Schuldspruch

AfD-Politiker Halemba verurteilt

Der AfD-Abgeordnete Daniel Halemba gibt nach der Urteilsverkündung ein Statement vor dem Amtsgericht Würzburg.Das Amtsgericht hat Halemba wegen Geldwäsche und Nötigung zu einer Geldstrafe von 160 Tagessätzen verurteilt. Foto: picture alliance/dpa

Der bayerische AfD-Landtagsabgeordnete Daniel Halemba ist vom Amtsgericht Würzburg am Montag zu einer Geldstrafe von insgesamt 30.400 Euro verurteilt worden. Wie ein Gerichtssprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte, sahen die Richter die Vorwürfe der leichtfertigen Geldwäsche in drei Fällen sowie der gemeinschaftlichen Nötigung als erwiesen an. Von den Vorwürfen der versuchten Nötigung und Volksverhetzung sprach das Gericht Halemba frei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Halembas Anwälte hatten einen Freispruch gefordert.

Weil Halemba zu 160 Tagessätzen von je 190 Euro verurteilt wurde und damit über der Schwelle von 90 Tagessätzen liegt, wird die Strafe auch in Halembas polizeiliches Führungszeugnis eingetragen, sofern das Urteil rechtskräftig wird. Halemba hatte in seinem Schlusswort davon gesprochen, dass das Verfahren gegen ihn politisch motiviert gewesen sei. Man wolle ihm »eine Nähe zum Nationalsozialismus« unterstellen. Der Prozess fand vor dem Jugendschöffengericht und damit nach Jugendstrafrecht statt, weil der inzwischen 24 Jahre alte Halemba zum Tatzeitpunkt erst 20 Jahre alt war.

Halemba gilt als ultrarechts

Dem im Januar gestarteten Gerichtsprozess war ein juristisches Hin und Her vorausgegangen: Im Mai 2024 hatte die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben, monatelang hatte das Würzburger Amtsgericht die Zulassung der Anklage geprüft, ehe die Akten dann Ende Oktober an die Jugendkammer des Würzburger Landgerichts übermittelt wurden. Dieses sollte eine Übernahme des Strafverfahrens wegen des besonderen Umfangs prüfen. Im März 2025 wurde das abgelehnt, der Fall ging zurück ans Amtsgericht. Im August 2025 stand dann schließlich fest, dass nicht alle Vorwürfe zur Verhandlung zugelassen wurden.

Politisch gilt Halemba in der AfD-Landtagsfraktion als ein Vertreter des ultrarechten Flügels. Er ist nicht nur Mitglied der Burschenschaft Teutonia Prag, die als Sammelbecken für Rechtsextremisten gilt, sondern auch Sympathisant der rechtsextremen Identitären Bewegung, die auf der sogenannten Unvereinbarkeitsliste der AfD steht. epd

Berlin

Außenminister Wadephul: Francesca Albanese »in ihrer Position unhaltbar«

Die UN-Sonderberichterstatterin hat erneut mit israelfeindlichen Aussagen für Empörung gesorgt. Der Bundesaußenminister spricht ihr nun die Eignung für ihr Amt ab

 12.02.2026

Personalie

Wechsel im Amt des Antisemitismusbeauftragten - Klein geht nach Paris

Von der Spree an die Seine: Der erste Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung wechselt nach Paris - in neuer Funktion. Wer Felix Klein nachfolgt, ist bisher noch nicht bekannt

von Leticia Witte  12.02.2026

Iran

Versprecher führt zur Entlassung eines regionalen TV-Chefs

Eigentlich meinte der Fernsehreporter »Tod den USA«. Er sagte in einer Live‑Sendung jedoch versehentlich »Tod Chamenei« - dem obersten Führer des Irans. Das hat Folgen

 12.02.2026

Berlin

IOC-Fanshop verkauft T-Shirt mit Motiv der Olympischen Spiele 1936

Klara Schedlich von den Berliner Grünen moniert die Motivwahl ohne kritische Einordnung. Das Motiv-Hemd ist bereits ausverkauft

 12.02.2026

Berlin

Schah‑Sohn fordert US‑Militäreinsatz für Irans Freiheit

Bei den Unruhen im Iran riefen Demonstranten seinen Namen. Doch allein kann Schah‑Sohn Reza Pahlavi einen Regimewechsel nicht herbeiführen. Deshalb bittet er die USA um militärische Unterstützung

 12.02.2026

Basel

Antisemitischer Vorfall bei FC Basel gegen FC Zürich – Ermittlungen gefordert

Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) spricht von einem schwerwiegenden Vorfall und fordert strafrechtliche Schritte

 12.02.2026

Westjordanland

Bericht: Autonomiebehörde zahlt weiterhin »Märtyrer-Renten«

Eigentlich hatte Mahmoud Abbas das Ende der international verurteilten »Pay for Slay«-Praxis verkündet. Laut einem Bericht von Palestinian Media Watch hat er gelogen

 12.02.2026

Berlin

Van Aken: »Brauchen schärfere Regeln für Waffenexporte«

Der Linken-Vorsitzende reagiert auf die Entscheidung des höchsten deutschen Gerichts zu Rüstungslieferungen an Israel

 12.02.2026

München

Späte Aufklärung?

Nach 56 Jahren verdichten sich Hinweise auf einen möglichen Täter des Brandanschlags auf das jüdische Altersheim

von Michael Thaidigsmann  12.02.2026