EILMELDUNG! Medienbericht: Iran soll Ermordung von Josef Schuster und Volker Beck geplant haben

Internationaler Tag der Pressefreiheit

»Das Internet ist nur der Kondensator«

Marina Weisband Foto: imago images/Jürgen Heinrich

Hass und Hetze in den sozialen Medien hängen nach Ansicht der Psychologin Marina Weisband nicht nur mit dem Internet zusammen. »Das Internet ist nur der Kondensator dafür«, sagte die Netzaktivistin am Sonntag in einer Online-Diskussion zum internationalen Tag der Pressefreiheit an diesem Montag (3. Mai).

Der Hass gehe von realen Menschen aus. In Zeiten von Umbruch und Wandel würden Menschen oft nervös, hätten Angst vor dem eigenen Bedeutungsverlust und würden aggressiver. Mehr Beteiligungsmöglichkeiten, etwa auf kommunaler Ebene, könnten gegen dieses Gefühl helfen. Zu der Online-Matinée hatten die Landesmedienanstalt Saarland, der saarländische Journalistenverband und die Siebenpfeiffer-Stiftung eingeladen.

MOBS Bei Hass und Einschüchterung im Netz gebe es zwei Formen, erklärte die Grünen-Politikerin. Einerseits agierten Einzelpersonen mit Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus oder generellem Hass auf Politiker, andererseits seien es organisierte Mobs. »Die meisten Menschen schreiben keine Morddrohungen auf sozialen Medien«, betonte die frühere politische Geschäftsführerin der Piratenpartei. Die Aufhebung von Anonymität sei zudem keine Lösung, da viele etwa antisemitische Inhalte mit vollem Namen und Adresse verschickten.

Weisband plädierte für eine Verpflichtung zur Interoperabilität der Internet-Plattformen. Das würde bedeuten, dass alle sozialen Plattformen miteinander vernetzt wären, genossenschaftliche und nicht werbefinanzierte Plattformen entwickelt und genutzt werden könnten. So müsse jemand beispielsweise kein Nutzer von Facebook sein, um die dortigen Inhalte lesen zu können. Es sei wichtig, Alternativen zu den gewinnorientierten Plattformen zu schaffen.

KOMMUNALPOLITIKER Nach Einschätzung des Präsidenten des Saarländischen Städte- und Gemeindetages, Hermann Josef Schmidt (CDU), wurden Hetze und Hass im Internet durch die Coronakrise noch einmal verstärkt.

Kommunalpolitiker fühlten sich oft mit den Anfeindungen alleingelassen. Deswegen sei das in der vergangenen Woche gestartete Portal »Stark im Amt« wichtig. Bedrohungen müssten öffentlich gemacht werden. Außerdem ist es laut Schmidt wichtig, darüber gesellschaftlich zu sprechen, wie man miteinander umgeht. Es sei aber keine Lösung, die sozialen Medien komplett aufzugeben, betonte der Politiker. Denn mindestens die Institution müsse weiter damit arbeiten.

 Der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes (DJV), Frank Überall, plädierte mit Blick auf Journalisten für Schutzkonzepte in Medienunternehmen. Journalisten machten sich nicht zum Gegenstand der Berichterstattung, aber sie rückten über die sozialen Medien mehr in die Öffentlichkeit.

Es sei auch wichtig, bei Hass und Hetze nach Möglichkeit dagegenzuhalten. Wenn jemand auf der Straße bedroht werde, könne man auch die Polizei holen oder andere Menschen dazunehmen und müsse sich nicht selbst in Gefahr bringen. epd

Hamburg

Teheraner Regime soll Ermordung von Josef Schuster geplant haben

Das iranische Mord-Komplott richtete sich auch gegen den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck

 21.05.2026 Aktualisiert

Berlin

Zentralrat startet Initiative gegen Antisemitismus im Fußball

Slogans wie »Aus Liebe zum Spiel. Gegen Antisemitismus« sowie »Mitfiebern. Gegen Antisemitismus« sollen zum DFB-Pokalfinale auf digitalen Werbetafeln zu sehen sein

 21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Nahost

Strategische Oberhand

War der Krieg gegen das iranische Regime ein Fehlschlag? Eine Analyse

von Michael Wolffsohn  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Kiel

Staatsschutz ermittelt zu antisemitischen Plakaten

Es sei ein Ermittlungsverfahren wegen einer Aufforderung zu Straftaten nach Paragraf 111 Strafgesetzbuch eingeleitet worden, sagt die Polizei

 21.05.2026

New York

Nach Angriff auf israelisches Restaurant in München: Anklage in USA

Der Angeklagte soll als Kopf einer proiranischen Terrorgruppierung agiert haben

 21.05.2026

Meinung

Das entspricht nicht der Essenz unseres Landes!

Man muss keine Sympathie für die Aktivisten der Gaza-Flotille haben, um die Art abzulehnen, wie Itamar Ben-Gvir mit ihnen umgegangen ist. Der Minister hat dem Ansehen Israels geschadet

von Sarah Cohen-Fantl  21.05.2026

Washington D.C.

US-Justizministerium gründet Beratungsgremium gegen Judenhass

Der amtierende Justizminister Todd Blanche: »Präsident Trump hat die Bekämpfung des Antisemitismus zu einer obersten Priorität dieser Regierung gemacht.«

 21.05.2026