Kulturpolitik

Weimer sieht autoritäre Tendenzen im Kulturbetrieb

Wolfgang Weimer, Kulturstaatsminister Foto: picture alliance/dpa

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat den wachsenden Antisemitismus im Kulturbereich wie in der gesamten Gesellschaft kritisiert. »Antisemitismus darf in Deutschland keinen Platz haben. Das ist zentral auch für mein Verständnis von Kulturpolitik«, sagte er der in Düsseldorf erscheinenden »Rheinischen Post« (Freitag). »Juden haben in Deutschland wieder Angst. Das ist unerträglich.«

Ohnehin stehe der Kulturbetrieb zunehmend unter Druck. »Wir erleben autoritäre Tendenzen von rechts, von links, vom Islamismus, von Diktaturen, wie es die Chinesen und die Russen machen.« Das wolle man sich nicht gefallen lassen, so Weimer. Er verwies auf Attacken Rechter auf das Bauhaus. »Das macht die AfD ernsthaft in Sachsen-Anhalt und knüpft damit direkt an eine NSDAP-Tradition an. Dabei war das Bauhaus eine weltprägende Design-Avantgarde, für das die Deutschen bewundert werden.«

Wichtig sei deshalb: Die liberale, bürgerliche Gesellschaft müsse »den Raum der Mitte offen- und weithalten«. Das habe mit Kulturpolitik »eine Menge zu tun«, betonte der Staatsminister.

Fernsehen

Adolf und seine »Akte«

Die fünfte Staffel von »Babylon Berlin« spielt 1933 zur Zeit von Hitlers Machtergreifung. Unterhaltung mit politischem Anspruch, aber stimmen die Fakten?

von Ayala Goldmann  24.09.2026

TV-Tipp

Jonah Hill in tollem Sportdrama: »Die Kunst zu gewinnen - Moneyball«

Film über ein Baseball-Team aus anderswo aussortierten Spielern

von Jan Lehr  24.09.2026

Engagement

Erstklassig, Digga!

Der Fußballverein Hannover 96 ist nun beim Projekt »Shalom, Digga« in Niedersachsen mit dabei

 24.09.2026

Buchpremiere

Hinter jedem Namen steht ein Schicksal: Ein Klassenfoto aus dem Jahr 1937 als Zeugnis jüdischen Lebens

Was wurde aus den Kindern auf einem Münchner Klassenfoto von 1937? Zwei Historikerinnen haben die Lebenswege der Schülerinnen und Schüler rekonstruiert. Ihr Buch erzählt von Verfolgung, Flucht, Überleben und Erinnerung

von Christiane Laudage  24.09.2026

Lesen!

»Leonard Cohen. 100 Seiten«

Dem Literaturwissenschaftler Oliver Kobold gelingt ein besonderes Porträt des Sängers

von Leon Stork  24.09.2026

»Imanuels Interpreten« (25)

Pancho Vladigerov: Meister der Klänge

Er studierte in Berlin, kooperierte mit Max Reinhardt und komponierte umwerfende Symphonien. Dennoch ist er fast nur in seinem Heimatland bekannt

von Imanuel Marcus  24.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  23.09.2026

Berlin-Wahl

»Die Linke ist keine antisemitische Partei, aber sie hat ein Problem mit Antisemitismus«

Der Comedian äußerte sich im Interview mit dem Tagesspiegel zur Berliner Wahl und zu einer progressiven linken Haltung zu Israel

 23.09.2026

Theater

Abgrund statt Parabel

In seiner Inszenierung von »Mephisto« spürt Frank Castorf den verborgenen Anziehungskräften des Faschismus nach und verzichtet dabei auf einfache Aktualisierungen

von Leon Stork  23.09.2026