Ulm/Stuttgart

Anklage nach Angriff auf israelischen Rüstungskonzern

Foto: picture alliance / REUTERS

Fünf Monate nach dem Angriff auf ein israelisches Rüstungsunternehmen in Ulm ist Anklage gegen fünf Menschen erhoben worden. Den irischen, britischen, spanischen und deutschen Staatsangehörigen wird mitgliedschaftliche Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen zur Last gelegt. Das teilte das Staatsschutzzentrum bei der Generalstaatsanwaltschaft in Stuttgart mit. 

Die drei Frauen und zwei Männer sollen sich laut Anklage spätestens ab Mitte August in die Organisation »Palestine Action Germany« eingegliedert und vor allem am 8. September 2025 mit mindestens sechs bislang unbekannten Beteiligten einen Angriff auf das Unternehmen in Ulm verübt haben. 

Dazu sollen Sie aus Berlin angereist sein und sich ab 6. September 2025 in einer Ferienwohnung eine Fahrtstunde entfernt von Ulm aufgehalten haben. Noch vor der Tat sollen dort Bekennervideos für die sozialen Medien gefertigt worden sein, um diese anschließend bekannt zu machen.

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Tatverdächtige wüteten in den Büroräumen

Am Tattag sollen sich die fünf Tatverdächtigen über ein Seitenfenster Zugang zu den Innenräumen der deutschen Tochter der israelischen Rüstungsunternehmens Elbit Systems Deutschland mit Hauptsitz in Ulm verschafft haben. Mit Werkzeugen schlugen sie laut Anklage in Zerstörungsabsicht auf zahlreiche Bildschirme, PCs und Telefone in Büroräumlichkeiten sowie auf ein Waschbecken und Toiletten ein. In einem technischen Labor des Unternehmens zerstörten sie sensible Messeinrichtungen sowie elektronische Geräte und zerschlugen unter anderem Bildschirme und Fenster. 

Währenddessen beschädigten weitere unbekannte Beteiligte die Glasflächen sowie die Fassade des Eingangsbereichs des Unternehmensgebäudes unter anderem mit verschiedenen Werkzeugen und roter Farbe. Dabei soll ein Schaden von rund einer Million Euro entstanden sein. Die Tatverdächtigen sitzen in Untersuchungshaft.

In Deutschland ist die Gruppe bislang mit Besetzungen, Protesten, aber auch durch Vandalismus auffällig geworden. Insbesondere Elbit war wiederholt Ziel von Demonstrationen und Straftaten. dpa

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