TV

»Stefan Raab Show« unterstellt Gil Ofarim »Betrüger-Gen«

Stefan Raab Foto: picture alliance / SvenSimon

In der »Stefan Raab Show« auf RTL dreht sich derzeit alles um das Dschungelcamp. »Das musikalische Talent hat er von seinem Vater Abi Ofarim, der in Wirklichkeit kein Abi hatte«, hieß es in der Sendung vom 27. Januar in einem Einspieler, der ausschließlich dem Sänger Gil Ofarim gewidmet war. Darin erklärte der Kommentator, der mit betont lustiger Stimme das Gezeigte begleitet. »Das bringt uns zum Betrüger-Gen von Gil, das er seinem Onkel Samuel zu verdanken hat.«

Dann ist in dem Einspieler ein orientalisch aussehender Mann zu sehen, der auf einem Markt hektisch Äpfel in seinem Einkaufstrolley verschwinden lässt. »Trotz des großen Skandals ist er natürlich ein Ausnahmetalent, das vor allem in der jüdischen Gemeinde einen Hit nach dem anderen landet«, sagt die Einspielerstimme, während ultraorthodoxe Männer gezeigt werden, die ekstatisch tanzen.

Besagter »Onkel Samuel« ist eine Erfindung der Macher der »Stefan Raab Show«, die einen jüdisch konnotierten Namen auswählten und behaupteten, es würde ein familiäres »Betrüger-Gen« geben. Die Aussage, Jüdinnen und Juden wären per se betrügerisch oder betrügerischer als andere Menschen gehört ebenso zum Grundbestand antisemitischer Zuschreibungen wie das Negativbild vom geldgierigen Juden.

Lesen Sie auch

In der »Stefan Raab Show« gibt es aber auch ein Gewinnspiel, das den Titel »Geld oder Gil« trägt. Zuschauer müssen sich einen kurzen Einspieler anschauen und eine Frage dazu beantworten. Ist die Antwort richtig, gewinnt man 500 Euro. Ausgestrahlt wurde die Sendung am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

Weltglücksbericht

Israelis und die Freude am Leben

Trotz Kriegen und Terror landet der jüdische Staat weit vorn auf Platz 8. Die Forscherin Anat Fanti erklärt, warum

von Sabine Brandes  06.04.2026

Jazz

Omer Klein: »The Poetics«

Der israelische Pianist hat ein neues Album veröffentlicht. Es ist ein analoges Klangerlebnis, das innere und äußere Räume weit öffnet

von Ayala Goldmann  06.04.2026

Iryna Fingerova

»Man darf Kulturen nicht vergleichen«

Die Schriftstellerin und Ärztin über die Folgen einer Emigration, ihr Verhältnis zur Ukraine und das Leben als Jüdin in Deutschland – allesamt auch Themen ihres Romans »Zugwind«

von Maria Ossowski  05.04.2026

Dana von Suffrin

Wutgeburt

»Toxibaby« erzählt von einer toxischen deutsch-jüdischen Beziehung

von Katrin Diehl  04.04.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der Jüdischen Welt

von Katrin Richer, Imanuel Marcus  04.04.2026

Michael Brenner

»Für die Nazis durfte es ›arische Juden‹ eigentlich nicht geben«

Der Historiker erforscht das Schicksal von Konvertiten in der NS-Zeit. Ein Gespräch über Menschen, die in keine Schublade passten

von Ayala Goldmann  04.04.2026

Zahl der Woche

14

Funfacts & Wissenswertes

 01.04.2026

Aufgegabelt

Mazze-Granola

Rezept der Woche

von Katrin Richter  31.03.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Neues aus der Jüdischen Welt

von Katrin Richter  31.03.2026