Basel

Antisemitischer Vorfall bei FC Basel gegen FC Zürich – Ermittlungen gefordert

Giacomo Koloto, rechts, vom FC Basel im Spiel gegen Ilan Sauter, links, vom FB Zürich beim Super League Meisterschaftsspiel vom Sonntag, den 8. Februar 2026 in Basel. Foto: picture alliance/KEYSTONE

Beim Fußballspiel zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich ist es am Sonntag zu einem antisemitischen Zwischenfall gekommen. Die »NZZ« berichtete. Eine Gruppe jüdischer FCZ-Anhänger wurde demnach nach dem Spiel in einem gemischten Zuschauerbereich angegriffen und bedroht. Der Vorfall ereignete sich nach dem späten Siegtor der Basler, das die Stimmung im Stadion zusätzlich aufheizte.

Nach Angaben eines Betroffenen näherten sich mehrere Personen dem Freundeskreis am Absperrnetz. Einer der Angreifer soll den Hitlergruß gezeigt und gedroht haben, alle Juden zu töten. Der Fan, der selbst als FCZ-Anhänger im Stadion war, meldete den Vorfall dem Sicherheitspersonal und verließ mit seinen Freunden aus Angst vor weiteren Übergriffen vorzeitig das Stadion. »Ich habe über hundert Spiele besucht. Aber so etwas ist mir noch nie passiert«, sagte er.

Lesen Sie auch

Der FC Basel verurteilte den Vorfall und kündigte an, den Hergang mit dem Sicherheitsdienst zu untersuchen. Videomaterial werde ausgewertet und gegebenenfalls den Behörden übergeben. Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) sprach gegenüber der »NZZ« von einem schwerwiegenden Vorfall und forderte strafrechtliche Schritte. Hitlergruß und Morddrohungen seien keine gewöhnlichen Fanprovokationen, sondern klar strafbar, betonte SIG-Generalsekretär Jonathan Kreutner.

Der Angriff reiht sich in eine Serie antisemitischer Vorfälle in der Schweiz ein. Erst wenige Tage zuvor war in Zürich ein orthodoxer Jude auf offener Straße angegriffen worden. Passanten hielten den Täter bis zum Eintreffen der Polizei fest. Laut SIG haben antisemitische Übergriffe seit dem Terrorangriff der Hamas im Oktober 2023 und dem anschließenden Krieg in Israel und Gaza deutlich zugenommen. Viele Juden würden inzwischen religiöse Symbole in der Öffentlichkeit vermeiden, einige dächten sogar über Auswanderung nach. im

Berlin

Schah‑Sohn fordert US‑Militäreinsatz für Irans Freiheit

Bei den Unruhen im Iran riefen Demonstranten seinen Namen. Doch allein kann Schah‑Sohn Reza Pahlavi einen Regimewechsel nicht herbeiführen. Deshalb bittet er die USA um militärische Unterstützung

 12.02.2026

Westjordanland

Bericht: Autonomiebehörde zahlt weiterhin »Märtyrer-Renten«

Eigentlich hatte Mahmoud Abbas das Ende der international verurteilten »Pay for Slay«-Praxis verkündet. Laut einem Bericht von Palestinian Media Watch hat er gelogen

 12.02.2026

Berlin

Van Aken: »Brauchen schärfere Regeln für Waffenexporte«

Der Linken-Vorsitzende reagiert auf die Entscheidung des höchsten deutschen Gerichts zu Rüstungslieferungen an Israel

 12.02.2026

München

Späte Aufklärung?

Nach 56 Jahren verdichten sich Hinweise auf einen möglichen Täter des Brandanschlags auf das jüdische Altersheim

von Michael Thaidigsmann  12.02.2026

Meinung

Wiesbaden: Wie man dem Antisemitismus und dem Islamismus eine Bühne bietet

Im Haus der Vereine durfte die Jugendgruppe »Salehin« auftreten. Offiziell ging es um eine »kulturelle religiöse Jugendveranstaltung«. Doch tatsächlich wurde dort Propaganda für das Mullah-Regime gemacht

von Daniel Neumann  12.02.2026

Nahost

Julia Klöckner besucht Gazastreifen

Im Oktober 2025 ist das Waffenstillstandsabkommen in Kraft getreten. Nun besucht die Bundestagspräsidentin den von Israel kontrollierten Teil des Gebiets

 12.02.2026

Karlsruhe

Klage gegen Rüstungsexport für Israel scheitert vor Bundesverfassungsgericht

Waffenlieferungen nach Israel lösten in den letzten Jahren schon einige Debatten aus. Ein Palästinenser hat vor dem Bundesverfassungsgericht dagegen geklagt. Karlsruhe hat sich nun geäußert

 12.02.2026

Washington D.C.

Opfer-Namen in Epstein-Akten: US-Ministerin räumt Fehler ein

Es hagelt Kritik am Umgang der Trump-Regierung mit den Epstein-Akten. Nun bezieht Justizministerin Pam Bondi Stellung

 12.02.2026

Paris

Frankreich fordert Rücktritt von Francesca Albanese

Außenminister Jean-Noël Barrot wirft ihr vor, mit jüngsten Äußerungen rote Linien überschritten zu haben

 12.02.2026