Einspruch

Befreiung für Nahost

Sabine Brandes Foto: Marco Limberg

Es ist Pessach. Juden in Israel und der ganzen Welt brechen die Mazzen und versammeln sich um den Sedertisch. Bitterer Meerrettich symbolisiert die harte Zeit in Ägypten, man taucht Kräuter in Salzwasser, das für die Tränen der Sklaven steht.

Genauso könnte es heute für die Trauer der Terroropfer und ihrer Hinterbliebenen stehen. Oder für die Angst der Menschen im Süden Israels, die mit grässlicher Regelmäßigkeit vor Raketen fliehen müssen.

An Pessach geht es auch um den Exodus und den Weg in die Freiheit. Doch Israelis sind nicht frei. Sie liegen in Ketten des ewigen Krieges, sind Sklaven des Konflikts. Die Palästinenser sind nicht minder gefangen. Nicht zuletzt in ihrem Irrglauben, sie hätten ehrliche Verbündete, während sie lediglich als politischer Spielball der arabischen Mächte für deren Interessen benutzt werden. Beiden würde nur ein Frieden wirklich Freiheit bringen.

verhandlungen Doch dass der zum Greifen nah ist, glaubt niemand mehr. Dass die Verhandlungen zwischen den Israelis und Palästinensern in einer ernsthaften Krise stecken, ist nicht erst seit John Kerrys offener Rede deutlich. Von Anfang an war klar, dass weder die eine noch die andere Seite hoffnungsvoll in die Gespräche ging. Die Fronten waren hart wie Stein, lange bevor Jerusalem sich weigerte, die nächsten Gefangenen freizulassen, und auch bevor Ramallah sich um die Aufnahme in internationale Gremien bewarb.

Und jetzt schiebt wieder einmal jeder dem anderen die Schuld in die Schuhe, sind beide verhaftet in ihrer Sturheit. Doch man macht keinen Frieden mit Freunden. Man macht ihn mit Feinden.

Juden sind verpflichtet, sich am Pessachtisch zurückzulehnen und aus der Haggada zu lesen. Sie sollen sich dadurch an die Be-
freiung erinnern und so gewappnet sein, nie wieder Sklaven zu werden. Jetzt ist eine gute Zeit dafür.

Es liegt auch ein Ei auf dem Sederteller in der Mitte des Tisches. Als Zeichen für einen Neubeginn. Und wer die Haggada kennt, der weiß: Pessach ist auch die Zeit der großen Wunder.

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 10.09.2026

Sachsen-Anhalt-Wahl

Nach AfD-Sieg: Cem Özdemir rief jüdische Gemeinden an

Der Ministerpräsident versicherte, dass sie in Baden-Württemberg nicht auf gepackten Koffern sitzen müssten

 10.09.2026

Bayern

Jugendlicher bestreitet Anschlagspläne auf Synagoge

Ein 16-Jähriger steht in Augsburg wegen Planung eines Anschlags vor Gericht. Ihm werden schwere Straftaten vorgeworfen. Das Verfahren läuft unter Ausschluss der Öffentlichkeit

 10.09.2026

Rosch Haschana

Neujahrswünsche von Friedrich Merz und Johann Wadephul

Zum jüdischen Neujahrsfest schicken der Bundeskanzler und der Bundesaußenminister Grußbotschaften an die jüdischen Gemeinden

 10.09.2026

Krieg

Iran bereit für »Blitzoffensive«

Die iranische Militärführung betont ihre Bereitschaft zu schnellen Einsätzen im ganzen Land. Was Kommandeur Hassansadeh über Motivation und Strategie sagt

 10.09.2026

Erinnerung

Gedenkstätten-Leiterin wünscht sich stärkere Wirkung in Gesellschaft

Die Angebote von Gedenkstätten müssen nach Ansicht der niedersächsischen Stiftungsgeschäftsführerin Elke Gryglewski verständlicher werden. Sie fordert neue Zugänge zum Blick auf die NS-Zeit für breite Bevölkerungsschichten

von Charlotte Morgenthal  10.09.2026

Mecklenburg-Vorpommern

SPD nähert sich in Umfragen der AfD

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig präsentiert sich im Landtagswahlkampf als »die Frau gegen Blau«. In den Umfragen legt sie zu

 10.09.2026

Aufruf

Jüdische und christliche Jugendorganisationen warnen vor der AfD

Nach den Wahlen ist vor den Wahlen: Auf den AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt könnte bald ein zweiter in Mecklenburg-Vorpommern folgen. Die Sorge darüber vereint junge Menschen christlicher und jüdischer Herkunft

 10.09.2026

Sachsen-Anhalt

Charlotte Knobloch: »Die AfD ist rechtsextrem«

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern äußert sich »bis ins Tiefste entsetzt« über den AfD-Wahlerfolg und plädiert erneut für ein Verbotsverfahren gegen die Partei

 10.09.2026