Islam

»Deutschland Hilft« setzt Zusammenarbeit mit Islamic Relief aus

Geschäftsfassade der Islamic Relief Berlin Foto: dpa

Das Bündnis »Aktion Deutschland Hilft« hat die
Zusammenarbeit mit der Mitgliedsorganisation Islamic Relief
Deutschland bis auf weiteres ausgesetzt. Das bestätigte eine
Sprecherin des Zusammenschlusses von Hilfsorganisationen am Samstag
dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Zum dem Schritt habe sich der Vorstand des Bündnisses am Donnerstag in einer außerordentlichen Sitzung entschieden. Dem Verein Islamic Relief Deutschland mit Sitz in Köln wird vorgeworfen, Kontakte zu fundamentalistischen Islamvertretern zu unterhalten.

Grund der Entscheidung sei der nicht entschiedene Umgang mit
»Verstößen von Individualpersonen« in der Organisation, sagte die
Sprecherin. Mit der ruhenden Mitgliedschaft habe Islamic Relief
Deutschland nun die Möglichkeit, »sich mit diesen Problematiken
auseinanderzusetzen und sie zu bewältigen - zum Beispiel durch eine
umfassenden Reform der internen Prozesse«. Über den Beschluss der
Hilfsbündnisses hatte zuerst die »Welt am Sonntag« berichtet.

Die Bundesregierung hatte auf eine Anfrage der FDP im vergangenen
Jahr geantwortet, es gebe »signifikante personelle Verbindungen«
zwischen Islamic Relief und der islamistischen Muslimbruderschaft
oder ihr nahestehenden Organisationen. Israel zählt das
internationale Büro der Organisation zum Finanzierungsapparat der
Terrororganisation Hamas.

Islamic Relief weist die Vorwürfe zurück. Sowohl Islamic Relief
Deutschland als auch Islamic Relief Worldwide seien »reine
Hilfsorganisationen und lehnen Terrorismus oder jede Form von Gewalt
entschieden ab«, sagte ein Sprecher der »Welt am Sonntag«. Der
Vorwurf des israelischen Verteidigungsministeriums sei Gegenstand
eines laufenden Gerichtsverfahrens.

Die Sprecherin der »Aktion Deutschland Hilft« betonte, dass das
Bündnis trotz der jüngsten Entscheidung an Islamic Relief Deutschland
als Mitgliedsorganisation festhalte. Man sei überzeugt, dass Islamic
Relief ein wertvoller Partner in der humanitären Hilfe sei. Die
humanitären Leistungen der Organisation würden nicht angezweifelt.

»Aktion Deutschland Hilft« sammelt als Dachverband von 23
Hilfsorganisationen Spenden für Nothilfeprojekte in Krisenregionen.
Davon flossen 2019 rund 2,5 Millionen Euro an Islamic Relief, wie die
»Welt am Sonntag« berichtete. epd

Ugandische Truppen

Nahost

Ugandas Parlament billigt Truppenentsendung nach Gaza

Auf US-Anfrage soll sich ein Kontingent der ugandischen Armee der geplanten internationalen Stabilisierungstruppe anschließen. In Afrika zählt das Land zu den größten Truppenstellern für Friedensmissionen

 07.08.2026

Meinung

Wie Georg Restle die Glaubwürdigkeit des ÖRR untergräbt

Nach dem X-Post des Journalisten hat sich Felix Schotland, Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, an WDR-Programmdirektorin Andrea Schafarczyk gewandt. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut

von Felix Schotland  07.08.2026

Justiz

Israelischer Siedler wegen Tötung eines Palästinensers angeklagt

Der getötete Aktivist setzte sich gegen Siedlergewalt ein und war an dem Oscar-prämierten Film »No Other Land« beteiligt. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht

 07.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 07.08.2026

AfD-Verbot

»Wachkitzeln von Gewalt- und Mordphantasien«

Der Historiker und NS-Forscher Götz Aly, der mit Blick auf die AfD bislang vor überzogenen Vergleichen mit dem Nationalsozialismus und der NSDAP gewarnt hatte, hat offenbar seine Position revidiert

 07.08.2026

Kanada

Bericht: Jüdische Studenten erleben Antisemitismus als alltägliche Realität

Fast alle befragten jüdischen Studenten geben an, innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens einen antisemitischen Vorfall erlebt oder beobachtet zu haben

 07.08.2026

Miami

Antisemitischer Angriff in Starbucks-Filiale

Laut Polizei schlug eine Frau ihr Opfer mit einem Mobiltelefon. Dann habe sie mit einem Metallstuhl auf den Mann, der eine Kippa trug, losgehen wollen

 07.08.2026

Berlin

Klingbeil: AfD-Verbotsverfahren ernsthaft prüfen

Die Diskussion um ein AfD-Verbotsverfahren erhält neue Dynamik. Was sagt SPD-Chef Klingbeil und wie reagiert die Linke auf seinen Vorstoß?

 07.08.2026

Teheran/Maskat/Washington D.C.

Iran und Oman arbeiten an Hormus-Regelung – Teheran stellt Bedingungen an die USA

Iranischer Vertreter sagen, ein Rahmenabkommen für den Schiffsverkehr sei weit fortgeschritten. Eine sofortige Wiederöffnung der Wasserstraße sei damit jedoch nicht verbunden

 07.08.2026