Meinung

Auf kalkuliertem Konfrontationskurs

Bei jeder Panne steht für die Organisatoren der »Friedens«-Flottille, die noch in dieser Woche in Richtung Gazastreifen segeln will, schon fest, wer dahintersteckt: natürlich das »zionistische Regime«. Als die Schiffsschraube eines der zehn Schiffe, die im Hafen von Piräus auf ihre Mission warten, beschädigt wurde, war den Aktivisten klar, dass es sich nur um Sabotage handeln kann. Dabei gäbe es tatsächlich gute Gründe, schon im Vorfeld zu verhindern, dass die Flottille mit mehr als 400 propalästinensischen Teilnehmern in See sticht. Zum Beispiel käme es dann nicht wieder zu einer Konfrontation im Mittelmeer, wie vor einem Jahr.

Elitesoldaten Jerusalem jedenfalls hat die Marine angewiesen, die angeblich nur mit Hilfsgütern beladenen Schiffe auf keinen Fall durchzulassen. Schließlich war die Besatzung der »Mavi Marmara«, die im Mai 2010 von israelischen Elitesoldaten gestürmt wurde, mit Eisenstangen bewaffnet.

Diesmal sollen einige der Blockadebrecher sogar Schwefeldünger dabei haben, um ihn gegen israelische Sicherheitskräfte einzusetzen. Noch offensichtlicher als im Vorjahr ist, dass die Flottille nicht aus humanitären Gründen ablegt. Das sagen selbst die Aktivisten. Es gehe nur darum, die Blockade des Gazastreifens zu beenden und dem jüdischen Staat zu schaden. Wenn es also erneut zu einer blutigen Auseinandersetzung kommt, ist klar, wer der Verlierer ist: Den Imageschaden hat – wie stets – Israel. Das mag so manchem Teilnehmer eigene Blessuren wert sein.

Krieg

Trump droht Iran: »Jetzt müssen sie die Konsequenzen tragen!«

Der US-Präsident sieht die iranischen Streitkräfte am Boden und droht dem Land einmal mehr. Teheran habe die Chance für einen Deal verpasst

 10.06.2026

München

Anklage nach Angriff auf israelisches Konsulat

Ein 24-Jähriger wirft Steine auf die Einrichtung und löst mit einem verdächtigen Rucksack einen größeren Polizeieinsatz aus. Weshalb ihn Ermittler vor Gericht sehen wollen

 10.06.2026

Brandenburg

Goebbels-Villa könnte Zentrum gegen Extremismus werden

Das alte Haus nördlich von Berlin verfällt seit Jahren. Jetztsoll daraus ein Ort gegen Antisemitismus werden

 10.06.2026

Meinung

So macht man Stimmung

Die deutsche Berichterstattung über den Krieg zwischen Israel und der Terrormiliz Hisbollah ist unterkomplex und einseitig. Über die wahren Interessen der Libanesen wird dabei hinweggegangen

von Ahmad Mansour  10.06.2026

USA

Trump wird 80: Verpufft seine Macht?

Seine Amtszeit ist geprägt von einem medialen Dauerfeuer: Überall Trump, Trump, Trump. Doch vor seinem 80. Geburtstag ist der Präsident eher zurückhaltend. Er hat inzwischen nicht nur ein Problem

von Anna Ringle  10.06.2026

Washington D.C.

Trump stellt Netanjahus politische Zukunft infrage

»Er hatte eine erstaunliche Karriere«, sagt der amerikanische Präsident. »Will er weitermachen?«

 10.06.2026

Berlin

»Wenn Alice Weidel Kanzlerin wird, bin ich weg!« 

Der Kabarettist Dieter Nuhr sagt, er halte es für einen Fehler, die AfD politisch konsequent auszuschließen. Die Dämonisierung der Partei habe ihr eher genützt

 10.06.2026

New York

Kongress-Kandidat kritisiert Israel-Fokus im Wahlkampf

Der jüdische Demokrat Micah Lasher sagt, er sei »erschöpft« davon, wie stark der jüdische Staat den politischen Diskurs dominiere

 10.06.2026

Gaza

UN-Bericht: Hamas richtet Dutzende Palästinenser hin und verstümmelt sie

Das Hochkommissariat für Menschenrechte dokumentiert in einer Untersuchung Hunderte Fälle sogenannter extralegaler Strafen

 10.06.2026