Literatur

»Vielleicht Esther«

Gewinnerin in Klagenfurt: Katja Petrowskaja Foto: Johannes Puch

Ich habe alles so aufgeschrieben wie es passiert ist. Es ist leider eine wahre Geschichte», sagt Katja Petrowskaja. Die 43-jährige gebürtige Kiewerin hat am Sonntag den Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen, die begehrtesteste deutschsprachige Literaturauszeichnung.

Ihr Text, ein Auszug aus ihrem für 2014 zur Veröffentlichung vorgesehenen Roman Vielleicht Esther erzählt vom Tod ihrer Urgroßmutter. Sie hatte nicht mehr mit der Familie rechtzeitig vor der einmarschierenden Wehrmacht fliehen können, und wurde auf offener Straße erschossen, als sie einen deutschen Offizier auf Jiddisch ansprach.

Generation Als Opferliteratur allerdings versteht Petrowskaja ihre Arbeit nicht: «Für mich gehört der Krieg zu unserer ›Antike‹. Ich kann nicht nach dem Klischee ›Täter–Opfer‹ entscheiden», sagt sie. «Für meinen Vater und seine Generation hat das noch eine andere Bedeutung. Ich fühle mich demgegenüber wie eine – im klassischen Sinne – ›Barbarin‹, wie eine, die in dieser grausamen Geschichte nicht mehr so verwurzelt ist. »

Die mit einem Deutschen verheiratete Autorin, die mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in Berlin lebt, hat im estnischen Tartu Literaturwissenschaften studiert und in Moskau promoviert. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) erscheint seit 2011 alle zwei Wochen ihre Kolumne «Die west-östliche Diva».

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in unserer nächsten Ausgabe am Donnerstag, den 11. Juli.

Fernsehen

»Du bist ein kranker Lügner«

Ariel attackiert Gil Ofarim und Mirja muss raus: So war die zehnte Folge des Dschungelcamps

von Martin Krauß  01.02.2026

"Dschungelcamp"

Gil Ofarim: »Auch ich will ’ne Antwort - vom deutschen Justizsystem«

Musiker Gil Ofarim steht wieder im Zentrum der Aufmerksamkeit

von Britta Schultejans  01.02.2026

Musik

»Ich werde alles geben«

Noam Bettan, Israeli mit französischen Wurzeln, vertritt sein Land beim Eurovision Song Contest in Wien

von Sabine Brandes  01.02.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Veränderung oder Die Welt von gestern ist nicht mehr

von Nicole Dreyfus  01.02.2026

TV

Was der Dschungel mit den Primaries zu tun hat

»Ich habe halt seeehr wenig Follower«, sagt Nicole Belstler-Boettcher als sie das Camp verlassen muss. Das Dschungelcamp serviert uns in ungewöhnlichem Rahmen einiges zur Demokratietheorie

von Martin Krauß  01.02.2026

Kino

»EPiC: Elvis Presley In Concert« feiert Kinostart

Laut Regisseur Baz Luhrmann ist das Werk weder eine reine Dokumentation noch ein klassisches Konzertfilm-Format, sondern ein tiefgründiges Porträt des 1977 verstorbenen jüdischen Stars. Die Kritiker sind beeindruckt

 31.01.2026

Der diesjährige Lerntag "Jom Ijun" findet am 1. Februar im Gemeindezentrum der ICZ in Zürich statt.

Interview

»Wir sind in der kleinen jüdischen Welt einsam«

Der diesjährige Lerntag »Jom Ijun« beleuchtet das innerjüdische Spannungsfeld zwischen Gemeinschaft und Individualismus. Warum auch der jüdische Diskurs davon betroffen ist, erklären die Organisatoren Ron Caneel und Ehud Landau im Gespräch

von Nicole Dreyfus  31.01.2026

Aufgegabelt

Früchtebrot

Rezepte und Leckeres

 31.01.2026

Rezension

Israel lieben und an Israel zweifeln

Sarah Levys Buch »Kein anderes Land« ist ein persönliches Zeitdokument – von Sommer 2023 bis zum 7. Oktober und dem Gaza-Krieg

von Eugen El  31.01.2026