Meinung

Der Opferbaron

Das war fast zu erwarten gewesen. Als »Menschenjagd«, von der er sich nicht habe vorstellen können, »dass sie nach 1945 noch einmal möglich sei«, hat Baron Enoch zu Guttenberg die Umstände beschrieben, unter denen sein Sohn Karl-Theodor alle politischen Ämter aufgeben musste. Verfolgt wie von den Nazis – darunter macht man es in Deutschland nicht, ob Kampfhundehalter, Rauchverbotsgegner oder jetzt fränkischer Adel. Ganz abgesehen davon, dass angesichts der Dimension der NS-Verbrechen derartige Vergleiche nicht nur Blödsinn sind, sondern auch unappetitlich: Auffällig ist die Lust am Opfersein, die in solchen Äußerungen zutage tritt. Verfolgt zu werden, und sei es nur vermeintlich, bringt Gewinn. Man erntet Mitgefühl und ist keinen lästigen Fragen nach eigener Verantwortung ausgesetzt. Reale Verfolgung hat zwar noch andere, weniger erquickliche Aspekte, von denen gerade Juden einiges erzählen können. Aber das fällt bei Guttenberg nicht ins Gewicht: Seine Opferrolle ist eh nur simuliert.

Spanische Nordafrika-Exklave

Wie kam es zur Ceuta-Krise?

Die Ereignisse in Ceuta werfen viele Fragen auf: Duldeten marokkanische Sicherheitskräfte den Ansturm? Welche Motive könnte es gegeben haben? Und wer profitierte von den chaotischen Szenen?

 03.08.2026

Schifffahrt

Iran und Oman planen Rundkurs in Straße von Hormus

Als Folge des Konflikts mit den USA verhandelt Teheran mit Maskat über neue Fahrrinnen im Nadelöhr des internationalen Gas- und Ölhandels. Im Gespräch ist ein neues Routenmodell

 03.08.2026

Montréal

Verdacht auf Brandanschlag: Koscheres Restaurant zerstört

Die Behörden untersuchen den Vorfall als möglichen Brandanschlag. War auch diese Tat antisemitisch motiviert?

 03.08.2026

Studie

Spaniens Migrationskrise wird online mit antisemitischen Verschwörungsmythen verknüpft

Innerhalb von zwei Tagen erreichten Beiträge, die Israel für den Flüchtlingssturm auf Ceuta verantwortlich machen, beinahe 60 Millionen Nutzer

 03.08.2026

Nahost

Trump kündigt neue Gespräche mit Iran an – Verhandlungen sollen heute beginnen

»Eine Vereinbarung steht unmittelbar bevor«, erklärt der amerikanische Präsident. Israel, das an dem zunächst geplanten Angriff auf den Iran mitwirken sollte, erfuhr von dessen Absage in sozialen Medien

 03.08.2026

Interview

»Putin ist in der Sackgasse«

Lettlands Ex-Präsident Egils Levits über Russlands Krieg, einen EU-Beitritt der Ukraine und die Debatte über die Religionsfreiheit

von Michael Thaidigsmann  02.08.2026

New York/Madrid

»Warum unterhält Spanien noch immer koloniale Enklaven in Afrika?«

Israels UNO-Botschafter Danny Danon: »Vielleicht sollte Spanien, bevor es uns weiter belehrt, der Welt etwas erklären«

 02.08.2026

Kommentar

Sánchez’ alter, antisemitischer Trick

Wer trägt die Verantwortung für die jüngste Katastrophe in Ceuta? Ausnahmsweise wohl nicht »die Zionisten«

von Rafael Seligmann  02.08.2026

Auschwitz-Birkenau

Romani Rose: Gewalt gegen Sinti und Roma nimmt zu

Zum europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma warnt der Vorsitzende deren Dachorganisation, Mitglieder der Minderheit seien wieder mehr Anfeindung ausgesetzt

 02.08.2026