Nach dem Sprengstoffanschlag auf ein israelisches Restaurant in München haben die CSU-Landtagsfraktion und der Verband Jüdischer Studenten in Bayern ein gemeinsames Zeichen gegen Judenhass gesetzt. Beide Seiten erklärten, jüdisches Leben müsse im Freistaat selbstverständlich, sichtbar und sicher sein.
CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek sprach von einem alarmierenden Signal. Der Anschlag in München sowie antisemitische Drohungen im Internet zeigten, dass Hass gegen Juden auch Bayern erreiche. Jüdische Studenten müssten sich an Hochschulen und im öffentlichen Raum ohne Angst bewegen können.
Holetschek forderte eine klare Haltung gegen jede Form von Antisemitismus. Dieser müsse unabhängig davon bekämpft werden, ob er von rechts, von links oder islamistisch motiviert sei. »Lippenbekenntnisse reichen nicht«, erklärte er. Jetzt müsse überall dort eingegriffen werden, wo Judenhass auftrete.
Die Vorsitzende des Verbands Jüdischer Studenten in Bayern, Jessica Flaster, erklärte, viele jüdische Studenten wollten vor allem unbeschwert studieren und ein normales Leben führen. Genau diese Normalität werde jedoch zunehmend erschwert.
Sie warnte vor einer wachsenden gesellschaftlichen Gewöhnung an antisemitische Einstellungen, besonders wenn diese sich gegen Israel richteten. Dadurch entstehe ein Klima, in dem aus Worten auch Taten werden könnten.
»Judenhass beginnt nicht mit Gewalt«, sagte Flaster. Er beginne dort, wo Antisemitismus relativiert, entschuldigt oder als legitime Meinung dargestellt werde. Deshalb brauche es konsequentes Handeln an Hochschulen, im öffentlichen Raum und im Internet. Jüdisches Leben in Bayern müsse nicht nur geschützt werden, sondern wieder ohne Einschränkungen möglich sein. im
