Debatte

»An Ihren Händen klebt Blut«

AJC-Direktor Remko Leemhuis Foto: imago images/Reiner Zensen

Remko Leemhuis machte seinem Ärger auf LinkedIn Luft. Der Direktor der Berliner Dépendance des American Jewish Committee (AJC) postete am Donnerstag unter einem Statement des deutschen Altkanzlers Gerhard Schröder (SPD) folgende Worte: »Sie erbärmlicher Laufbursche Putins. Sie tragen Verantwortung für den Krieg gegen die Ukraine. An Ihren Händen klebt Blut. Sparen Sie sich jeden Kommentar zur Lage.«

Schröder hatte sich zuvor nach längerem Zögern auf dem sozialen Netzwerk zu Wort gemeldet und geschrieben: »Der Krieg und das damit verbundene Leid für die Menschen in der Ukraine muss schnellstmöglich beendet werden. Das ist die Verantwortung der russischen Regierung. Viel ist in den vergangenen Jahren über Fehler und Versäumnisse im Verhältnis zwischen dem Westen und Russland gesprochen worden. Und es gab viele Fehler – auf beiden Seiten. Aber auch Sicherheitsinteressen Russlands rechtfertigen nicht den Einsatz militärischer Mittel.«

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Der Putin-Freund, dessen Berufung in den Aufsichtsrat der staatseigenen russischen Firma Gazprom vor Kurzem für Empörung in Deutschland gesorgt hatte, warnte auch vor allzu scharfen Maßnahmen gegen Russland.

Bei den »notwendigen Sanktionen« müsse jetzt darauf geachtet werden, dass »die verbliebenen politischen, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Verbindungen, die zwischen Europa und Russland bestehen«, nicht gänzlich gekappt würden. Diese seien nämlich, so Schröder, »trotz der gegenwärtig dramatischen Lage die Basis für eine Hoffnung, die wir alle haben: dass ein Dialog über Frieden und Sicherheit auf unserem Kontinent wieder möglich ist.«

Leemhuis‘ Kritik an Schröder und an Russland war an Deutlichkeit nicht zu überbieten. Das AJC hatte schon am Morgen auf Twitter ein Statement veröffentlicht und hatte den Angriff Russlands in klaren Worten verurteilt. »Wir stehen in Solidarität zur Ukraine und werden weiterhin für die Wiederherstellung der territorialen Integrität der Ukraine einstehen«, schrieb die Organisation.

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