Untersuchung

BBC verletzte Sorgfaltspflicht mit Gaza-Doku

Foto: picture alliance / empics

Eine inzwischen aus der BBC-Mediathek entfernte Doku über den Gaza-Krieg hat gegen die Standards der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt verstoßen. Das ist das Ergebnis einer internen Untersuchung, wie die BBC mitteilte.

Der im Februar erstmals ausgestrahlte Film war in Kritik geraten, weil sich herausstellte, dass der jugendliche Erzähler der Sohn eines Hamas-Offiziellen ist. Dass dies nicht offengelegt worden sei, stellt laut Überprüfung einen Bruch gegen die journalistischen Richtlinien der BBC dar.

Nach Darstellung der BBC lagen bei dem Film mit dem Titel »Gaza: How To Survive A Warzone« (Deutsch: »Gaza: Wie man in einer Kriegszone überlebt«) keine weiteren Mängel vor. Die Doku begleitet vier junge Menschen im Gazastreifen bei ihrem täglichen Überlebenskampf.

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Schuld an dem Bruch der Richtlinien sei in erster Linie die Produktionsfirma, so der Bericht. Mehrere Mitarbeiter hätten über die Verbindung zur Hamas Bescheid gewusst, ohne ihre Auftraggeber darüber zu informieren. Doch auch die BBC habe ihre Sorgfaltspflicht vernachlässigt.

BBC-Generaldirektor Tim Davie kündigte Konsequenzen an. Man werde sofortige Schritte ergreifen, damit sich so etwas nicht wiederhole, sagte er. »Nichts ist wichtiger als Vertrauen und Transparenz in unserem Journalismus. Wir begrüßen die Maßnahmen, die die Geschäftsführung ergreift, um ein solches Versagen in Zukunft zu verhindern«, hieß es in einer Mitteilung des BBC-Vorstands.

Die Dokumentation war bereits im Februar aus der Mediathek entfernt worden, nachdem sich die BBC entschuldigt und »ernste Mängel« eingeräumt hatte.

Ministerin fordert Erklärung

Die für Medien zuständige Ministerin Lisa Nandy hatte sich empört gezeigt über den Vorfall und eine Erklärung gefordert, warum keine Verantwortlichen entlassen worden seien.

Die BBC muss sich oft von verschiedener Seite gegen Anschuldigen wehren, parteiisch zu sein. Im Hinblick auf den Krieg in Gaza und Israel machte jedoch kürzlich auch die Übertragung des Glastonbury-Festivals Schlagzeilen. Die BBC wurde heftig kritisiert, weil sie ihre Live-Übertragung nicht abbrach, als ein Künstler »Death to the IDF« (»Tod den israelischen Streitkräften«) skandierte. dpa

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