München/Weiden

Aufstachelung zum Judenhass: Anklage gegen Imam

Foto: picture alliance / dpa

Volksverhetzung lautet der Vorwurf gegen einen Imam im oberpfälzischen Weiden. Wie erst heute bekannt wurde, erhob die Generalstaatsanwaltschaft München bereits am 25. September Anklage gegen ihn.

Der 37-jährigen Vorbeter kommt ursprünglich aus Syrien. Einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft zufolge wird ihm konkret vorgeworfen, am 7. Oktober 2023, nach den Massakern des palästinensischen Terrors in Israel, 50 Gläubige zur Tötung von Juden aufgerufen zu haben.

Bei der Verlesung von Fürbitten habe er der Terrorgruppe Hamas den Sieg gewünscht und Gott gebeten, Juden zu töten. So habe er zu einem feindseligen Klima beigetragen, dass Angriffe gegen Juden begünstige.

Religionsfreiheit »nicht schrankenlos«

Laut Mitteilung wurde zunächst die Staatsanwaltschaft in Weiden tätig, nachdem diese von Sicherheitsbehörden, also mutmaßlich der Polizei oder dem Landesverfassungsschutz, über die Aussagen des Imams informiert worden war. Das Ermittlungsverfahren wurde aufgrund der Natur der Vorwürfe später von der Zentralen Antisemitismusbeauftragten der Bayerischen Justiz in München übernommen.

Wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte, soll nun das Amtsgericht Weiden über die Zulässigkeit der Anklage entscheiden. Das Recht auf Religionsfreiheit werde »nicht schrankenlos« gewährt. Vielmehr finde es seine Grenzen »im Lebensrecht anderer Menschen«, heißt es in der Mitteilung.

Bei einer Verurteilung drohen dem Verdächtigen bis zu fünf Jahre Haft.

Erwähnung im Verfassungsschutzbericht

Das Islamische Zentrum Weiden wurde bereits im bayerischen Verfassungsschutzbericht für 2023 erwähnt. »Der salafistische Moscheeverein bediente in mehreren Freitagsgebeten mit Blick auf die Eskalation antisemitische Feindbilder«, heißt es darin.

In »Bild« wurde eine Stellungnahme des Islamischen Zentrums wiedergegeben, in der es hieß, der Vorstand habe den Imamen die Anweisung erteilt, bei Freitagsgebeten keine antisemitischen Inhalte zu äußern. Die Anordnung wurde offenbar nicht gewissenhaft befolgt.

Prag

Tschechisches Außenministerium bestellt nach Drohungen iranischen Botschafter ein

Irans Militär nennt persischsprachige Exilmedien als mögliche Angriffsziele. Wie der EU- und Nato-Mitgliedstaat Tschechien auf die neue Bedrohungslage reagiert

 27.08.2026

Sachsen-Anhalt

Mehrere Siegmund-Vertraute haben Nazi-Vergangenheit und damit kein Problem

Nach Berichten von »Welt« und »Spiegel« waren mehrere enge Vertraute von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund in der 2009 verbotenen Neonazi-Organisation »Heimattreuer Deutsche Jugend« (HDJ) aktiv. Nach der Wahl könnten sie Minister werden

 27.08.2026

»Artgemeinschaft«

Durchsuchungen bei Unterstützern von rechtsextremem Verein

Bei den Razzien in fünf Bundesländern wurden auch Wohnungen von zwei AfD-Kandidaten zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt durchsucht

 27.08.2026

Schweiz

Gewalt-Demo gegen Israel in Basel verboten

Die Polizei hält die geplante Anti-Israel-Demo, bei der die Organisatoren »Tod dem Zionismus« wünschen, für nicht bewilligungsfähig

von Nicole Dreyfus  27.08.2026

Magdeburg

AfD legt weiter zu

In einer neuen Wahlumfrage von Infratest dimap steht die Rechtsaußenpartei in Sachsen-Anhalt bei 42 Prozent

 27.08.2026

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  27.08.2026

Nahost

Sechs Monate Iran-Krieg: Eskalation oder Frieden?

Bombardierungen, Sanktionen, Verhandlungen: Ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn zeichnet sich zwischen den USA und dem Iran kein Frieden ab. Wo der Konflikt heute steht - und wie es weitergehen könnte

von Arne Bänsch, Jan Christoph Freybott  27.08.2026

Gesetzesinitiative

Bundesregierung distanziert sich von Hessens Vorstoß, Israel-Leugnung unter Strafe zu stellen

Gut gemeint, aber nicht gut gemacht - so blickt die Bundesregierung auf einen Bundesratsvorschlag zur Strafbarkeit der Leugnung des Existenzrechts Israels. Aus Hessen kommt Widerspruch

 27.08.2026

Nahost

Weiterer Tanker in der Straße von Hormus angegriffen

Der Iran blockiert den Schiffsverkehr durch die für den globalen Ölhandel wichtige Meerenge immer noch weitestgehend. Erneut wird ein Tanker zum Ziel eines Angriffs

 27.08.2026