Rechtsextremismus

Bessere Ausstiegsmöglichkeiten für Nazis gefordert

Kreativwerkstatt im Umgang mit Neonazis: das Aussteigerprogramm Exit Foto: exit-deutschland

Ausstiegswillige Neonazis brauchen Experten zufolge bessere Ausstiegshilfen. Bundesweit fehle es an einer »Kultur der Unterstützung« und vertrauenswürdigen Anlaufstellen für Rechtsextremisten, die die Szene verlassen wollen, sagte der Dortmunder Politikwissenschaftler Dierk Borstel am Dienstag in Berlin.

Gerade für Aussteiger aus der militanten Szene sei der Schutz vor Vergeltungstaten wichtig, betonte der Gründer des bundesweiten Aussteigerprogramms Exit, Bernd Wagner. Deshalb müsse die Gefahrenabwehr gesetzlich neu geregelt werden, damit die Polizei nicht erst im konkreten Gefahrenfall einschreiten kann. Maßnahmen im Rahmen des Zeugenschutzes seien dafür nicht ausreichend, betonte Wagner.

Optionen Die Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, Anetta Kahane, sagte, Aussteigern aus der rechten Szene müssten Optionen angeboten werden, um wieder Teil der demokratischen Gesellschaft zu werden. Sie benannte das Aussteigerprogramm Exit als Kreativwerkstatt schlechthin, wenn es um den Umgang mit Neonazis ginge. Mithilfe von Exit haben nach Angaben Wagners in den vergangenen 14 Jahren rund 500 Neonazis die Szene verlassen.

Die Nazi-Aussteigerin und mehrfache Mutter Tanja Privenau sprach sich für mehr nicht-staatliche Aussteigerprogramme aus. Es seien Vollprofis vonnöten, sagte Privenau mit Blick auf ihren eigenen, durch staatliche Stellen »ziemlich missglückten« Ausstieg im Jahr 2005.

Klagen Unter anderem musste sie mehrere Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit Klagen ihres Ex-Mannes Markus Privenau bewältigen, der als weiterhin aktiver Rechtsextremist das Umgangsrecht für seine drei Kinder erstreiten wollte.

Erst eine einstweilige Anordnung durch das Bundesverfassungsgericht, das von einer strukturellen Gefahr für Frau Privenau und ihre Kinder ausging, veranlasste das Oberlandesgericht Dresden, ein Umgangsrecht für den Vater zu verweigern, hieß es. Tanja Privenau wird seit Jahren vom Linken-Politiker Gregor Gysi beraten. epd

Armin Laschet im Deutschlandfunk

»Jetzt kommt wieder Ihre Israelphobie«

Im Interview wies der CDU-Politiker mit harschen Worten DLF-Moderator Thielko Grieß zurecht, welcher zuvor Israel scharf kritisiert hatte

von Michael Thaidigsmann  10.04.2026

Washington

Warum jetzt? Melania Trumps rätselhafter Epstein-Auftritt

Melania Trump tritt kaum allein vor die Presse. Doch jetzt spricht sie über ein Thema, das ihr Ehemann so gern umschiffen wollte: den Epstein-Skandal

 10.04.2026

Beirut

Hisbollah-Chef: Machen weiter »bis zum letzten Atemzug«

Während die libanesische Regierung an Verhandlungen mit Israel arbeitet, zeigt sich die Hisbollah unbeeindruckt: Es sei nicht die Zeit, um Zugeständnisse zu machen, betont ihr Anführer

 10.04.2026

Berlin

Urteil zu Angriff auf Lahav Shapira erwartet

Nach einem antisemitischen Angriff auf einen jüdischen Studenten in Berlin ist der Fall neu vor Gericht verhandelt worden. Im Mittelpunkt des Berufungsverfahrens steht die Höhe der Strafe. Ein Urteil wird am Montag erwartet

 10.04.2026

Kiew

Selenskyj: Haben Drohnen über Golfstaaten zerstört

Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs hat die Ukraine Drohnenexperten in die Region geschickt. Dort hat Kiew laut Präsident Selenskyj seine Erfahrung in der Abwehr iranischer Drohnen demonstriert

 10.04.2026

Video

Aufruf zur Solidarität nach Angriff auf Restaurant

Nach dem Anschlag auf das israelische Restaurant »Eclipse« ist ein Mitglied der jüdischen Gemeinde Münchens vor Ort und appelliert an die Gesellschaft

von Jan Feldmann  10.04.2026

Halle

Fall Liebich: Tschechische Polizei will Auslieferungsantrag

In Deutschland und später auch europaweit war seit August 2025 nach der verurteilten Rechtsextremistin gesucht worden. Nun wurde sie in Tschechien gefasst. Wie es jetzt weitergehen soll

 10.04.2026

Weimer

Gericht untersagt Demo vor Buchenwald-Gedenkstätte

Die Initiative »Kufiyas in Buchenwald« darf nicht vor der Gedenkstätte protestieren. Was das Verwaltungsgericht Weimar zur Verknüpfung von Holocaustgedenken und aktuellen Konflikten sagt

 10.04.2026

Iran-Krieg

Hält die Waffenruhe?

In Pakistan wollen die USA und der Iran ab heute über eine dauerhafte Friedenslösung beraten. Doch vorab gibt es bereits Streit über wichtige Punkte

 10.04.2026 Aktualisiert