intifada-Revolution« und rufen: »Siedler, geht nach Hause, Palästina gehört uns allein«

 09.01.2026

Kommentar

Ich gebe die Hoffnung für Brandenburg nicht auf

Nach dem Koalitionsbruch muss die Politik die Menschen wieder in den Mittelpunkt stellen

von Alex Stolze  09.01.2026

Berlin/Kloster Seeon

Zentralrat der Juden fordert schärferes Strafrecht gegen Hass

Seit dem jüngsten Krieg im Nahen Osten ist Antisemitismus vielerorts explodiert. Zentralratspräsident Schuster sieht den deutschen Rechtsstaat dagegen schlecht aufgestellt

 09.01.2026

Teheran

Iran kappt Internet während landesweiter Proteste gegen das Regime

In zahlreichen Städten, darunter auch in der Hauptstadt, gingen erneut große Menschenmengen auf die Straße

 09.01.2026