Musik

Nach Eklat: Hamburg, Stuttgart und Köln sagen Bob-Vylan-Auftritte ab

Das Duo von Bob Vylan trat auf einer der Main Stages auf. Foto: picture alliance / empics

Nach dem Eklat bei einem britischen Festival mit israelfeindlichen und antisemitischen Aussagen sind mehrere geplante Auftritte des Punk-Duos Bob Vylan in Deutschland abgesagt worden. Das bestätigte der Konzertveranstalter FKP Scorpio der Deutschen Presse-Agentur.

Bob Vylan hätte als Vorband der US-Band Gogol Bordello unter anderem in Hamburg, Stuttgart und Köln auftreten sollen. Die Auftritte seien alle abgesagt worden, so die Veranstalter. Die Band äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht. 

Lesen Sie auch

Der Sänger des britischen Hip-Hop-Punk-Duos hatte beim Glastonbury-Festival Ende Juni in England unter anderem mit dem Slogan »Death, death to the IDF« (Tod den israelischen Streitkräften) zu Sprechchören des Publikums aufgerufen. Sowohl der als antisemitisch eingestufte Auftritt selbst als auch der Umgang der öffentlich-rechtlichen Senders BBC mit der Übertragung wurden in der Folge massiv kritisiert.

Der deutsche Veranstalter bestätigte, »dass Bob Vylan bereits kurz nach Bekanntwerden ihrer Aussagen beim Glastonbury nicht mehr Teil der von uns veranstalteten Konzerte von Gogol Bordello waren«. Weiter teilte FKP Scorpio mit: »Wir selbst unterstützen selbstverständlich keine Aussagen im Kontext öffentlicher Darbietungen, die nicht von der Kunst- und Meinungsfreiheit gedeckt sind. Klare Aufrufe zur Gewalt sind für uns daher nicht akzeptabel.«

In Großbritannien hatte sich die BBC entschuldigt, die Live-Übertragung nicht abgebrochen zu haben. Zudem ermittelt die britische Polizei gegen das Duo. Bob Vylan tritt in Großbritannien weiter auf, etwa am Mittwochabend in einem Londoner Club. dpa

Zahl der Woche

3,71 Mitglieder

Fun Facts und Wissenswertes

 18.02.2026

Zahl der Woche

1 jüdischer Karnevalsverein

Fun Facts und Wissenswertes

 18.02.2026

Berlinale

»Gute Filme überdauern die Zeit, weil sie menschlich sind«

»Where to?« ist die einzige israelische Produktion der 76. Berlinale. Regisseur Assaf Machnes im Interview über Inspiration, Trauma und Hoffnung

 18.02.2026

Berlin/Mannheim

Nach Comeback: Mit diesen Aussagen irritiert Xavier Naidoo

Der Mannheimer Soul-Musiker hat auf einer Demonstration in Berlin gegen Kindesmissbrauch unter anderem von »Menschenfressern« gesprochen. Ein Experte hält die Wortwahl für radikalisierend

 18.02.2026

Berlinale

Kulturstaatsminister nimmt Berlinale-Jury-Chef Wenders in Schutz

Auch dieses Jahr beschäftigt der Nahost-Konflikt die traditionell als politisch geltende Berlinale. Nun hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer dem Jury-Präsidenten Wim Wenders den Rücken gestärkt

von Alexander Riedel  18.02.2026

Köln

Gil Ofarim belog seine Kinder wegen der Davidstern-Affäre

In einer neuen RTL-Dokumentation gibt der Sänger Auskunft darüber, wie er mit der Situation gegenüber seinen Kindern umgegangen ist

 18.02.2026

Meinung

Berlinale: Aktivismus statt Kunst

Auf der Berlinale soll eigentlich der Film gefeiert werden. Doch zahlreiche Gäste und Außenstehende missbrauchen das Festival als politische Bühne

von Sophie Albers Ben Chamo  18.02.2026

Interview

»Mit Humor, Herz und Haltung«

Florian Sitte über Politik an Fastnacht, seine Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft und die Reaktionen auf seine denkwürdige Rede als Till während der Mainzer Fastnachtsitzung

 18.02.2026

Berlinale

Deutsch-israelisches Co-Producing-Netzwerk stellt sich vor

»FutureNARRATIVE Fund« will Film-, TV- und Theaterprojekte aus beiden Ländern vernetzten und Fördermittel bündeln

von Ayala Goldmann  18.02.2026