Antisemitismus

Deutlicher Handlungsbedarf

Staatskanzlei Magdeburg Foto: dpa

Die Verfassungsschutzbehörden der ostdeutschen Bundesländer sehen deutlichen Handlungsbedarf angesichts der Verbreitung des Antisemitismus in Deutschland. Bei einer Podiumsdiskussion am Donnerstag in Magdeburg sprach sich Thüringens Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer für eine »Koalition zwischen Sicherheitsbehörden, Politik und Zivilgesellschaft« aus.

Im Auftaktvortrag skizzierte der Vizepräsident des Zentralrats der Juden und Vorstandsmitglied im Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen, Mark Dainow, ein aktuelles Bild jüdischen Lebens in Deutschland. Außerdem sprach Dainow über Einstellungen, Erfahrungen und Erwartungen der jüdischen Gemeinschaft.

Integration Dainow hob zudem die Wichtigkeit von Prävention und Bildung bei der Bekämpfung des Judenhasses hervor. Kinder würden nicht als Antisemiten geboren. Die Vorbeugung antisemitischer Einstellungen fange schon im Kindergarten an. Dainow verwies dabei auf ein Beispiel aus Offenbach: eine jüdische Kita, in der die Integration gelinge.

Ann-Christin Wegener vom Landesamt für Verfassungsschutz in Hessen setzte sich intensiv mit antisemitischen Erscheinungsformen und ideologischen Hintergründen in sozialen Netzwerken auseinander. Sie betonte dabei die Bedeutung der Pädagogik. Langfristige Strategien seien notwendig, sowie »ganz viel Graswurzelarbeit«.

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU), der in diesem Jahr auch Vorsitzender der Innenministerkonferenz ist und das Thema auch bei der Frühjahrssitzung der Ressortminister in Quedlinburg diskutieren will, sagte, es sei »erschreckend und erschütternd, dass Hass auf Juden, juden- und israelfeindliche Agitation, antijüdische Hetze in sozialen Medien und Angriffe auf jüdische Bürger und Einrichtungen auch 2018 in unserem Land festzustellen sind«.

Verpflichtung Stahlknecht betonte: »Die Verantwortung, gegen Antisemitismus und Judenhass einzutreten gründet in der historischen Rolle Deutschlands als Vermächtnis der ermordeten Juden Europas und sie gilt auch heute als Verpflichtung gegenüber den jüdischen Bürgern und allen Juden in der Bundesrepublik Deutschland.«

Das Symposium in der Magdeburger Staatskanzlei stand unter der Überschrift »Provokation und Propaganda – Neue Dynamiken antisemitischer Agitation. Antisemitismus hat viele Gesichter«. Beleuchtet wurden antisemitische Ressentiments von Extremisten aller Richtungen, rechts wie links und auch von Salafisten. epd/ja

Berlin

Brandenburger Tor leuchtet als Zeichen der Solidarität mit Iran-Protesten

»Die gewaltsame Niederschlagung der Proteste ändert nichts daran, dass der Drang nach Freiheit bleibt«, sagt Kai Wegner (CD), der Regierende Bürgermeister

 13.02.2026

Augsburg

Gericht kippt Redeverbot für Höcke im Allgäu

Am Wochenende sollte Thüringens AfD-Landtagsfraktionschef in zwei Hallen in Bayern als Gastredner auftreten. Die Gemeinden wehren sich – aber vorerst nur in einem Fall mit Erfolg

 13.02.2026

Meinung

Danke, Herr Minister!

Johann Wadephul hat sich von Francesca Albanese distanziert und ihren Rücktritt gefordert. Doch jetzt muss Deutschland auch den nächsten Schritt gehen und ihre Absetzung beantragen

von Michael Thaidigsmann  13.02.2026

Meinung

Jeffrey Epstein: Ein schlechter Mensch

Der verurteilte amerikanische Sexualstraftäter ist und bleibt ein beliebig formbares Vehikel für jedweden Verschwörungsmythos

von Sophie Albers Ben Chamo  13.02.2026

Diplomatie

Berichte: USA schicken weiteren Flugzeugträger nach Nahost

Der Schritt ist eine Drohung an das Regime im Iran, mit dem US-Präsident Donald Trump gerne ein Atom-Abkommen abschließen möchte

 13.02.2026

Berlin

Internationales Auschwitz Komitee fordert AfD-Verbotsverfahren

Eva Umlauf, die Präsidentin des Komitees sagt, die Partei müsse »endlich vor die Schranken des Bundesverfassungsgerichts« gebracht werden

 13.02.2026

Analyse

Historiker: Dirigent von Karajan kein Hitler-Sympathisant

Opportunist oder Gesinnungsnazi? Das historische Bild des Dirigenten Herbert von Karajan leidet seit Längerem unter seiner NSDAP-Mitgliedschaft. Der Historiker Michael Wolffsohn will ihn nun von mehreren Vorwürfen freisprechen

von Johannes Peter Senk  13.02.2026

Ramallah

Scharia und Unterstützung für »Märtyrer«: PA veröffentlicht Verfassungsentwurf

In dem Entwurf, den Palästinenserpräsident Mahmud Abbas publizieren ließ, wird Jerusalem als »Hauptstadt des Staates Palästina« bezeichnet. Jüdische Bezüge werden im gesamten Text nicht erwähnt

 13.02.2026

München

Lauder fordert Abberufung von Francesca Albanese

Die UNO-Sonderberichterstatterin stehe für eine ideologische Agenda, die Verschwörungstheorien und spaltende, antisemitische Botschaften transportiere, sagt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses

von Imanuel Marcus  13.02.2026