Potsdam

Brandenburg will Antisemitismus-Beauftragten in Staatskanzlei

Die Staatskanzlei in Potsdam Foto: picture alliance / dpa

In Brandenburgs Staatskanzlei soll es künftig einen Antisemitismus-Beauftragten geben. Das geht aus einer Kabinettsvorlage hervor, die dieser Zeitung schriftlich vorliegt.

Damit will die Landesregierung einen Beschluss des Landtags aus dem Juni 2022 umsetzen: Das Landesparlament hatte damals die Schaffung eines entsprechenden Beauftragten beschlossen und zugleich den Kampf gegen Antisemitismus als Staatsziel in der Landesverfassung verankert.

Der geplante Beauftragte soll dem Landtag künftig alle zwei Jahre einen Bericht zum jüdischen Leben und zum Kampf gegen Antisemitismus im Land vorlegen und ein entsprechendes Handlungskonzept erarbeiten. Zudem soll er etwa an der Förderung freier Träger beteiligt sein, die sich diesem Thema widmen, und das Land auf Bundesebene in entsprechenden Gremien vertreten.

Der amtierende Vorsitzende des Kulturausschusses im Potsdamer Landtag, Erik Stohn (SPD), mahnte am Sonntag eine adäquate Personalausstattung des Beauftragten an. »Das Thema Antisemitismus-Beauftragter darf in Brandenburg kein Feigenblatt sein«, sagte Stohn. Nötig sei ein personeller Unterbau, um Veranstaltungen, Schulungen und Kampagnen organisieren zu können.

Ähnlich äußerte sich Grünen-Fraktionschefin Petra Budke. Man sei einen »wichtigen Schritt weitergekommen« ‚müsse aber »auf die Ausgestaltung und die Besetzung der Position achten.«

Eine Anbindung des Beauftragten beim Landtag fordert dagegen der Linken-Abgeordnete Andreas Büttner. Wäre der Beauftragte, wie geplant, in der Staatskanzlei angesiedelt, würde ein permanenter Ressourcenkampf drohen. Zudem müsse er auch in den Regionen vor Ort aktiv sein. kna/ja

Elif Eralp

Meinung

Sprengsatz im Berliner Kessel

Was brodelt in der Berliner Linken – und warum wollen SPD und Grüne mit ihr regieren?

von Peter Hesse  19.10.2026

Israel

Benny Gantz steigt aus dem Wahlkampf aus

Benny Gantz’ Bündnis Blau-Weiß drohte, an der Hürde für den Parlamentseinzug zu scheitern. Nun will der Oppositionspolitiker Berichten zufolge nicht mehr antreten.

 19.10.2026

Dave Rich

»Jüdische Studierende schweigen oft«

Der Antisemitismus-Experte über zunehmenden Judenhass an Universitäten, mangelnde Sicherheit im Alltag und die extreme Rechte in Großbritannien

von Nicole Dreyfus  19.10.2026

Diether Dehm

Nach Auftritt mit Höcke

Strafbefehl gegen Diether Dehm wegen SA-Parole

Björn Höcke wurde wegen der Verwendung der Parole »Alles für Deutschland« bereits rechtskräftig verurteilt. In einem Interview mit dem AfD-Mann wiederholte der frühere Linken-Politiker Diether Dehm diese Worte und soll dafür nun 9000 Euro zahlen

 19.10.2026

Frankreich

Dobrindt warnt vor Bündnis aus Linksextremisten und radikalen Migrantenmilieus

Der Bundesinnenminister sieht in den gewaltsamen Ausschreitungen in Frankreich eine Gefahr, die auch Deutschland betreffen könnte

 19.10.2026

Anschlagsvorbereitungen

Auswärtiges Amt bestellt iranischen Botschafter ein

Zwei Männer haben im Auftrag Teherans jüdische und israelische Ziele in Deutschland für Anschläge ausgespäht. Nach ihrer Verurteilung in Hamburg vor wenigen Tagen reagiert das Außenministerium in Berlin

 19.10.2026

Nachruf

Hermann »Mano« Höllenreiner ist tot

Mit neun Jahren wird er nach Auschwitz deportiert. Später wird er unermüdlicher Mahner gegen das Vergessen

 19.10.2026

London

Israel-Unterstützerin gerät wegen ihres Engagements ins Visier der Polizei

Holly Passmore wurde nach einem Aufenthalt in Israel von zwei Polizisten befragt

 19.10.2026

Berlin

Zwei Parteien in Berlin entscheiden über Koalitionsgespräche

Nach teils zähen Sondierungen entscheiden Grüne und SPD in Berlin über Koalitionsgespräche mit der Linken. Aber aus den Reihen der Sozialdemokraten gibt es Zweifel und Kritik, auch aufgrund der Antisemitismus-Skandale bei der Linkspartei

 19.10.2026