Offener Brief

Antisemitismusbeauftragter gefordert

Berliner Reichstag Foto: Thinkstock

Sieben deutsche Nichtregierungsorganisationen fordern in einem offenen Brief vom Bundestag die Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Antisemitismus-Bekämpfung. Ein entsprechender überfraktioneller Antrag müsse noch in dieser Legislaturperiode beschlossen werden, heißt es in dem am Dienstag in Berlin verbreiteten Schreiben.

Unterzeichner sind die Amadeu Antonio Stiftung, das American Jewish Committee, die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, die Deutsch-Israelische-Gesellschaft, das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus, der Zentralrat der Juden in Deutschland und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland.

Expertenkreis In dem parlamentarischen Antrag sollten die Hauptforderungen des im April vorgelegten zweiten Antisemitismusberichtes des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus des Deutschen Bundestages endlich umgesetzt werden, heißt es.

Konkret gefordert werden zum Beispiel die Einsetzung eines Antisemitismusbeauftragten beim Bundeskanzleramt und eine bundesweite Datenbank für antisemitische Straftaten. Zudem brauche es eine verbindliche Definition von Antisemitismus, die es Polizei und Justiz erlauben würde, antisemitische Straftaten konsequenter zu verfolgen.

Es reiche nicht, alle paar Jahre einen Lagebericht zum Antisemitismus in Deutschland vorzulegen, der in der Praxis weitgehend folgenlos bleibt, sagte die Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, Anetta Kahane, am Dienstag in Berlin. Der Bundestag sei in der Pflicht, sich noch in dieser Legislaturperiode an die Umsetzung der Hauptforderungen des Antisemitismusberichts zu machen. epd

Der offene Brief im Wortlaut:
www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/2017/offener-brief-zum-bericht-des-unabhaengigen-expertenkreis-antisemitismus-des-deutschen-bundestages

Eklat in Halle

AfD-Mann Tillschneider will an Anschlags-Gedenken teilnehmen

Aktivisten der Jüdischen Studierendenunion Deutschland verhinderten, dass der Landtags-Vizepräsident die Synagoge betrat

von André Anchuelo  09.10.2026

Meinung

Nein, Frau Pillay hat den Friedensnobelpreis nicht verdient!

Die Südafrikanerin hat Israel vorverurteilt und Antisemitismus in den Reihen ihrer Kommission nicht ernstgenommen. Ihre Auszeichnung durch das Nobelpreiskomitee ist ein großer Fehler, meint der Direktor von UN Watch

von Hillel Neuer  09.10.2026

Sachsen-Anhalt

Zentralratspräsident Josef Schuster: Tillschneider »verhöhnt die Opfer« von Halle

Der rechtsextreme Politiker hatte am Freitag versucht, am Gedenken für die Opfer des Anschlags von Halle teilzunehmen

 09.10.2026

Oslo

Israel-Kritikerin Navanethem Pillay erhält den Friedensnobelpreis

Für ihren Einsatz gegen Menschenrechtsverletzungen und für das Völkerrecht: Mit dem Friedensnobelpreis wird in diesem Jahr die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay geehrt

 09.10.2026

Magdeburg

Landtagspräsident Rausch plant außenpolitische Initiativen

Mit Tobias Rausch ist erstmals ein AfD-Politiker zum Präsidenten eines deutschen Landtags gewählt. Während noch über die Hintergründe seiner Wahl diskutiert wird, plant der 35-Jährige bereits außenpolitische Initiativen

 09.10.2026

Sondierungen

Lauterbach gegen Rot-Grün-Rot in Berlin

Karl Lauterbach hält den Antisemitismusvorwurf gegen die Linke in Neukölln für gerechtfertigt. Dennoch warnt er vor einer Gleichsetzung mit der AfD

 09.10.2026

Washington D.C.

Trump: Bis zu den Midterms keine Angriffe auf Iran

Am 3. November wird in den USA gewählt. Medien berichteten über mögliche neue Angriffe gegen den Iran noch vor dem Urnengang. Dem widerspricht der Präsident nun

 09.10.2026

Berlin

Zentralrat der Juden kritisiert Antisemitismus-Papier von Linken, Grünen und SPD

Die mutmaßliche neue Regierung will mit Gremien gegen antisemitische Ausfälle von Abgeordneten der Koalition vorgehen. Den Zentralrat der Juden, die Deutsch-Israelische Gesellschaft und die WerteInitiative überzeugt das nicht

 09.10.2026 Aktualisiert

Nahost

Huthis greifen Flughafen in Riad an

Die Huthi und die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung bekämpfen sich im Jemen weiter. Auch Saudi-Arabien gerät immer wieder selbst in die Schusslinie. Droht eine weitere Eskalation am Golf?

 08.10.2026