Luzern/Teheran

Vance: Iran will IAEA-Inspektoren zulassen – Zeitplan offen

US-Vizepräsident JD Vance auf der Emmen-Militärbasis in der Schweiz Foto: picture alliance / Nathan Howard/Pool Reuters via AP

Der Iran will nach Angaben von US-Vizepräsident JD Vance wieder Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ins Land lassen. Einen Zeitplan dafür gebe es aber noch nicht, sagte Vance zum Ende seiner Gespräche mit der iranischen Seite in der Hotelanlage Bürgenstock Resort in der Schweiz. Die Verhandler hätten um 2.00 Uhr versucht, die Inspektoren zu erreichen, aber die meisten seien nicht ans Telefon gegangen.

Der Iran bestätigte allerdings nicht, dass eine erneute Einreise von Inspektoren erlaubt werde. Eine entsprechende Entscheidung müsse zuvor mit dem Parlament und dem Nationalen Sicherheitsrat abgestimmt werden, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

Trump plädiert für »nukleare Ehrlichkeit«

US-Präsident Donald Trump bekräftigte auf seiner Plattform Truth Social, der Iran müsse die IAEA wieder ins Land lassen. »Jeder ist sich voll bewusst, dass der Iran umfangreichen Waffeninspektionen zustimmen wird, um ›nukleare Ehrlichkeit‹ auf lange Sicht zu gewährleisten«, schrieb er.

Endgültige Beilegung

Im Herbst hatte die IAEA im Iran zuletzt einige Standorte des Atomprogramms besichtigt, die nicht durch die israelischen und US-Angriffe im Juni 2025 beschädigt worden waren. Seit diesen ersten Angriffen hat sie keinen Zugang mehr zu den iranischen Urananreicherungs-Anlagen gehabt. Ende Februar haben die USA und Israel einen Krieg gegen den Iran begonnen, der nach einem Rahmenabkommen nun endgültig beigelegt werden soll.

Die iranische Delegation hatte auch bei den Gesprächen mit den USA am Sonntag in der Schweiz nicht zugelassen, dass IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi an den Verhandlungen direkt teilnimmt. Medienberichten zufolge war Grossi zwar am Verhandlungsort Bürgenstock, aber das iranische Team zeigte keinerlei Interesse an einem Austausch mit dem IAEA-Chef.

Vance kehrte noch am Montag in die USA zurück. Die Verhandlungen mit dem Iran gingen auf technischer Ebene weiter, sagte er. Nach seinen Angaben wurde ein Prozedere vereinbart, damit die Straße von Hormus, durch die Öl und Dünger aus den Anliegerstaaten auf den Weltmarkt transportiert wird, geöffnet bleibt. Der Iran hatte sie nach Beginn der Angriffe der USA und Israels geschlossen. Trump betonte am Montag, die Meerenge sei »vollständig geöffnet«. US-Medien verweisen dort auf ein geringeres Verkehrsaufkommen von Schiffen als vor dem Krieg. 

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Mechanismus gegen Verstöße

Nach Angaben von Vance ist bei den Verhandlungen mit dem Iran auch ein Mechanismus vereinbart worden, um Verstöße gegen die im Rahmenabkommen vereinbarte Waffenrufe im Libanon direkt zu besprechen. Dadurch soll eine neue Eskalation verhindert werden.

Trump machte auf Nachfrage im Weißen Haus keine genaueren Angaben dazu, worum es sich bei den vereinbarten Mechanismen konkret handelt. Stattdessen suggerierte er, dass alles gut sei, solange der Iran die USA respektierten. Einmal mehr drohte der US-Präsident aber auch: Wenn der Iran seine Verpflichtungen nicht einhalte oder sich nicht benehme, »werde ich tun, was ich tun muss«.

Vance wiederum gab sich vorsichtig optimistisch: »Wir haben eine sehr solide Grundlage für den Abschluss einer erfolgreichen endgültigen Vereinbarung geschaffen«. Dennoch liege noch viel Arbeit vor den Verhandlern. Im Rahmenabkommen steht die Absicht, die endgültige Vereinbarung möglichst innerhalb von 60 Tagen zu erreichen.

US-Bauern reicher machen

Über die im Rahmenabkommen erwähnten iranischen Vermögenswerte sagte Vance, die USA und Katar behielten die Aufsicht darüber, was wann ausgezahlt werde. Mit dem Geld würden Sojabohnen, Mais und Weizen aus den USA gekauft. »Sollten die iranischen Vermögenswerte jemals freigegeben werden, werden sie dazu dienen, die amerikanischen Landwirte reicher zu machen und das iranische Volk zu ernähren«, sagte Vance. Trump äußerte sich später im Weißen Haus ähnlich. 

Der Iran wies die Angaben zurück, wonach blockierte iranische Vermögenswerte für den Kauf amerikanischer Agrarprodukte verwendet werden sollen. »Diese Behauptung entspricht in keiner Weise der Realität«, zitierte die Nachrichtenagentur Tasnim eine informierte Quelle aus dem iranischen Verhandlungsteam.

Der Tasnim-Bericht wurde von offizieller Seite bislang weder bestätigt noch dementiert. Präsident Massud Peseschkian erklärte lediglich, der Iran werde in den laufenden Gesprächen keine Kompromisse eingehen, die nicht im Einklang mit den nationalen Interessen stünden. »Wo immer versucht wird, unsere Rechte zu missachten, werden wir nicht klein beigeben und uns nicht beugen«, sagte der Präsident.

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