Dresden

Jüdisches Leben: Gefühl von Unsicherheit im Alltag

Thomas Feist, Beauftragter der Sächsischen Staatsregierung für das Jüdische Leben, stellt auf einer Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des Kabinetts der Sächsischen Staatsregierung seinen Bericht für das Jahr 2025 vor. Foto: picture alliance/dpa

Die Rahmenbedingungen der jüdischen Gemeinden in Sachsen sind offenbar von einer gewissen Ambivalenz geprägt.

Einerseits bestehen stabile Strukturen, andererseits zeigen sich deutliche demografische Herausforderungen. Außerdem beeinträchtigt Antisemitismus das jüdische Alltagsleben. Das geht aus einem Bericht des sächsischen Beauftragten für das jüdische Leben in Sachsen, Thomas Feist, hervor, der am Dienstag in Dresden vorgestellt wurde.

Demnach stehen viele Gemeinden vor den Schwierigkeiten, die mit einer fortschreitenden Überalterung sowie einem Rückgang der Mitgliederzahlen einhergehen. Zwar gelinge es vielerorts, neue Mitglieder zu integrieren. Jüngere Generationen seien jedoch häufig unterrepräsentiert oder wanderten nach Ausbildungs- und Studienphasen ab, erklärte Feist.

Mehr als 200 antisemitische Straftaten im Jahr

Zudem stelle die Sicherheitslage »einen zentralen und zunehmend sensibleren Bereich dar«. Viele Gemeindemitglieder hätten im Alltag »ein hohes Gefühl der Unsicherheit«, erklärte Feist. Antisemitismus sei »weiterhin ein präsentes gesellschaftliches Problem«, das jüdisches Leben in Deutschland spürbar beeinträchtige.

In Sachsen sind antisemitische Straftaten auf einem anhaltend hohen Niveau. Für 2025 wurden mehr als 200 Vorfälle erfasst. Eine Stärke jüdischen Lebens ist laut Bericht das kulturelle und gesellschaftliche Engagement und der Zusammenhalt in den Gemeinden.

Feist erklärte: Es gebe wichtige Fortschritte bei der Förderung jüdischer Kultur und beim Schutz vor Antisemitismus. Dennoch müsse das gemeinsame Engagement noch verstärkt werden. epd 

Meinung

Keine Geschäfte mit »Judensternen«

Schoa-Überlebende waren entsetzt, als ein Auktionshaus persönliche Gegenstände von NS-Opfern versteigern wollte. Der Bundesrat hat nun ein Gesetz auf den Weg gebracht, um das zu verbieten. Gut so!

von Christoph Heubner  23.06.2026

München

Bayern will keine antisemitischen Straftäter an Hochschulen dulden

Antisemitische Straftaten haben bundesweit stark zugenommen. Für rechtskräftig verurteilte Hochschulangehörige plant die Regierung in Bayern zusätzliche Sanktionen. Die Grünen sorgen sich um die Meinungsfreiheit

von Christoph Renzikowski  23.06.2026

Linken-Parteitag

Sie nennen es jetzt einen Genozid

In Potsdam verschärfte Die Linke ihre Position zu Israel, betonte in ihren Beschlüssen aber auch den Schutz jüdischen Lebens. Kritiker werfen der Partei vor, nur Lippenbekenntnisse abzugeben

von Michael Thaidigsmann  23.06.2026

Jubiläum

Fünf Jahre jüdische Seelsorge der Bundeswehr: Militärrabbiner Zsolt Balla zieht Bilanz

Seit dem Start der jüdischen Militärseelsorge vor fünf Jahren wächst ihre Bedeutung in der Truppe. Sieben Militärrabbiner tun inzwischen Dienst. Ein Fazit - mit Blick auf Zeitenwende und deutsche Geschichte

von Karin Wollschläger  23.06.2026

Genf

Iran widerspricht Vance: Keine Einigung zu Atom-Inspektoren

Ein iranischer Botschafter stellt klar: Es gibt noch kein grünes Licht für die IAEA. Auch in Hinblick auf die Verwendung von eingefrorenen iranischen Vermögenswerten äußert er sich anders als der US-Vizepräsident

 23.06.2026

New York

Mamdani nennt pro-israelische Lobbygruppe »Monster«

New Yorks Bürgermeister verteidigt seine Wortwahl. Der demokratische Abgeordnete Josh Gottheimer wirft ihm vor, Judenhass salonfähig zu machen

 23.06.2026

Washington D.C.

Rubio spricht mit Golfstaaten über Iran-Abkommen

Der US-Außenminister hat sich bislang nur zurückhaltend zu Trumps Iran-Deal geäußert. Steht er wirklich dahinter?

 23.06.2026

Luzern/Teheran

Vance: Iran will IAEA-Inspektoren zulassen – Zeitplan offen

Es kommt Bewegung in die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Der amerikanische Vizepräsident sagt, wie amerikanische Bauern profitieren sollen

 23.06.2026

Berlin

Debatte um Organspende beschäftigt erneut den Bundestag 

Der Zentralrat der Juden lehnt die sogenannte Widerspruchslösung ab

von Christoph Arens  23.06.2026