Meinung

Bitte übertreten!

Es betrifft Hunderte, ja vielleicht Tausende: Menschen in Deutschland, die einen jüdischen Vater, aber keine jüdische Mutter haben. Sie kamen als Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion und erfuhren erst hier, dass sie gemäß der Halacha gar keine Juden sind und deshalb nicht Mitglied einer Gemeinde werden können. Für junge Erwachsene unter ihnen, die übertreten wollen, hat die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland nun ein Programm ins Leben gerufen. Doch wie alles Neue ruft auch dieses Unternehmen sofort Kritiker auf den Plan. Man würde erwarten, dass darüber geschimpft wird, dass das Projekt erst jetzt, 20 Jahre nach Beginn der Zuwanderung, zustande kommt. Aber nein, noch bevor das Programm überhaupt begonnen hat, behaupten böse Zungen, es sei ein »Giur light«. Mancher Neider, der in den vergangenen Jahren konvertiert ist, gönnt den jungen Menschen offenbar die Neuerung nicht. Dabei werden die Kriterien für den Übertritt haargenau dieselben sein wie bisher. Nur wird es künftig mehr Hilfe geben. Also: Schluss jetzt mit der Häme vom Discount-Giur! Viele Konvertiten haben es schwer genug, da sollten sie es sich untereinander nicht noch schwerer machen.

kuehn@mosse.de

Berlin

Remmo: Koçak hat bei mir im Büro gesessen

Wie eng war der Kontakt des Linken-Bundestagsabgeordneten Koçak zur Großfamilie Remmo? Nach der Berliner Wahl kamen Chatnachrichten ans Licht, die er als Fehler bezeichnete. Gab es auch ein Treffen?

 16.10.2026

Berliner Sondierungen

Özdemir: Berliner Linke hat sich »radikalisiert«

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir schaut mit Sorge auf die politischen Geschehnisse in der Bundeshauptstadt. Seiner Ansicht nach hat sich die Berliner Linke radikalisiert

 16.10.2026

Kommentar

Deutsche Iran-Politik: Urkomische Dinge und pure Realitätsverweigerung

Der neue Botschafter der Bundesrepublik in Teheran, Axel Dittmann, produziert mit seinen Instagram-Videos unfreiwillig Realsatire

von Saba Farzan  16.10.2026

Meinung

Keine Wahlen in Palästina: Armutszeugnis für den Westen

Mahmud Abbas hat die Wahlen in den Palästinensergebieten erneut um ein Jahr verschoben und bricht damit seine Zusagen. Wann zieht man in Europa endlich Konsequenzen?

von Jacques Abramowicz  16.10.2026

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD)

Rede des Bundesratspräsidenten

Bovenschulte zu AfD-Verbot: »Prüfen heißt nicht verbieten«

Seine letzte Rede als Bundesratspräsident nutzt Andreas Bovenschulte für einen Appell. Es geht darum, wie weit die Demokratie im Umgang mit der AfD gehen sollte – und warum kein Fehler passieren darf

 16.10.2026

München

Oberrabbiner Goldschmidt: »Wir können nicht immer wegrennen«

Jüdisches Leben in Europa hat eine Zukunft, aber nicht von allein. Dafür braucht es nach den Worten des Oberrabbiners Pinchas Goldschmidt Partner in den Regierungen und in der Zivilgesellschaft

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Steffen Alisch

Meinung

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von Steffen Alisch  16.10.2026

Staatsanwaltschaft

Der Bundestag hebt die Immunität von SPD-Abgeordnetem Adis Ahmetovic auf

Ermittler durchsuchen sein Büro und Wohnungen wegen des Verdachts verbotener Absprachen

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Annäherung

Warum die FPÖ auf ein Gütesiegel aus Israel hofft - Österreichs Rechte knüpfen Verbindungen zum Likud

Noch stehen in Österreich keine Wahlen an. Dennoch will die rechte FPÖ ihr aktuelles Umfrage-Hoch mit einer Strategie untermauern, die verwundert: Die einstige Altnazi-Partei sucht Unterstützung aus Israel

von Markus Schönherr  16.10.2026