Berlin

Aufklärung an der Fassade

EIne von insgesamt 126 Meldungen über Antisemitismus an der Fassade des Berliner Friedrichstadt-Palastes Foto: Martin Krauss

Körperliche Attacken, Demütigungen und als Israelhass getarnter Antisemitismus: Es sind kurze, aufeinanderfolgende Meldungen, deren Inhalt schnell zu erfassen ist – auch wenn man am Montagabend mit gefüllten Einkaufstaschen bei Kälte und Dunkelheit in Berlins Mitte unterwegs war.

Denn auf die Außenfassade des Friedrichstadt-Palasts wurde eine Chronik antisemitischer Vorfälle projiziert. Die Aktion in der Friedrichstraße geht zurück auf die Amadeu Antonio Stiftung, die federführend bei den gerade zum 14. Mal stattfindenden bundesweiten »Aktionswochen gegen Antisemitismus« ist. Zusammen mit dem Anne Frank Zentrum in Berlin werden in dieser Zeit Workshops, Konzerte und Jugendbegegnungen veranstaltet.

israelhass »Der Schwerpunkt der Wochen liegt in diesem Jahr auf Israelhass und Verschwörungstheorien«, sagte Stiftungsvorsitzende Anetta Kahane am Montag. Nach ihrem Eindruck wandele sich der Antisemitismus gerade: von klar geäußerten Feindbildern hin zu einem »diffusen Unbehagen an der Moderne«.

Volker Beck, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, stimmte Kahane zu: Die vielen Gesichter des moderneren Antisemitismus seien auf dieser Chronik zu erkennen. Gerade für Nichtjuden sei ein unterschwelliger Antisemitismus gar nicht ähnlich präsent wie für Juden. »Danke, dass die Amadeu Antonio Stiftung das sichtbar macht«, betonte Beck.

Am Mittwochabend findet eine ähnliche Gebäudeprojektion wie am Friedrichstadt-Palast auch in Köln an der Außenwand des Wallraf-Richartz-Museums statt.

www.amadeu-antonio-stiftung.de
www.annefrank.de

Berlin

Mutmaßliche Hamas-Waffenbeschaffer angeklagt

Die Männer sollen die Waffen für Mordanschläge auf israelische und jüdische Ziele beschafft haben

 11.09.2026

Meinung

Droht in Sachsen-Anhalt eine Allianz der Antisemiten?

In Sachsen-Anhalt könnte es zu einer Zusammenarbeit zwischen AfD und BSW, die potenziell gravierende Folgen hat für die jüdische Gemeinschaft

von Igor Matviyets  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

»Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«: Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Die Hintergründe

 11.09.2026

Hamburg

Senator Grote unterstützt Prüfung von AfD-Verbotsverfahren

Nach dem Wahlerfolg der rechtsextremistischen AfD in Sachsen-Anhalt könnte die Partei an die Regierung kommen. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz hält es für einen logischen Schritt, nun ein Verbot zu prüfen

 11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 11.09.2026

Tel Aviv

Antisemitische 9/11-Verschwörungsmythen tauchen zum 25. Jahrestag wieder auf

Die israelische Organisation CyberWell dokumentiert entsprechende Beiträge auf mehreren großen Social-Media-Plattformen

 11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026

Washington D.C.

Trump verteidigt Iran-Krieg und kündigt weiteren wirtschaftlichen Druck an

»Wenn ich es noch einmal tun müsste, würde ich genau das tun, was ich getan habe«, sagt der amerikanische Präsident

 11.09.2026

Peenemünde

»Gibt nichts umsonst«: Merkel fordert Einsatz für Demokratie

Die frühere Bundeskanzlerin hat eine 700 Seiten starke Autobiografie über ihr politisches Leben geschrieben. Bei einer Sonderlesung in Mecklenburg-Vorpommern findet eine Passage besonderen Widerhall

 11.09.2026