Meinung

Auf kalkuliertem Konfrontationskurs

Bei jeder Panne steht für die Organisatoren der »Friedens«-Flottille, die noch in dieser Woche in Richtung Gazastreifen segeln will, schon fest, wer dahintersteckt: natürlich das »zionistische Regime«. Als die Schiffsschraube eines der zehn Schiffe, die im Hafen von Piräus auf ihre Mission warten, beschädigt wurde, war den Aktivisten klar, dass es sich nur um Sabotage handeln kann. Dabei gäbe es tatsächlich gute Gründe, schon im Vorfeld zu verhindern, dass die Flottille mit mehr als 400 propalästinensischen Teilnehmern in See sticht. Zum Beispiel käme es dann nicht wieder zu einer Konfrontation im Mittelmeer, wie vor einem Jahr.

Elitesoldaten Jerusalem jedenfalls hat die Marine angewiesen, die angeblich nur mit Hilfsgütern beladenen Schiffe auf keinen Fall durchzulassen. Schließlich war die Besatzung der »Mavi Marmara«, die im Mai 2010 von israelischen Elitesoldaten gestürmt wurde, mit Eisenstangen bewaffnet.

Diesmal sollen einige der Blockadebrecher sogar Schwefeldünger dabei haben, um ihn gegen israelische Sicherheitskräfte einzusetzen. Noch offensichtlicher als im Vorjahr ist, dass die Flottille nicht aus humanitären Gründen ablegt. Das sagen selbst die Aktivisten. Es gehe nur darum, die Blockade des Gazastreifens zu beenden und dem jüdischen Staat zu schaden. Wenn es also erneut zu einer blutigen Auseinandersetzung kommt, ist klar, wer der Verlierer ist: Den Imageschaden hat – wie stets – Israel. Das mag so manchem Teilnehmer eigene Blessuren wert sein.

Texas

»Ich bin gegen zionistische Juden«: Schwere Vorwürfe gegen Kandidatin der Demokraten

Maureen Galindo will ein »Gefängnis für amerikanische Zionisten« einrichten

 26.05.2026

Förderung

Bundesrechnungshof rügt Auswärtiges Amt wegen Geld für Islamic Relief

Islamic Relief Deutschland präsentiert sich als humanitäre Hilfsorganisation. Und erhielt Förderung des Auswärtigen Amtes. Der Bundesrechnungshof rügt das: Es gebe Verbindungen zur Muslimbruderschaft

von Christoph Arens  26.05.2026

Mexiko-Stadt

Mexiko nimmt iranische Nationalmannschaft während der WM auf

Präsidentin Claudia Sheinbaum sagt, die USA hätten angefragt, ob die Iraner in ihrem Land übernachten könnten. »Und wir haben gesagt: Ja, ohne Problem, wir haben damit überhaupt kein Problem.«

 26.05.2026

Teheran

Irans Präsident ordnet Freischaltung des Internets an

Während des Krieges wollte das Regime offenbar verhindern, dass Berichte, Bilder über das Ausmaß der Kriegsschäden sowie über die Stimmung im Land in sozialen Medien verbreitet werden

 26.05.2026

Bilbao/Wien

Festnahmen und Tumulte um Gaza-Flottillen-Aktivisten in Spanien und Österreich

Teils chaotische Szenen mit Rangeleien und dem Einsatz von Gewalt durch Sicherheitskräfte werden von den Flughäfen in Bibao und Wien gemeldet

 26.05.2026

Dresden

Wegen Betrugs und Geldwäsche: Bewährungsstrafe für Rabbiner

Das Amtsgericht Dresden hat sein Urteil gesprochen: Ein 41-jähriger Rabbiner wurde der Beihilfe zum Betrug für schuldig befunden

 26.05.2026

Nahost

USA greifen iranische Ziele an

Das US-Zentralkommando spricht von begrenzten Einsätzen, die »vorerst abgeschlossen« worden seien. Derweil warnt Außenminister Rubio das Teheraner Regime

 26.05.2026

Washington D.C.

Trump drängt auf Ausweitung der Abraham-Abkommen als Teil eines Iran-Deals

Der Präsident schreibt: »Nach all der Arbeit der Vereinigten Staaten, dieses sehr komplexe Puzzle zusammenzufügen, sollte es verpflichtend sein, dass all diese Länder mindestens gleichzeitig die Abkommen unterzeichnen.«

 26.05.2026

Interview

»Als Nichtjude etwas beitragen«

Michael Roth (SPD) über einen Pin gegen Antisemitismus, hasserfüllte Kommentare und Rückhalt

von Sophie Albers Ben Chamo  24.05.2026