TV-Duell in Thüringen

CDU weist Kritik an Termin zurück

In Thüringen wird am 1. September ein neuer Landtag gewählt Foto: Getty Images

Die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag hat die Kritik an dem Termin für ein geplantes Rededuell zwischen dem Fraktionsvorsitzenden Mario Voigt (CDU) und dem Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke (AfD) am 11. April zurückgewiesen.

Der 11. April als Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar sei genau der richtige Tag für dieses Duell, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Andreas Bühl, dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Montag in Erfurt. Der private Fernsehsender Welt-TV, in dem das Duell ausgestrahlt werden soll, teilte auf epd-Anfrage mit, dass sich Welt-TV als Debattenmedium verstehe.

Bühl sagte, dieses Datum mahne, wohin rechtsextremes Gedankengut führe. Die AfD wird vom Thüringer Verfassungsschutz beobachtet und als gesichert rechtsextrem eingestuft. Zuvor hatten unter anderem Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) und der Landesvorsitzende der Linkspartei, Christian Schaft, Voigt aufgefordert, das Duell abzusagen. Maier schrieb am Samstag auf dem Kurznachrichtendienst X, vormals Twitter, dass jahrzehntelang unter demokratischen Parteien klar gewesen sei, Nazis biete man keine Bühne.

Bühl sagte dem epd, es gehe um die Zukunft des Landes: »Deshalb wird die kleinkarierte parteitaktische Kritik von Rot-Rot-Grün der Wichtigkeit der gemeinsamen Aufgabe aller Demokratinnen und Demokraten nicht gerecht.« Es müsse das Ziel bleiben, Höcke zu schlagen. Er sei ein Risiko für Wohlstand und Demokratie. Dazu sei es notwendig, Höcke ins Licht zu ziehen und die AfD inhaltlich zu stellen. Jeder Sachdiskussion auszuweichen, habe erkennbar nicht funktioniert. Deshalb brauche es eine harte Debatte in der Sache, sagte Bühl.

Kritik an Duell wie Termin auch vom Internationalen Auschwitz Komitee

Eine Welt-Sprecherin teilte auf epd-Anfrage mit, dass es eine Grundaufgabe von Journalisten sei, Aussagen kritisch zu hinterfragen- unabhängig davon, ob sie den eigenen Werten entsprächen: »Welt-TV ist ein Nachrichtensender und versteht sich darüber hinaus auch als Debattenmedium. CDU und AfD sind laut aktuellen Umfragen die stärksten Parteien in Thüringen, deshalb haben wir die Spitzenkandidaten, Mario Voigt und Björn Höcke, zum TV-Duell eingeladen.« Aus Redaktionskreisen war darüber hinaus zu entnehmen, dass das Datum am 11. April nicht bewusst gewählt worden sei.

Kritik an dem Duell wie auch an dem Termin kam am Montag auch vom Internationalen Auschwitz Komitee. »Die Entscheidung des Thüringer CDU-Vorsitzenden, einer der bekanntesten Galionsfiguren rechtsextremer Hetze in Europa ausgerechnet an diesem Gedenktag einen weithin beachteten Auftritt zu ermöglichen, mutet Überlebenden des Holocaust politisch völlig instinktlos und makaber an«, sagte der Geschäftsführende Vizepräsident Christoph Heubner.

Man empfinde dies »als Beschädigung der von allen demokratischen Parteien geförderten und geforderten Erinnerungskultur in Deutschland und auch als Beschädigung des Vertrauens, das zwischen Überlebenden der deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager und Thüringen und Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten entstanden ist«, so Heubner.

Das Rededuell ist als Fernsehdebatte angelegt. Sie wird vom privaten Fernsehsender Welt-TV übertragen. In Thüringen wird am 1. September ein neuer Landtag gewählt. Hochrechnungen zufolge liegt die AfD bei den Wahlen weit vorne. epd

Jan-Philipp Hein

Flugabwehr bei VW? Aber ja!

Volkswagen, Rafael und die deutsch-israelische Rüstungskooperation

von Jan-Philipp Hein  18.10.2026

JU-Deutschlandtag

Söder fordert Brandmauer nach links

Der Begriff Brandmauer wurde in der Union bisher vor allem für die Abgrenzung nach rechts verwendet. CSU-Chef meint, sie sollte jetzt eher an anderer Stelle eingezogen werden

 18.10.2026

IWF-Tagung

KfW-Chef: »Demokratie ist ein harter Standortfaktor«

Auch aus der Finanzwelt kommen nach den Wahlerfolgen der AfD für Deutschland ungewohnte Fragen: Ist der Standort noch so verlässlich wie bekannt? Für Investitionsentscheidungen kann das wichtig sein

 18.10.2026

Iran-Krieg

Irans Parlament stimmt für neuen Verteidigungsminister

Das Verteidigungsministerium im Iran wurde mehr als ein halbes Jahr kommissarisch geleitet. Nun übernimmt ein erfahrener Funktionär aus der Rüstungsbranche das Amt

 18.10.2026

Leitantrag für Parteitag

CSU-Parteitag: Klare Kante gegen AfD und Linkspartei

Kommende Woche steht bei der CSU ein großer Parteitag an. Als Gast wird Kanzler Merz erwartet. Inhaltlich setzt die Partei auf neue Geschlossenheit durch die Benennung klarer Feindbilder

 18.10.2026

Offenburg

Özdemir zu Berliner Linken: Mit so jemandem nicht koalieren

Cem Özdemir lehnt eine Zusammenarbeit der Grünen mit der Linken in Berlin ab. Zwar verweist er auf gute Erfahrungen mit der Partei in anderen Ländern, in Berlin sieht er die Lage anders

 18.10.2026

Regierungsbildung

Rot-Grün-Rot in Berlin rückt näher - Kritik der CDU

Linke, Grüne und SPD wollen in Berlin Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Die Sondierungsgespräche waren von Antisemitismus-Vorwürfen gegen die Linke überschattet. Kritik kommt nun von der CDU

 18.10.2026

Auftritt vor Parteinachwuchs

NRW-Minister: Linke muss »Judenhasser und Clan-Freunde« ausschließen

Nach einer Warnung des Kanzlers von Friedrich Merz vor einer Zusammenarbeit mit der Linken in Berlin legt NRW-Minister Nathanael Liminski nach. Er wählt drastische Worte

 18.10.2026

Kommentar

Ein Tag der Schande

Die Linkspartei, SPD und Grüne haben ihre Sondierungen beendet. Nun wollen sie in Berlin eine Regierung bilden

von Philipp Peyman Engel  17.10.2026