Einspruch

Die Hoffnung ist groß

Lidia Averbukh Foto: PR

Einspruch

Die Hoffnung ist groß

Lidia Averbukh meint, dass gute Beziehungen zwischen Israel und den Emiraten beiden Seiten nützen

von Lidia Averbukh  20.08.2020 08:22 Uhr

Die Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ist in israelischen Medien überwiegend positiv aufgenommen worden. Das erklärt sich dadurch, dass die Annäherung als eine stetige Verankerung Israels in der Region interpretiert wird.

Die Hoffnung darauf, dass nun weitere arabische Staaten dem VAE-Beispiel folgen werden, ist groß. Neben der verbesserten Sicherheit, die eine friedlich gesinnte Nachbarschaft mit sich bringt, sind die Emirate für reiselustige Israelis nicht zuletzt eine lang ersehnte Tourismusdestination.

annäherung Inoffiziell findet die Annäherung zwischen Israel und den VAE schon seit geraumer Zeit statt. Israel ist ein regionales Schwergewicht in Innovationstechnologien, weswegen es für Staaten, die ihre eigene Infrastruktur verbessern wollen, ein interessanter Verbündeter ist.

Wenn sich die Normalisierung auf die Gesellschaft ausweiten sollte, sodass etwa israelische Spezialisten in den VAE arbeiten könnten, wäre das qualitativ gesehen eine ganz andere Partnerschaft als der vergleichbare Friedensvertrag mit Ägypten.

Interessant ist der Zeitpunkt der Bekanntmachung der Beziehungen.

Interessant ist der Zeitpunkt der Bekanntmachung der Beziehungen. Angesichts der innenpolitischen Schwierigkeiten für Benjamin Netanjahu, dessen Position noch vor wenigen Tagen aufgrund von Korruptionsvorwürfen und andauernden Protesten fragil schien, ist die Verkündung ein besonderer Erfolg. Er präsentiert sich einmal mehr als der Staatsmann aus einer »anderen Liga«.

annexion Erfreulich ist auf den ersten Blick die Ankündigung der aufgeschobenen Annexion. Wobei hier der Teufel im Detail steckt. So wurde die Absicht der Annexion erst durch den letzten Koalitionsvertrag ins Leben gerufen, sodass Israel letztendlich keine faktischen Zugeständnisse eingehen musste. Das VAE-Abkommen wird daher wohl keinen Effekt auf den Nahostkonflikt haben.

Die Autorin ist Politikwissenschaftlerin am Deutschen Institut für Internationale Politik und Sicherheit in Berlin.

Berlin

Zentralrat der Juden: »Das Mullah-Regime muss jetzt fallen«

Es braucht ein Ende der Zurückhaltung gegenüber Teheran und ein klares politisches Signal aus Deutschland, fordert Zentralratspräsident Josef Schuster

 09.01.2026

Fernsehen

Jüdische Journalisten kritisieren Verpixelung von »Bring them Home!«-Kette

Der Verband JJJ fordert: Die »unpolitische, rein humanitäre Forderung« auf der Plakette eines Kochs muss sichtbar sein

 09.01.2026

Potsdam

Antisemitismusbeauftragter: »Ich sehe nicht ein, mich verschrecken zu lassen«

Noch in der Tatnacht habe seine Familie ihn darin bestärkt, seine Arbeit fortzusetzen, so Andreas Büttner. »Sie haben mir gesagt, ich müsse weitermachen. Eigentlich sogar noch lauter werden«, sagt der dem »Tagesspiegel« im Interview

 09.01.2026

Brandenburg

Potsdam soll jüdische Kita bekommen

Zum jüdischen Leben gehören auch jüdische Schulen und Kitas. Eine Kindertagesstätte wird derzeit in Potsdam geplant

 09.01.2026

Jerusalem

US-Botschafter: Israel entscheidet selbst über weiteres Vorgehen gegen Iran

»Lassen Sie uns hoffen, dass dies das Jahr ist, in dem das iranische Volk sagt: ›Es reicht‹«, sagt Mike Huckabee

 09.01.2026

New York

Proteste gegen israelische Immobilienmesse an Jeschiwa

Israelfeindliche Demonstranten fordern eine »Intifada-Revolution« und rufen: »Siedler, geht nach Hause, Palästina gehört uns allein«

 09.01.2026

Kommentar

Ich gebe die Hoffnung für Brandenburg nicht auf

Nach dem Koalitionsbruch muss die Politik die Menschen wieder in den Mittelpunkt stellen

von Alex Stolze  09.01.2026

Berlin/Kloster Seeon

Zentralrat der Juden fordert schärferes Strafrecht gegen Hass

Seit dem jüngsten Krieg im Nahen Osten ist Antisemitismus vielerorts explodiert. Zentralratspräsident Schuster sieht den deutschen Rechtsstaat dagegen schlecht aufgestellt

 09.01.2026

Teheran

Iran kappt Internet während landesweiter Proteste gegen das Regime

In zahlreichen Städten, darunter auch in der Hauptstadt, gingen erneut große Menschenmengen auf die Straße

 09.01.2026