Berlin

Michael Roth von Podiumsdiskussion an Hertie School ausgeladen

Michael Roth (SPD) Foto: picture alliance / dts-Agentur

Der frühere SPD-Außenpolitiker Michael Roth ist nach eigenen Angaben von einer Podiumsdiskussion an der Berliner Hertie School wieder ausgeladen worden. Als Grund nannte er angekündigte Proteste und mögliche Störungen durch Studierendengruppen. Die »Welt« berichtete.

Roth sollte Ende April an einer Veranstaltung zum Thema Nahost teilnehmen. Geplant war eine Diskussion unter dem Titel »War, Peace and Diplomacy in the Middle East« (»Krieg, Frieden und Diplomatie im nahen Osten«). Weitere Gäste sollten Vertreter aus Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Wissenschaftlerinnen aus dem internationalen Umfeld sein.

Auf Instagram zeigte sich Roth enttäuscht über die Entscheidung. »Niemals hätte ich mir vorstellen können, an einer renommierten Hochschule in Deutschland gecancelt zu werden«, schrieb er. Weiter erklärte er, seine Positionen zu Israel, zum Schutz jüdischen Lebens und zum Kampf gegen Antisemitismus seien für Teile des akademischen Milieus offenbar nicht mehr akzeptabel.

Kapitulation des akademischen Diskurses

Zugleich betonte Roth, Protest und Widerspruch seien selbstverständlich legitim. Problematisch werde es jedoch, wenn bereits die Androhung von Störungen ausreiche, um Redner wieder auszuladen. Dann kapitulierte der akademische Diskurs vor den Lautesten, erklärte er sinngemäß.

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Die Hochschulleitung wies laut »Welt« darauf hin, dass die Veranstaltung nicht offiziell von der Hertie School organisiert worden sei, sondern von einer studentischen Initiative. Roth sei daher nicht von der Institution selbst ausgeladen worden.

Gleichzeitig bedauerte die Bildungsinstitution seinen Rückzug von dem Podium. Man stehe mit seinem Büro in Kontakt und wolle ihn gern zu einer künftigen offiziellen Veranstaltung auf dem Campus zum Thema Nahost einladen.

Unterstützung der BDS-Kampagne

Die Hertie School war zuletzt wegen interner Auseinandersetzungen über Israel in die Schlagzeilen geraten. Die gewählte Studentenvertretung hatte sich für einen Boykott Israels und zur Unterstützung der antisemitischen BDS-Kampagne ausgesprochen. Hochschulleitung und Hertie-Stiftung distanzierten sich davon deutlich.

Roth sagte, er wolle die ursprünglichen Organisatoren der Debatte ausdrücklich in Schutz nehmen. Sollte sich eine solche Entwicklung jedoch fortsetzen, nehme die deutsche Diskussionskultur schweren Schaden. im

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