Judenhass

100 antisemitische Vorfälle in Niedersachsen

Foto: RIAS

In Niedersachsen sind im vergangenen Jahr 100 judenfeindliche Vorfälle registriert worden. Das geht aus dem Jahresbericht der unter anderem von Bund und Land geförderten Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Niedersachsen hervor, der am Montag veröffentlicht wurde.

Demnach lag der Wert niedriger als im Jahr davor, als inklusive Nachmeldungen 138 Vorfälle gezählt wurden. Das bedeute allerdings nicht, dass der Antisemitismus entsprechend abgenommen habe. Vielmehr hätten »Gelegenheitsstrukturen« wie die Corona-Pandemie oder Eskalationen im israelischen-palästinensischen Konflikt weniger Einfluss gehabt.

Verletzendes Verhalten Das Spektrum der Vorfälle reicht dem Bericht zufolge von verletzenden oder beleidigenden Bemerkungen bis hin zu gewalttätigen Angriffen. 86 Prozent der Fälle wurden als »verletzendes Verhalten« eingestuft. Hinzu komme eine erhebliche Dunkelziffer an Vorfällen.

»Die Tatsache, dass jüdische Menschen täglich auch in Niedersachsen Anfeindungen und Bedrohungen ausgesetzt sind, ist inakzeptabel und darf keinesfalls als normal oder alltäglich betrachtet werden«, warnte RIAS-Projektleiterin Katarzyna Miszkiel-Deppe.

Ziel der Recherche- und Informationsstelle ist es, die Erfahrungen und Wahrnehmungen von Antisemitismus-Betroffenen sichtbar zu machen. Träger ist die Amadeu Antonio Stiftung, die sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. dpa

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