Judenhass

Zwei Verfahren gegen Xavier Naidoo anhängig

Xavier Naidoo Foto: picture alliance/KEYSTONE

Die Justiz beschäftigt sich nach wie vor mit dem Musiker Xavier Naidoo: Wie das Landgericht Mannheim auf Anfrage mitteilte, sind noch immer zwei Verfahren anhängig. Dabei gehe es unter anderem um frühere Vorwürfe wegen Volksverhetzung gegen den Sänger, der ein künstlerisches Comeback plant. »In beiden Verfahren ist noch nicht über die Eröffnung des Hauptverfahrens entschieden worden«, so ein Gerichtssprecher.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat in den vergangenen zwei Jahren zwei Anklagen gegen Naidoo wegen Volksverhetzung erhoben. In beiden Fällen geht es um Inhalte mit holocaustleugnendem und antisemitischem Charakter, die nach Behördenangaben über einen Telegram-Kanal verbreitet worden sein sollen.

Anwälte weisen Vorwürfe zurück

Naidoos Anwälte haben die Vorwürfe als falsch zurückgewiesen. Ihr Mandant sei unschuldig. Sie zeigten sich bei der Anklageerhebung vor einem Jahr überzeugt, dass das Landgericht die Eröffnung des Hauptverfahrens ablehnen werde. Es gebe keinen ausreichenden Tatverdacht. Naidoo lehne antisemitisches, rassistisches und fremdenfeindliches Gedankengut ab.

Lesen Sie auch

Naidoo hat sich als Soulsänger und mit der Gruppe Söhne Mannheims einen Namen gemacht. Er fiel später auf mit Aussagen, die ihm Antisemitismus- und Rassismus-Vorwürfe einbrachten, trat mit sogenannten Reichsbürgern auf, verbreitete Theorien der QAnon-Bewegung und polarisierte mit Äußerungen zur Corona-Pandemie.

Im Jahr 2022 veröffentlichte Naidoo ein Video, in dem er angab, sich jahrelang in Verschwörungserzählungen verrannt zu haben: »Ich habe Dinge gesagt und getan, die ich heute bereue«, sagte er.

Die Konzertagentur Live Nation hatte am Wochenende ein Konzert von Naidoo mit dem Titel »Bei meiner Seele« in der Kölner Lanxess Arena am 16. Dezember angekündigt. Demnach ist es sein erstes Konzert seit sechs Jahren. dpa

Berlin

Ulf Poschardt gibt Herausgeber-Position bei »Welt« auf

Vom Herausgeber zum Autor: Der Journalist Ulf Poschardt wechselt seine Position beim Medien-Unternehmen Axel Springer

 13.05.2026

Kommentar

Warum Dieter Nuhr den Leo-Baeck-Preis gerade jetzt verdient hat

Dass der Zentralrat der Juden den Kabarettisten ehrt, sendet ein wichtiges Signal weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus

von Ahmad Mansour  13.05.2026

Film

Iris Knobloch eröffnet 79. Filmfestival von Cannes

Die Festivalpräsidentin sieht einen Wandel in der Filmwelt: »Das Kino ist nicht mehr in Schubladen eingeteilt. Es ist ein sehr offenes Ökosystem.«

 13.05.2026

Los Angeles

Gene Simmons gab seinen Kindern kein Taschengeld

»Taschengeld? Wofür auch – fürs bloße Leben? So zieht man Verlierer groß«, sagt der Rockstar

 13.05.2026

Eurovision

»Das hat mir Kraft gegeben« - Noam Bettan suchte im Publikum nach Israelfahnen

Als der Israeli im Halbfinale antrat, gab es deutliche Buhrufe von Zuschauern

 13.05.2026

Wien

Israel zieht ins Finale des ESC ein

Noam Bettan überzeugt mit seinem Lied »Michelle« Jury und Publikum

von Martin Krauß  12.05.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Warum ich die schlechte Antwerpener Luft so manchem Insekt vorziehe

von Margalit Edelstein  12.05.2026

Ausstellung

Zerstörung bauen

Das Jüdische Museum Berlin würdigt das Werk von Daniel Libeskind und feiert den 80. Geburtstag des Architekten

von Thomas Sparr  12.05.2026

Eurovision Song Contest

Irlands ESC-Boykott gegen Israel: Autor von Kultserie macht TV-Sender schwere Vorwürfe

Irlands Sender RTÉ boykottiert den diesjährigen ESC, weil Israel daran teilnimmt. Jetzt kommt Gegenwind: Drehbuchautor Graham Linehan will nicht, dass zeitgleich eine Episode der von ihm mitgeschaffenen Sitcom »Father Ted« ausgestrahlt wird

 12.05.2026