Jüdischer Weltkongress

BDS-Kampagne »eindeutig antisemitisch«

Maram Stern (links, hier 2007 mit dem Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses Ronald Lauder) Foto: imago

Maram Stern, Geschäftsführer des Jüdischen Weltkongresses (WJC), hat die BDS-Kampagne als »eindeutig antisemitisch« bezeichnet. Ihr gehe es nicht um die Äußerung von legitimer Kritik an der Politik der Regierung des Staates Israel, sondern um die Bekämpfung der Existenz des Staates Israel, sagte Stern der Fachzeitschrift »Herder Korrespondenz« (März-Ausgabe):

MOTIVATION »Natürlich darf man mit der Politik der israelischen Regierung nicht einverstanden sein. Aber die Kritik am Staat Israel von dieser Seite ist so maßlos, dass ich sie mir nicht anders als durch eine antisemitische Motivation erklären kann.«

BDS bedeutet »Boycott, Divestment and Sanctions«, auf Deutsch: Boykott, Desinvestitionen (Kapitalentzug) und Sanktionen. Die 2005 von palästinensischen Organisationen gestartete BDS-Bewegung wirft Israel vor, Palästinenser zu diskriminieren. Daher ruft die Kampagne dazu auf, den Staat Israel wirtschaftlich, kulturell, wissenschaftlich und politisch zu isolieren und zu boykottieren. Vom Deutschen Bundestag wurde die BDS 2019 in ihren Motiven, Handlungen und Zielen als antisemitisch verurteilt.

»Für mich ist BDS eindeutig antisemitisch. Es kann sich nur um Judenfeindlichkeit handeln, die sich hinter sogenannter Israel-Kritik versteckt. Wer dem Staat Israel sein Existenzrecht abspricht, der hat die Grenze zwischen legitimer Kritik und Antisemitismus überschritten«, so Stern. Israel sei die größte Demokratie in der Region und für Juden handele es sich um so etwas wie eine »Lebensversicherung«, so der 1955 in Berlin geborene Stern, dessen Eltern den Holocaust überlebten. Seit Jahrzehnten lebt und arbeitet er in Brüssel.

GEDENKJAHR Zum im laufenden Jahr gefeierten Gedenken an 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland sagte Stern: »Es bedeutet ganz einfach, dass die Juden seit mindestens 17 Jahrhunderten ein Teil der deutschen Gesellschaft sind. Dass sie genau wie alle anderen Deutschen ein Recht haben, sich auszudrücken und zu leben, wie jeder andere auch.«

Die Zahl 1700 Jahre zeige, dass »Juden schon so lange in Deutschland leben und nicht eingewandert sind und wieder ’nach Hause‘ gehen können.« Juden seien genauso Bürger Deutschlands wie andere. Stern sagte: »Erst wenn dies jedem Einzelnen klar wird, wird Normalität einkehren können.« epd

The OpenAI logo is displayed on a mobile phone screen in this photo illustration, as artificial intelligence tools continue to expand across consumer and business applications in Brussels, Belgium, on February 28, 2026. (Photo by Jonathan Raa/NurPhoto)

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