Meinung

Bitte übertreten!

Es betrifft Hunderte, ja vielleicht Tausende: Menschen in Deutschland, die einen jüdischen Vater, aber keine jüdische Mutter haben. Sie kamen als Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion und erfuhren erst hier, dass sie gemäß der Halacha gar keine Juden sind und deshalb nicht Mitglied einer Gemeinde werden können. Für junge Erwachsene unter ihnen, die übertreten wollen, hat die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland nun ein Programm ins Leben gerufen. Doch wie alles Neue ruft auch dieses Unternehmen sofort Kritiker auf den Plan. Man würde erwarten, dass darüber geschimpft wird, dass das Projekt erst jetzt, 20 Jahre nach Beginn der Zuwanderung, zustande kommt. Aber nein, noch bevor das Programm überhaupt begonnen hat, behaupten böse Zungen, es sei ein »Giur light«. Mancher Neider, der in den vergangenen Jahren konvertiert ist, gönnt den jungen Menschen offenbar die Neuerung nicht. Dabei werden die Kriterien für den Übertritt haargenau dieselben sein wie bisher. Nur wird es künftig mehr Hilfe geben. Also: Schluss jetzt mit der Häme vom Discount-Giur! Viele Konvertiten haben es schwer genug, da sollten sie es sich untereinander nicht noch schwerer machen.

kuehn@mosse.de

Auszeichnung

Ehrenamtspreis für jüdisches Leben geht nach Köln und Berlin

Bereits zum vierten Mal wird der Ehrenamtspreis für jüdisches Leben verliehen. In diesem Jahr werden Projekte geehrt, die vor allem auf einen niederschwelligen Zugang setzen

von Birgit Wilke  14.07.2026

Medien

Wechsel im ARD-Studio Tel Aviv: Sophie von der Tann wird abgelöst

Während der BR seine Korrespondentin in höchsten Tönen lobt, wurde extern immer wieder heftige Kritik geübt. Von der Tanns Nachfolgerin in Israel ist Pia-Marie Steckelbach

 14.07.2026

Kommentar

Wenn Studenten wieder anfangen, Juden auszugrenzen

Es sind Beschlüsse wie der Boykott-Beschluss des Studierendenparlaments der Humboldt-Uni, bei denen man sich unwillkürlich fragt, ob die zukünftige sogenannte deutsche Bildungselite noch zu retten ist

von Leeor Engländer  14.07.2026

München

Bayerns 180-Grad-Restitutionswende

Der Freistaat hat sich entschieden, eine Bronze von Picasso zurückzugeben und dabei gleich seinen Umgang mit NS-Raubkunst zu reformieren

von Michael Thaidigsmann  14.07.2026

Faktencheck

Henry Kissinger wollte die »weiße Rasse« nicht beseitigen

Dem früheren US-Außenminister Henry Kissinger werden immer wieder völlig frei erfundene Zitate zugeschrieben. Etwa, dass er die »weiße Rasse« durch multikulturelle Gesellschaften habe ersetzen wollen

 14.07.2026

Washington D.C.

Trump droht mit Angriff: Was über »Pickaxe Mountain« bekannt ist

Den Berg, der eine Atomanlage beherbergt, bezeichnet der US-Präsident als mögliches Ziel für einen »großen, fetten« Angriff

 14.07.2026

Osnabrück/Doha

Iron-Dome-Deal zwischen Israel und VW droht an Katar-Veto zu scheitern

Ein Verteidigungsdeal mit Israel und Hunderte Arbeitsplätze am VW-Standort Osnabrück sind in Gefahr, da der katarische Staatsfonds blockiert

 14.07.2026

Washington D.C.

USA-Iran-Rahmenabkommen: Was hat Trump überhaupt erreicht?

Groß war der Jubel des US-Präsidenten, als er mit der Führung im Iran ein vages Rahmenabkommen erzielte. Knapp einen Monat später stellt sich jedoch die Frage: Was ist davon noch übrig?

von Franziska Spiecker, Khang Mischke  14.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  14.07.2026 Aktualisiert