Ayala Goldmann

AfD: Nach der Wahl ist vor der Wahl

Ayala Goldmann Foto: Marco Limberg

Erneut ist die AfD bei einer Wahl – diesmal der fürs Europaparlament – in Sachsen stärkste Kraft geworden. Und auch in Brandenburg gaben am vergangenen Sonntag so viele Menschen den Rechtspopulisten ihre Stimme, dass die selbst ernannte Alternative für Deutschland zur stärksten Kraft aufstieg.

Kein gutes Vorzeichen für die Landtagswahl in beiden Bundesländern am 1. September. Und in Thüringen, wo am 27. Oktober ein neuer Landtag gewählt wird, konnte die CDU bei der Europawahl ihren Status als stärkste Partei nur knapp gegen die AfD behaupten.

SPALTUNG Es steht zwar nicht zu befürchten, dass diese Partei bald in ostdeutschen Landesregierungen sitzt. Dass die CDU sich der sächsischen AfD unterordnet, wie deren Chef Jörg Urban Anfang der Woche vollmundig forderte, ist nicht zu erwarten – ebenso wenig wie eine Koalition der angeschlagenen Brandenburger SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke mit den Rechtspopulisten.

Doch einfacher werden Regierungsbildungen durch solche Wahlergebnisse nicht. Zu Recht warnte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) vor einer weiteren Spaltung der Gesellschaft.

Einfacher werden
Regierungsbildungen durch
solche Wahlergebnisse nicht.

Wer meint, dies betreffe nur den Osten, irrt. In Gesamtdeutschland hat die AfD zwar im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 kräftig verloren. Doch erinnern wir uns an die #unteilbar-Demonstration im Herbst 2018: Sie war als Kundgebung für Toleranz und Vielfalt gedacht, fast jede Minderheit konnte sich willkommen fühlen. Leider aber nicht jene, denen signalisiert wurde, die schwarz-rot-goldene Deutschlandflagge sei unerwünscht.

Das war ein Fehler, aus dem wir lernen sollten. Und deshalb heißt es jetzt nicht nur für Politiker, sondern für alle Demokraten: Wir müssen diejenigen zurückgewinnen, die Heimat suchen und dabei der AfD auf den Leim gehen.

goldmann@juedische-allgemeine.de

Nathan Gelbart

Corona: Leben oder Existenzen retten?

Der Umgang mit Corona ist eine Gratwanderung, die große politische Weitsicht und Verantwortung erfordert

von Nathan Gelbart  06.08.2020

Aaron Eckstaedt

Zum Schulbeginn besser gewappnet

Die erworbenen Kompetenzen im eigenverantwortlichen Lernen sowie im Umgang mit digitalen Medien begleiten uns

von Aaron Eckstaedt  06.08.2020

Michael Rubinstein

Düsseldorf: Vorbild Farid Bang?

Das umstrittene Video ist zwar gelöscht, doch die Irritation aufgrund der ausbleibenden klar formulierten Einsicht bleibt

 30.07.2020

Christine Glauning

Zwangsarbeit: Profit ohne Reue

Unternehmen sollten mehr erforschen, was geschieht, wenn ökonomische Interessen über die Menschenwürde gestellt werden

von Christine Glauning  30.07.2020

Sharon Fehr

Israelhass in Münster: Jedes Mittel recht

Der Demo-Aufruf zeigt, dass keineswegs eine verhältnismäßige Debatte angestrebt wird

von Sharon Fehr  30.07.2020

Michael Groys

Borschtsch und Bier? Das geht

Es ist Zeit anzuerkennen, dass die neue Generation von selbstbewussten jüdischen Deutschen ihre Wurzeln aus der Sowjetunion hat

von Michael Groys  23.07.2020

Meron Mendel

Hessen – was ist eigentlich los?

Schluss mit der Verharmlosung von rechtem Terror!

von Meron Mendel  23.07.2020

Anina Valle Thiele

Heuchelei der Tierschützer

Das Wohl der Tiere steht bei den Verhandlungen über das rituelle Schlachten nur scheinbar im Vordergrund

von Anina Valle Thiele  16.07.2020

Aron Schuster

Sozial statt nur gewinnorientiert

Überschüsse der gemeinnützigen Wohlfahrtspflege müssen zwingend für die gemeinnützigen Ziele verwandt werden

von Aron Schuster  16.07.2020