Meinung

Bitte übertreten!

Es betrifft Hunderte, ja vielleicht Tausende: Menschen in Deutschland, die einen jüdischen Vater, aber keine jüdische Mutter haben. Sie kamen als Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion und erfuhren erst hier, dass sie gemäß der Halacha gar keine Juden sind und deshalb nicht Mitglied einer Gemeinde werden können. Für junge Erwachsene unter ihnen, die übertreten wollen, hat die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland nun ein Programm ins Leben gerufen. Doch wie alles Neue ruft auch dieses Unternehmen sofort Kritiker auf den Plan. Man würde erwarten, dass darüber geschimpft wird, dass das Projekt erst jetzt, 20 Jahre nach Beginn der Zuwanderung, zustande kommt. Aber nein, noch bevor das Programm überhaupt begonnen hat, behaupten böse Zungen, es sei ein »Giur light«. Mancher Neider, der in den vergangenen Jahren konvertiert ist, gönnt den jungen Menschen offenbar die Neuerung nicht. Dabei werden die Kriterien für den Übertritt haargenau dieselben sein wie bisher. Nur wird es künftig mehr Hilfe geben. Also: Schluss jetzt mit der Häme vom Discount-Giur! Viele Konvertiten haben es schwer genug, da sollten sie es sich untereinander nicht noch schwerer machen.

kuehn@mosse.de

Berlin

Volker Beck zur Wahl: Regierungswechsel wäre gut für Israel

Der Urnengang entscheidet über die politische Zukunft von Benjamin Netanjahu. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft argumentiert, der Regierungschef habe viel Vertrauen verspielt

 27.10.2026

Beate Zschäpe im Jahr 2021 in ihrem Prozess

Rechtsextremismus

Gericht: NSU-Terroristin Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben

Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht sagt Nein. Doch die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig

von Christoph Trost  27.10.2026

San Francisco/New York

KI mit Elvis-Songs gefüttert: Millionenklage gegen Anthropic

»Return To Sender« und diverse weitere Lieder des King of Rock’n’ Roll sollen ohne Zustimmung ins KI-Training geflossen sein

 27.10.2026

Berlin

Medienberichte über Israel auf dem Prüfstand

Wie weit klaffen Berichterstattung und Realität auseinander? Darüber ist am Freitag ist ein ganztägiger »Fachaustausch« an der Technischen Universität geplant

 27.10.2026

Ron Prosor

Interview

Ron Prosor: »Der linke Antisemitismus ist der gefährlichste«

Israels Botschafter in Deutschland über Brandmauern gegen Antisemitismus, die Regierungsbildung in Berlin und die Wahlen in Israel

von Bernward Loheide  27.10.2026

Teheran

Irans Generation Z kämpft um ihre Zukunft

Sie sind 17, sprechen über Krieg und denken ans Auswandern. Darja und Negin gehören zu einer Generation, die den Iran verändert, aber an der eigenen Zukunft dort zweifelt

von Arne Bänsch  27.10.2026

Dementi

Trump bestreitet Gespräche über weitere Wahlempfehlung für Netanjahu

Hat Israels Ministerpräsident den amerikanischen Präsidenten um mehr Unterstützung im Wahlkampf gebeten oder nicht?

 27.10.2026

Berlin

Berliner Linke berät zum wiederholten Mal über umstrittene Abgeordnete

Vanessa Emde steht wegen Äußerungen zu Israel und zum Nahost-Konflikt massiv in der Kritik

 27.10.2026

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt heute über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  27.10.2026 Aktualisiert