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Mehr als »The Dude« - Western »True Grit« und Doku zu Jeff Bridges

Im Werk der Brüder Joel und Ethan Coen geht es meist um typische US-amerikanische Träume und Alpträume. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sie dabei irgendwann auch beim amerikanischsten aller US-Genres landeten - dem Western.

»True Grit« von 2010 erzählt von einem 14-jährigen Mädchen (Hailee Steinfeld), dessen Vater ermordet wurde und das einen abgehalfterten Marshal (Jeff Bridges) anheuert, um Rache zu nehmen. Ein junger, hitzköpfiger Texas Ranger (Matt Damon) schließt sich dem Duo an. Die Jagd nach dem Bösewicht erweist sich dabei aber als waghalsige Odyssee durch einen winterlichen Kosmos voller absonderlich-gefährlicher Begegnungen.

Remake von »The Marshal« mit John Wayne

Ein spannender, bildgewaltiger Western nach einem Roman, den bereits Henry Hathaway mit John Wayne unter dem Titel »Der Marshal« adaptierte. Bis auf wenige Abweichungen bleibt das Remake in Handlung und Erzähltonfall nahe am Original, wobei Hauptdarsteller Jeff Bridges durchaus in Bann schlägt, auch wenn er nicht an die Ausstrahlung John Waynes heranreicht.

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Ergänzend zu dem ungewöhnlichen Western zeigt Arte die Doku »Jeff Bridges und The Dude«. Die Figur des »Dude« in dem Coen-Film »The Big Lebowski« (1998) katapultierte Bridges mit über 50 Jahren in die erste Riege der US-Stars, wodurch der bis dahin eher auf Nebenrollen und Genrefilme abonnierte Mime fortan öfter im Rampenlicht stand und mit seiner Rolle in »Crazy Heart« (2010) auch einen »Oscar« als bester Darsteller gewann.

Bis zu »The Big Lebowski« hatte sich der Sohn einer Schauspielerfamilie vor zu viel Sichtbarkeit eher gedrückt. Obwohl er schon seit dem Ende der 1960er-Jahre vor der Kamera stand, kam seine Karriere nicht richtig in Gang. Bridges fehlte die Begeisterung für die Schauspielerei, die er nur aus wirtschaftlichen Gründen betrieb. Lieber frönte er seiner Kunstleidenschaft und versuchte sich in Musik, Malerei, Bildhauerei und Fotografie. Mit seiner Frau und seinen Kindern lebte er zurückgezogen in Montana.

Ikonische Identifikationsfigur

Doch dann schrieben ihm die Coen-Brüder die Rolle eines kiffenden Späthippies, der am liebsten den ganzen Tag im Bademantel und Boxershorts herumläuft und einen »White Russian« nach dem anderen trinkt, auf den Leib. Mit dieser Rolle des ziellos durchs Leben treibenden »Slackers« konnte sich Bridges anscheinend identifizieren. »The Dude« verkörperte einen coolen Gegenentwurf zur Leistungsgesellschaft und schuf eine ikonische Identifikationsfigur, die Bridges den Weg an die Spitze ebnete. Die informative Dokumentation von Charles-Antonine de Rouvre beleuchtet diesen eigenwilligen Zufall und zeichnet das Porträt eines untypischen Spätzünders.

»True Grit« + Doku »Jeff Bridges und ‚The Dude‘ «, in der Arte-Mediathek.

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