Meinung

Auf kalkuliertem Konfrontationskurs

Bei jeder Panne steht für die Organisatoren der »Friedens«-Flottille, die noch in dieser Woche in Richtung Gazastreifen segeln will, schon fest, wer dahintersteckt: natürlich das »zionistische Regime«. Als die Schiffsschraube eines der zehn Schiffe, die im Hafen von Piräus auf ihre Mission warten, beschädigt wurde, war den Aktivisten klar, dass es sich nur um Sabotage handeln kann. Dabei gäbe es tatsächlich gute Gründe, schon im Vorfeld zu verhindern, dass die Flottille mit mehr als 400 propalästinensischen Teilnehmern in See sticht. Zum Beispiel käme es dann nicht wieder zu einer Konfrontation im Mittelmeer, wie vor einem Jahr.

Elitesoldaten Jerusalem jedenfalls hat die Marine angewiesen, die angeblich nur mit Hilfsgütern beladenen Schiffe auf keinen Fall durchzulassen. Schließlich war die Besatzung der »Mavi Marmara«, die im Mai 2010 von israelischen Elitesoldaten gestürmt wurde, mit Eisenstangen bewaffnet.

Diesmal sollen einige der Blockadebrecher sogar Schwefeldünger dabei haben, um ihn gegen israelische Sicherheitskräfte einzusetzen. Noch offensichtlicher als im Vorjahr ist, dass die Flottille nicht aus humanitären Gründen ablegt. Das sagen selbst die Aktivisten. Es gehe nur darum, die Blockade des Gazastreifens zu beenden und dem jüdischen Staat zu schaden. Wenn es also erneut zu einer blutigen Auseinandersetzung kommt, ist klar, wer der Verlierer ist: Den Imageschaden hat – wie stets – Israel. Das mag so manchem Teilnehmer eigene Blessuren wert sein.

Debatte

Zentralrat der Juden warnt vor AfD in Sachsen-Anhalt und nimmt Linke in Berlin Abkehr von Antisemitismus nicht ab

Präsident Josef Schuster blickt sorgenvoll auf zwei deutsche Bundesländer

 26.10.2026

Berlin

Linke-Kandidat für Neukölln: Recherchen dokumentieren Nähe zu PFLP-Sympathisanten

Ein Dossier der Monitoringgruppe Amit, über das die »Welt« berichtet, dokumentiert mehrere Berührungspunkte des 45-jährigen Rechtsanwalts mit Personen und Veranstaltungen, bei denen Sympathien für die Organisation erkennbar waren.

 26.10.2026

Berlin

Schuster: Nehme der Linken Abkehr von Antisemitismus nicht ab

Der Kampf gegen Judenhass erschwert die Gespräche über Rot-Grün-Rot in Berlin. Eine Erklärung der Linken reicht dem Präsidenten des Zentralrats der Juden nicht

 26.10.2026

Umfrage

Umfrage: So würde Deutschland abstimmen, wenn am Sonntag Wahlen wären

 25.10.2026

Präsidentenwahl in Frankreich

Wahlkampfstart der Rechten – Le Pen im Aufschwung?

Nach den Unruhen in Frankreich gewinnt Marine Le Pen in Umfragen weiter hinzu. Doch Antisemitismusvorwürfe gegen ihren politischen Ziehsohn, RN-Chef Jordan Bardella, belasten die Partei

 25.10.2026

Berlin

Platzwunde und Hämatome im Gesicht: Mutmaßlich antisemitische Attacke in Schöneberg

Ein Unbekannter fragte einen 60-Jährigen, ob er Jude sei – dann schlug er zu. Der Staatsschutz ermittelt

 25.10.2026

Schild des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

Sachsen

Sachsen: Jede antisemitische Diskriminierung ist verfassungswidrig

Der Schutz jüdischen Lebens ist in mehreren Landesverfassungen verankert. Der Freistaat Sachsen sieht bisher von einer expliziten Formulierung ab

 25.10.2026

Islamismus

Psychologe Ahmad Mansour: Teile der Linken verharmlosen Islamismus

Solidarität mit zweierlei Maß? Islam-Experte Mansour sieht bei Teilen der Linken eine Doppelmoral im Umgang mit Islamismus. Scharfe Kritik übt er auch am Umgang mit Israel und dem Nahostkonflikt

 25.10.2026

Feuer am Flughafen von Riad

Krieg in der Golfregion

Weiter Angriffe im Jemen und Saudi-Arabien

Riad im Norden, die jemenitische Hafenstadt Aden im Süden: An beiden Fronten greifen die Huthi-Rebellen mit Drohnen und Raketen an. Wird aus dem dauerhaften Beschuss ein Abnutzungskrieg?

 25.10.2026