Sehen

Peter Loewy: »Zeichnungen«

Peter Loewy: Edgar Degas 2009 Foto: pinakothek.de

Sehen

Peter Loewy: »Zeichnungen«

Fotos von Bildern in der Münchener Pinakothek

von Alexander Kluy  25.02.2010 00:00 Uhr

Wie der Zufall so spielt. So hätte der Fotograf Peter Loewy seine Bilderserie auch nennen können. Ganz zufällig kam Loewy, von dem 1996 der Band Jüdisches erschien und 2006 Private Collection, dazu, Zeichnungen aus Kunstbänden abzufotografieren. Eine Freundin hatte eine Frau aus einem Kostümbuch abgemalt, er beugte sich mit seiner Kamera über die Zeichnung. Und war ob der visuellen Veränderungen erstaunt. Und machte weiter. Vom Work in Progress Zeichnungen, an dem Loewy seit mehreren Jahren arbeitet, ist nun eine Auswahl von 50 Aufnahmen in der Staatlichen Graphischen Sammlung in Münchens Pinakothek der Moderne zu sehen.

irritation Der 1951 in Israel geborene, in Frankfurt/M. lebende Loewy nennt seine Serie »eine Liebeserklärung an die Zeichnung«. Für seine Ausschnitte von Köpfen in starker Vergrößerung, in Schwarzweiß und absichtsvoll verschwommen, hat er sich bei Alten Meistern wie Rembrandt, Dürer oder Watteau ebenso bedient wie bei der Klassischen Moderne, bei Hopper, Klimt, Courbet. Und bei zeitgenössischen, von ihm verehrten Künstlern wie David Hockney, R. B. Kitaj und Alex Katz. Jeweils zu einer Gruppe von vier Porträts zusammengestellt, lösen die Bilder beim Betrachter immer stärkere Irritation aus. Was ist hier noch Zeichnung, was nicht mehr Foto? Welche Rolle spielt Erinnern, welche Vergessen? Schleicht sich in den immer breiter werdenden Spalt unsicher machenden Zweifels nicht die Assoziation von Verschwinden und von Auslöschung? Schon bei der Eröffnung fügte eine Besucherin der Dimension der Loewyschen Arbeiten noch eine weitere hinzu. Sie machte mit ihrer Digitalkamera von einem abfotografierten Fotoporträt Loewys – ein Foto.

Peter Loewy: »Zeichnungen. Eine Ausstellung mit Photoportraits«, Pinakothek der Moderne München, bis 11. April.
www.pinakothek.de

New York

John Legend spielt Harry Belafonte in neuem Film

»The Road Home« bringt die Geschichte der Musiker Hugh Masekela, Miriam Makeba und Harry Belafonte auf die Leinwand. Die Soul-Größe John Legend sieht seine Rolle als Privileg

 31.07.2026

London

Nach Protesten gegen sein Lied über Israel: Boy George tritt nicht mehr im London Palladium auf

Die Hintergründe

 31.07.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  30.07.2026

Kulturkolumne

»Absteiger« oder Zünglein an der Waage?

Israelis im Ausland und die Wahl am 27. Oktober: Expats, bucht einen Flug!

von Ayala Goldmann  30.07.2026

London

Gericht verurteilt Amy Winehouses Vater zu Millionenzahlung nach gescheiterter Klage

Mitch Winehouse muss das Geld an zwei langjährige Vertraute seiner Tochter überweisen

 30.07.2026

Beziehungen

Es geht nicht um Leben oder Tod

Gute Freunde sind ein Geschenk. Und wenn es Krach gibt, sollte man tief durchatmen – und ein paar Tage später wieder anrufen

von Adriana Altaras  30.07.2026

Zahl der Woche

7 Wochen

Fun Facts und Wissenswertes

 28.07.2026

Literatur

Von der Liebe in Zeiten der ’Ndrangheta

In seinem Tatsachenroman erzählt der italienisch-jüdische Autor Roberto Saviano die Geschichte einer verschwundenen Frau

von Knut Elstermann  28.07.2026

Aufgegabelt

Marokkanische Bällchen

Rezepte und Leckeres

 28.07.2026