Erinnerung

Appell an junge Katholiken

Auschwitz-Überlebende bei einem Besuch der Gedenkstätte anlässlich des Jahrestages der Befreiung am 27. Januar Foto: dpa

Ihr werdet einen der traurigsten Orte der Welt sehen.» Mit diesen Worten wenden sich Überlebende des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz an die Teilnehmer des Weltjugendtages im polnischen Krakau. Das Treffen junger Katholiken beginnt am kommenden Montag. Über eine halbe Million junge Gläubige aus mehr als 180 Ländern haben sich angemeldet.

«Wir sind dankbar, dass so viele von euch in diesen Tagen auch die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besuchen wollen», heißt es in einem Schreiben des Internationalen Auschwitz Komitees. «Viele der Opfer waren damals so alt, wie ihr heute seid. Auch wir als Häftlinge waren junge Menschen in eurem Alter. Wir liebten das Leben und unsere Familien. Aus Auschwitz und den Feldern der Asche, die ihr besuchen werdet, sind die allermeisten von uns alleine zurückgekehrt. Wir hatten überlebt und wir überleben bis heute – unsere Erinnerungen an den Hass, die Verfolgung und dann das Grauen von Auschwitz prägen unser Leben bis zum heutigen Tag.»

gedenkstättenbesuch Besuche des ehemaligen Vernichtungslagers gehören zum Programm des Weltjugendtages. Der Krakauer Weihbischof Damian Muskus, Generalkoordinator des Weltjugendtags, sagte mit Bezug auf Auschwitz, die jugendlichen Teilnehmer wollten vorwärts gehen. «Ihre Herzen sind voll von dem Wunsch, eine harmonische Welt zu bauen, in der es keinen Platz gibt für Vernichtung und Gewalt.»

Das katholische Zentrum für Dialog und Gebet in Oswiecim hat eine Website eingerichtet, mit deren Hilfe sich die Teilnehmer auf einen Gedenkstättenbesuch vorbereiten können. Die Informationen sind dort in 17 verschiedenen Sprachen einsehbar.

Bitte Die Auschwitz-Überlebenden, die sich zu dem Brief an die jugendlichen Teilnehmer entschlossen haben, schreiben darin: «Wir hoffen, dass ihr unsere Erinnerungen bewahrt, dass euch gerade hier in Auschwitz deutlich wird, wie bedroht und zerbrechlich die Welt ist: Auch in diesen Tagen durchzieht viele Länder die Abneigung gegen Fremde, rechtsextreme und fundamentalistische Gewalt vermehren sich, der antisemitische Hass ist immer noch nicht erloschen. Menschen verachten die Demokratie, hetzen gegen Flüchtlinge und schreien nach den giftigen Antworten alter Zeiten.»

Daher bitten sie die jungen Katholiken: «Liebt und schützt eure Welt, seid besorgt um eure Familien und eure Mitmenschen! Empört euch über das Unrecht und die Gleichgültigkeit derer, die das Unrecht geschehen lassen. Die Welt ist in eure Hände gelegt, so wie unsere Erinnerungen. Schützt die Toleranz und die Demokratie, habt Freude am Leben.» ja

Krieg gegen Iran

Großbritannien verlegt Eurofighter nach Katar

Mit der anfänglichen Ablehnung des amerikanisch-israelischen Vorgehens gegen den Iran hatte Premier Keir Starmer den Zorn von US-Präsident Trump auf sich gezogen. Nun weicht er seine Position weiter auf

 05.03.2026

Pforzheim

Antisemitismus im Wahlkampf: »Schabbat schalom, jetzt gibt’s AfD«

In einem Video verkleidet sich der AfD-Lokalpolitiker als »orthodoxer Jude« und bückt sich nach Geld auf der Straße. Inzwischen ist sein Kanal mit mehr als 30.000 Followern gelöscht, die AfD hat ein Auschlussverfahren eingeleitet. Die Jüdische Allgemeine hat sich die Clips genau angesehen

 05.03.2026

Nahost

Iran greift Golfstaaten an

Mehr als 1.000 mutmaßlich iranische Drohnen wurden in den vergangenen Tagen allein von den Vereinigten Arabischen Emirate entdeckt. Auch im Irak gab es Einschläge. Ein Ende der Angriffe ist bisher nicht in Sicht

 05.03.2026

Erlebnisbericht

Und dann war Krieg

Aufgrund des Krieges saß die Aktivistin und FDP-Politikerin Karoline Preisler in Israel fest. »In Tel Aviv wurde jedes Telefonat, jede E-Mail, jede Dusche und jede Mahlzeit von Alarmen unterbrochen.«

von Karoline Preisler  05.03.2026

Iran

Schah-Sohn attackiert mögliche Ajatollah-Nachfolger

Der einflussreiche iranische Oppositionspolitiker Pahlavi erklärt die Suche nach einem neuen Religionsführer für aussichtslos. Der 65-Jährige bringt sich erneut als Übergangsfigur ins Spiel

 05.03.2026

Paris

Frankreich erlaubt USA beschränkte Nutzung von Militärbasen

Paris lässt zu, dass US-Flugzeuge zeitweise französische Stützpunkte nutzen. Es geht aber nicht etwa um Basen am Golf, sondern in Frankreich. Und es gibt klare Bedingungen

 05.03.2026

Brüssel

EU-Chefdiplomatin warnt: Iran-Krieg könnte Putin helfen

Füllen steigende Ölpreise Putins Kriegskasse? Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnt vor unerwünschten Nebenwirkungen der Angriffe der USA und Israels auf den Iran

 05.03.2026

Teheran

Sicherheitsbedenken im Iran vor Beisetzung von Khamenei

Die iranische Führung zögert mit der Beisetzung von Religionsführer Chamenei. Grund ist ein hohes Sicherheitsrisiko

 05.03.2026

Bewaffnete Konflikte

Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf den Ukraine-Konflikt aus?

Der Krieg im Nahen Osten hat Implikationen für Russlands Invasion in der Ukraine. Moskau und Kiew bekommen dabei die Folgen auf unterschiedliche Weise zu spüren

von André Ballin, Andreas Stein  05.03.2026