Gedenkstunde

Bundestagspräsidentin fordert mehr Schutz jüdischen Lebens

Bundestag President Julia Kloeckner während der Holocaust-Gedenkstunde des Bundestages Foto: picture alliance / REUTERS

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat einen besseren Schutz jüdischen Lebens in Deutschland gefordert. Jede Form der Ausgrenzung jüdischen Lebens widerspreche dem Wesen Deutschlands. »Wer in diesem Land von Staatsräson redet, der muss sie bereits an diesem Punkt beginnen lassen. Sie wird nicht nur außerhalb unserer Grenzen verteidigt«, sagte Klöckner am Mittwoch in der Holocaust-Gedenkstunde des Bundestages.

Unter Applaus aus dem Plenum sagte Klöckner: »Unsere Staatsräson beginnt auf der Berliner Sonnenallee, vor der Hauptsynagoge in München, auf den Schulhöfen, in den Hörsälen, bei X und bei Tiktok.« Sie zeige sich im Schutz jüdischen Lebens hierzulande, in Empathie und in konsequentem Vorgehen der Justiz gegen antisemitische Straftaten. Für Jüdinnen und Juden sei es auch in Deutschland gefährlicher geworden.

»Es ist auch Deine Geschichte«

»Wer in Deutschland lebt, lebt von der Freiheit und dem Schutz, den das Grundgesetz bietet. Wer den deutschen Pass besitzt - ob von Geburt an oder durch Einbürgerung - hat den Rahmen dieser Ordnung zu respektieren. Er ist kein Vorschlag zur Güte. Er ist kategorischer Imperativ«, sagte Klöckner.

Mit Blick auf Menschen, die keine Wurzeln in Deutschland haben, sagte Klöckner: »Wenn es Dein Land sein soll, ist es auch Deine Geschichte.« Man müsse sich mit der Zukunft des Gedenkens auseinandersetzen, in einer Welt ohne Zeitzeugen. »Wir müssen neue Wege finden, die Erinnerung lebendig zu halten.«

Washington D.C./Teheran

Trump kündigt Iran-Gespräche an – Eigene Regierungsbeamte und Teheran widersprechen Darstellung

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums sagt, derzeit gebe es keinerlei direkte Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten. Der US-Präsident wirft den Iranern eine »Doppelzüngigkeit« vor

 04.08.2026

Spanische Nordafrika-Exklave

Wie kam es zur Ceuta-Krise?

Die Ereignisse in Ceuta werfen viele Fragen auf: Duldeten marokkanische Sicherheitskräfte den Ansturm? Welche Motive könnte es gegeben haben? Und wer profitierte von den chaotischen Szenen?

 03.08.2026

Schifffahrt

Iran und Oman planen Rundkurs in Straße von Hormus

Als Folge des Konflikts mit den USA verhandelt Teheran mit Maskat über neue Fahrrinnen im Nadelöhr des internationalen Gas- und Ölhandels. Im Gespräch ist ein neues Routenmodell

 03.08.2026

Montréal

Verdacht auf Brandanschlag: Koscheres Restaurant zerstört

Die Behörden untersuchen den Vorfall als möglichen Brandanschlag. War auch diese Tat antisemitisch motiviert?

 03.08.2026

Studie

Spaniens Migrationskrise wird online mit antisemitischen Verschwörungsmythen verknüpft

Innerhalb von zwei Tagen erreichten Beiträge, die Israel für den Flüchtlingssturm auf Ceuta verantwortlich machen, beinahe 60 Millionen Nutzer

 03.08.2026

Nahost

Trump kündigt neue Gespräche mit Iran an – Verhandlungen sollen heute beginnen

»Eine Vereinbarung steht unmittelbar bevor«, erklärt der amerikanische Präsident. Israel, das an dem zunächst geplanten Angriff auf den Iran mitwirken sollte, erfuhr von dessen Absage in sozialen Medien

 03.08.2026

Interview

»Putin ist in der Sackgasse«

Lettlands Ex-Präsident Egils Levits über Russlands Krieg, einen EU-Beitritt der Ukraine und die Debatte über die Religionsfreiheit

von Michael Thaidigsmann  02.08.2026

New York/Madrid

»Warum unterhält Spanien noch immer koloniale Enklaven in Afrika?«

Israels UNO-Botschafter Danny Danon: »Vielleicht sollte Spanien, bevor es uns weiter belehrt, der Welt etwas erklären«

 02.08.2026

Kommentar

Sánchez’ alter, antisemitischer Trick

Wer trägt die Verantwortung für die jüngste Katastrophe in Ceuta? Ausnahmsweise wohl nicht »die Zionisten«

von Rafael Seligmann  02.08.2026