Judenhass

100 antisemitische Vorfälle in Niedersachsen

Foto: RIAS

In Niedersachsen sind im vergangenen Jahr 100 judenfeindliche Vorfälle registriert worden. Das geht aus dem Jahresbericht der unter anderem von Bund und Land geförderten Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Niedersachsen hervor, der am Montag veröffentlicht wurde.

Demnach lag der Wert niedriger als im Jahr davor, als inklusive Nachmeldungen 138 Vorfälle gezählt wurden. Das bedeute allerdings nicht, dass der Antisemitismus entsprechend abgenommen habe. Vielmehr hätten »Gelegenheitsstrukturen« wie die Corona-Pandemie oder Eskalationen im israelischen-palästinensischen Konflikt weniger Einfluss gehabt.

Verletzendes Verhalten Das Spektrum der Vorfälle reicht dem Bericht zufolge von verletzenden oder beleidigenden Bemerkungen bis hin zu gewalttätigen Angriffen. 86 Prozent der Fälle wurden als »verletzendes Verhalten« eingestuft. Hinzu komme eine erhebliche Dunkelziffer an Vorfällen.

»Die Tatsache, dass jüdische Menschen täglich auch in Niedersachsen Anfeindungen und Bedrohungen ausgesetzt sind, ist inakzeptabel und darf keinesfalls als normal oder alltäglich betrachtet werden«, warnte RIAS-Projektleiterin Katarzyna Miszkiel-Deppe.

Ziel der Recherche- und Informationsstelle ist es, die Erfahrungen und Wahrnehmungen von Antisemitismus-Betroffenen sichtbar zu machen. Träger ist die Amadeu Antonio Stiftung, die sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. dpa

USA

»Wir kommen zurück« – Wieso New Yorker Juden Deutsche werden

Mehr und mehr New Yorker Jüdinnen und Juden beantragen als Nachfahren von NS-Verfolgten die deutsche Staatsangehörigkeit. Viele sehen darin eine Rückkehr zu ihren Wurzeln – und auch eine Absicherung

von Anne Pollmann  06.07.2026

Jerusalem

Netanjahu widerspricht Vance: Israel hat »sehr viele Freunde«

Zuvor hatte US-Vizepräsident JD Vance behauptet, dass die USA der einzige internationale Verbündete Israels seien. Der israelische Präsident entgegnete, dass die internationalen Beziehungen des Landes deutlich besser seien, als es der öffentliche Eindruck vermuten lasse

 06.07.2026

Diplomatie

Streit mit der Türkei: Wadephul stellt sich an die Seite Israels

Außenminister Johann Wadephul hat Aussagen seines türkischen Amtskollegen Hakan Fidan als »vollkommen unangemessen« bezeichnet. Fidan hatte Israel ein »Problem für die Menschheit« genannt

 06.07.2026

Iran

Trauerzug mit Chameneis Leichnam führt durch Teheran

Rund vier Monate nach seiner Tötung soll Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei beerdigt werden. Die Trauerfeiern sollen die Geschlossenheit des Regimes demonstrieren, zeigen aber auch, welcher politische Flügel ausgeschlossen wird

 06.07.2026

Debatte

Zentralrat der Juden positioniert sich zum Thema AfD-Verbot

 05.07.2026

Religionsfreiheit

Oberrabbiner sieht religiöse Praktiken europaweit unter Druck

Bei einem Symposium in Amberg diskutierten Politiker, Vertreter von Religionsgemeinschaften und Juristen über die Einschränkungen der Religionsfreiheit

von Christoph Renzikowski  05.07.2026

Terrorismus

In diesem Land gibt es keinen Platz für Islamisten. Sie sollten konsequent abgeschoben werden

Eine Klarstellung

von Jessie Katz  05.07.2026

Kommentar

250 Gründe, die USA zu lieben

Am 4. Juli 1776 wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Eine etwas andere Liebeserklärung

von Imanuel Marcus  04.07.2026

Parteien

AfD-Chefin Alice Weidel äußert sich zu möglichen Koalitionen mit der CDU

Wie hält es die rechtsextreme Partei ihrerseits mit einer Annäherung an die Union?

 04.07.2026