Parteien

AfD: »Weg von Fixierung auf negative Aspekte« deutscher Geschichte

Foto: dpa

Die AfD-Bundestagsfraktion will eine aus ihrer Sicht »verengte Sichtweise« auf die deutsche Geschichte überwinden. Man müsse »weg von der Fixierung auf negative Aspekte«, sagte der Abgeordnete Marc Jongen am Dienstag in Berlin.

Dass man sich in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem mit der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt habe, sei damals »verständlich« gewesen, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Bernd Baumann. Heutzutage sei es aber wichtig, auch auf deutsche Leistungen hinzuweisen.

Fraktionschef Alexander Gauland hatte 2018 gesagt: »Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte«.

Gauland machte deutlich, dass das nur ein Teil der deutschen Geschichte sei. Er sagte wörtlich: »Wir haben eine ruhmreiche Geschichte - und die, liebe Freunde, dauerte länger als die verdammten zwölf Jahre.«

Jongen sprach sich außerdem für die Gründung einer Akademie für deutsche Sprache nach dem Vorbild der Académie française aus. Dies würde der Stärkung der »kulturellen Identität« dienen. Jongen knüpfte damit an eine Rede von Partei-Rechtsaußen Björn Höcke auf dem AfD-Bundesparteitag in Dresden am vorvergangenen Wochenende an. Der Thüringer Landes- und Fraktionschef hatte vor einer »kulturellen Kernschmelze« gewarnt und in diesem Zusammenhang eine restriktive Einwanderungspolitik wie in Japan gefordert.

Über den AfD-Antrag zur Gründung einer Sprach-Akademie wird der Bundestag voraussichtlich am Donnerstag beraten. Auf der Tagesordnung steht auch ein zweiter Antrag, in dem die Fraktion die Bundesregierung auffordert, eine »aktive Aneignung kultureller Traditionen, Gepflogenheiten und Werte wieder in den Vordergrund zu rücken« dpa

Berlin

Josef Schuster für Bestrafung der Leugnung von Israels Existenzrecht

Der Zentralratspräsident stellt sich hinter das Vorhaben aus Hessen. Derweil sind einige Strafrechtler skeptisch

 18.05.2026

Interview

»Sonntagsreden reichen nicht«

Hessens Justizminister Christian Heinz will, dass Aufrufe zur Vernichtung Israels künftig unter Strafe stehen. Wie lässt sich ein solcher Eingriff in die Meinungsfreiheit begründen? Ein Gespräch über Staatsräson, den Schutz jüdischen Lebens und Mehrheiten im Bundesrat

von Joshua Schultheis  18.05.2026

Mailand

Provokantes »Hitler mit Kufiya«-Mural bei israelfeindlicher Demonstration aufgetaucht

Nach Angaben des Künstlers versteht sich die Aktion als Warnung vor wachsender gesellschaftlicher Radikalisierung und der zunehmenden Normalisierung antisemitischer Sprache

 18.05.2026

Washington D.C.

Mutmaßlicher Drahtzieher von Angriffen auf jüdische Einrichtungen vor Gericht

Auch für einen Brandanschlag auf ein jüdisches Restaurant in München soll Mohammad Baqer Saad Dawood Al-Saadi verantwortlich sein

 18.05.2026

Initiative

Offener Brief jüdischer Organisationen an Berliner Senatorin

Nachdem eine Klage des jüdischen Studenten Lahav Shapira gegen die Freie Universität Berlin für unzulässig erklärt worden ist, fordern jüdische Organisationen eine Gesetzesänderung

 18.05.2026 Aktualisiert

Potsdam

Forscher: Offenheit für AfD wächst trotz mehr Radikalität

Der Extremismusforscher Botsch erklärt, warum die Bereitschaft wächst, die zumindest in Teilen rechtsextremistische Partei zu wählen - ungeachtet ihrer Entwicklung

von Marc-Oliver von Riegen  18.05.2026

Ramallah

Abbas will blockierte Gelder als Terror-Renten verwenden

In Zusammenhang mit Israels Entscheidung, Teile der Steuereinnahmen für die PSA einzubehalten, spricht der Palästinenserpräsident von einem Rechtsbruch, will aber weiterhin illegale Terror-Renten bezahlen

 18.05.2026

Pilsen

Wie es mit Marla Svenja Liebich weitergehen könnte

Nach monatelanger Fahndung wurde die Rechtsextremistin gefasst. Seit einigen Wochen sitzt sie in Tschechien in Haft. Ein Gericht dort will nun über eine Auslieferung entscheiden

 18.05.2026

Washington D.C.

Trump zu Iran: »Die Uhr tickt«

Die Angriffe gegen das iranische Regime, dessen Revolutionsgarden und Atomanlangen könnten diese Woche wiederaufgenommen werden

 18.05.2026