Ingeborg-Bachmann-Preis

Text von Boris Schumatsky von Jury gelobt

Boris Schumatsky bei den 49. Tagen der deutschsprachigen Literatur 2025 Foto: Johannes Puch

Beim diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Literaturwettbewerb beginnt die Preisverleihung am Sonntagvormittag. Insgesamt 14 deutschsprachige Autorinnen und Autoren präsentierten zuvor in Klagenfurt ihre Texte in einem dreitägigen Wettlesen.

In den Jury-Debatten, die vor Publikum und im Fernsehen live ausgetragen wurden, kristallisierten sich einige Favoriten für den Hauptpreis der Stadt Klagenfurt heraus. Laut Veranstalter, dem Sender ORF, ist dieser mit 25.000 Euro dotiert. Darunter ist etwa der in Konstanz lebende Autor Thomas Bissinger mit einem Ausschnitt aus seinem historischen Romanprojekt über die Familie des Physikers Paul Ehrenfest während der NS-Zeit.

Auch der Berliner Schriftsteller Boris Schumatsky konnte die Jury überzeugen, mit einem Text über die Unmöglichkeit, in seine Geburtsstadt Moskau zurückzukehren. Mara Delius nannte den Text in der Jurydiskussion nach der Lesung, den »wohl interessantesten und vermutlich auch besten Beitrag« in diesem Jahr. Auch andere Jurorinnen und Juroren waren angetan von der Sprache, der Konstruktion und den verschiedenen Ebenen des Textes, der die Leser durch eine leise, aber durchdringende Sprache berühre.

Boris Schumatsky, der Mitte der 90er-Jahre von Moskau nach Berlin kam, hat in Beiträgen für Zeitungen wie »Frankfurter Allgemeine« oder »Die Zeit« über den 7. Oktober 2023, über Antisemitismus und über seine Erinnerungen als jüdischer Student geschrieben.

Die österreichische Sprachkünstlerin Natascha Gangl beeindruckte mit einer literarischen Suche nach den versteckten Spuren eines NS-Verbrechens. Zum Favoritenkreis zählt auch die Zürcher Autorin Nora Osagiobare, die eine energiegeladene Erzählung rund um Vater-Tochter-Konflikte, Drogen und Reality-TV präsentierte.

Der Bachmann-Preis ist nach der österreichischen Literatin Ingeborg Bachmann (1926-1973) benannt. Zudem werden im Rahmen des Wettbewerbs fünf weitere Auszeichnungen vergeben. dpa/ja

Programm

Kultursommer, Führungen und Einstein vs. Hawking: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 31. Juli bis zum 6. August

 02.08.2026

Gesprächsband

Jenseits der Dogmen

Daniel Cohn-Bendit, säkularer und linker Jude, blickt in »Erinnerungen eines Vaterlandslosen« auf ein spannendes Leben

von Marko Martin  01.08.2026

Rezension

Von Gottesmördern und »Genozid«

Renommierte Autoren wie Eva Illouz und Jeffrey Herf wenden sich in einem Sammelband gegen die Umdeutung des 7. Oktobers

von Therese Klein  01.08.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Koschere Küsse und gebrochene Herzen: Jüdische RomCom mit Tiefgang

von Margalit Edelstein  01.08.2026

Medizin

Blutprobe ohne Nadel

In einer israelischen Studie analysiert Künstliche Intelligenz feinste Gefäße im Auge. Das Verfahren könnte Tests sogar ohne Labor ermöglichen

von Sabine Brandes  01.08.2026

Aufgegabelt

Süße Burekas

Rezepte und Leckeres

 01.08.2026

Sehen!

Warten auf »The Pitt«

Es könnte noch sechs Monate dauern, bis die dritte Staffel der Krankenhaus-Serie startet

von Katrin Richter  01.08.2026

New York

John Legend spielt Harry Belafonte in neuem Film

»The Road Home« bringt die Geschichte der Musiker Hugh Masekela, Miriam Makeba und Harry Belafonte auf die Leinwand. Die Soul-Größe John Legend sieht seine Rolle als Privileg

 31.07.2026

London

Nach Protesten gegen sein Lied über Israel: Boy George tritt nicht mehr im London Palladium auf

Die Hintergründe

 31.07.2026