IHRA

Allianz für die Erinnerung

IHRA-Ministertreffen 2020 in Brüssel Foto: PR

1997 förderte eine Studie zutage, dass immer weniger junge Menschen etwas über die Schoa wussten. Daraufhin stieß der damalige schwedische Ministerpräsident Göran Persson eine Debatte an, die im Jahr 2000 in der Gründung einer Arbeitsgruppe mit dem sperrigen Namen »Task Force for International Cooperation on Holocaust Education, Remembrance and Research« mündete. Persson gelang es, US-Präsident Bill Clinton und dessen britischen Amtskollegen Tony Blair ins Boot zu holen.

Im Januar 2000 kamen in Stockholm Vertreter aus 46 Ländern zusammen und verpflichteten sich, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten und gegen Völkermord, Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit anzukämpfen. Die Task Force, anfangs eher ein unscheinbares Expertenforum, nahm ihre Arbeit auf.

mitglieder Später wurde sie in International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) umbenannt. Heute hat die Organisation 34 Mitglieder. Die meisten davon sind EU-Länder, aber auch Argentinien, Australien, Großbritannien, Israel, Kanada, die Schweiz und die USA gehören dem Bündnis an. Dass die IHRA in der Öffentlichkeit mehr wahrgenommen wird, liegt vor allem an der Erstellung einer Antisemitismus-Arbeitsdefinition, die 2016 unter rumänischem Vorsitz verabschiedet wurde.

Längst haben noch nicht alle IHRA-Mitgliedsstaaten die rechtlich nicht bindende Antisemitismus-Arbeitsdefinition umgesetzt.

Längst haben noch nicht alle IHRA-Mitgliedsstaaten die rechtlich nicht bindende Definition umgesetzt. 24 Länder sind es aktuell; weitere wie Schweden haben angekündigt, bald nachzuziehen.

Im März übernimmt Deutschland von Luxemburg den IHRA-Vorsitz. Zuständige Koordinatorin in Berlin ist Michaela Küchler, Sonderbeauftragte für Beziehungen zu jüdischen Organisationen, Holocaust-Erinnerung, Antisemitismusfragen und internationale Angelegenheiten der Sinti und Roma im Auswärtigen Amt. »Das Besondere an der IHRA ist, dass sie Regierungen und Fachleute zusammenbringt«, sagt sie.

schwerpunkt Deutschland wolle vor allem Fortschritte bei der Bekämpfung der Leugnung und Relativierung des Holocaust erzielen, erläutert die Diplomatin. Hierfür plane man, eine Global Task Force einzurichten. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt nach wie vor im Bildungsbereich. Die IHRA hat bereits zahlreiche Empfehlungen für Lehrer und Lehrplanmacher herausgegeben, um jungen Menschen den Holocaust zu vermitteln.

Für Michaela Küchler ist das Wichtigste in der Gedenkarbeit, dass die Opfer nicht vergessen werden. »Wir müssen ihr Andenken bewahren. Dazu ist es unerlässlich, die jungen Generationen – auch die mit Einwanderungsgeschichte – an das Menschheitsverbrechen des Holocaust und den Völkermord an den Sinti und Roma heranzuführen.«

Junge Menschen müssten laut Küchler »die Mechanismen verstehen, die hinter solchen Tendenzen stehen, und sie müssen befähigt werden, sich ihnen zu widersetzen«.

Potsdam

Volksverhetzung: Arafat Abou-Chaker vor Gericht

»Für mich ist Adolf Hitler besser als Netanjahu«, soll der Angeklagte gesagt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem Volksverhetzung vor

 05.05.2026

London

Starmer lädt zu Antisemitismus-Gipfel in Downing Street

Der Premier will Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu einem Spitzentreffen in London zusammenbringen. Ziel ist es, Strategien gegen Judenhass zu entwickeln

 05.05.2026

Washington D.C.

Obama kritisiert Netanjahu-Kurs und warnt vor Eskalation im Nahen Osten

Der frühere Präsident sagt, vor Jahren habe Netanjahu ihm gegenüber ähnliche Argumente für ein militärisches Vorgehen gegen den Iran vorgebracht, wie später gegenüber Trump

 05.05.2026

USA

Antisemitische Schmierereien erschüttern New York

In Queens werden Hakenkreuze und Hitler-Parolen auf Gebäude gesprüht – darunter auch religiöse Einrichtungen und private Wohnhäuser

 05.05.2026

Washington

Waffenruhe zwischen Iran und USA wackelt

Nach neuen militärischen Zwischenfällen in der Straße von Hormus will sich US-Präsident Trump nicht festlegen, ob die Vereinbarung mit Teheran noch Bestand hat

 05.05.2026

Teheran

US-Geheimdienste: Irans Atomprogramm wurde kaum gebremst

Offenbar bleibt das Teheraner Regime weiterhin nur ein Jahr davon entfernt, eine Nuklearwaffe herstellen zu können. Diese Bewertung galt bereits nach den Militärschlägen im Sommer 2025

 05.05.2026

Krieg

USA melden Zerstörung iranischer Schnellboote

Seit Anfang April gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe. Doch ein neuer US-Vorstoß hat die Lage an der Meerenge von Hormus verschärft. Nun melden die USA einen Angriff auf iranische Schiffe

 04.05.2026

Nahost

Bennett sieht Angriffe auf Emirate als Kriegserklärung Irans

Der israelische Oppositionspolitiker Bennett bewertet die Angriffe des Iran auf die Emirate als Wiederaufnahme des Kriegs. Die Anweisungen des Zivilschutzes in Israel bleiben vorerst unverändert

 04.05.2026

Abu Dhabi

Emirate: Großbrand nach iranischem Drohnenangriff

Seit Beginn der Waffenruhe vor knapp vier Wochen mussten die Emirate ihre Bevölkerung nicht mehr vor iranischen Angriffen warnen. Nun scheint die Lage sich wieder zuzuspitzen

 04.05.2026 Aktualisiert