USA

Komponist Randy Newman wird 80

Eigentlich wollte Randy Newman in diesem Jahr endlich auf große Europa-Tournee gehen. Die Auftritte waren schon 2020 geplant gewesen, dann kam die Coronavirus-Pandemie dazwischen - und nun gesundheitliche Probleme. »In letzter Zeit habe ich gemerkt, dass ich schrumpfe«, schrieb Newman, der heute 80 Jahre alt wird, dazu auf seiner Webseite.

»Menschen, die ich immer überragt habe, haben jetzt auf einmal mich überragt. Es hat sich herausgestellt, dass mein Genick gebrochen war.« Er sei erfolgreich operiert worden, aber die Tour musste erst von 2022 auf 2023 und dann noch einmal auf unbestimmte Zeit verschoben werden. »Ich vermisse es sehr, aufzutreten und freue mich darauf, wenn ich es wieder kann.«

Berühmt geworden ist der Liedermacher und Komponist auch mit Filmmusik. Kinderzeichentrickfilme wie »Toy Story« oder »Monster AG« haben Newman eine riesige Fangemeinde und zahlreiche Auszeichnungen eingebracht, darunter Oscars und Grammys. Die deutschen Versionen von Songs wie »Wenn ich Dich nicht hätte« oder »Du hast’n Freund in mir« sang Klaus Lage, der selbst Randy-Newman-Fan ist.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»You’ve Got a Friend in Me«

Auf Konzerten müsse er »You’ve Got a Friend in Me« spielen, das gehe gar nicht anders, sagt Newman. »Ich würde es nie nicht spielen. Es bedeutet manchen Menschen zu viel.«

Geboren wurde Newman 1943 in Los Angeles in eine äußerst musikalische, jüdische Familie hinein. Der Vater, eigentlich Arzt, spielte gelegentlich Klarinette in der Band von Benny Goodman. Auch der kleine Randall Stuart lernte ein Instrument: das Klavier. Mit 15 schrieb er seinen ersten Song.

Mit Anfang 30 war er ein erfolgreicher Musiker, der Platten aufnahm, in die Charts kam und dessen Musik nicht nur Filme untermalte, sondern zum Beispiel auch die Olympischen Spiele in Los Angeles 1984 - mit »I Love L. A.«.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Ironie, Hohn und Sarkasmus

Newman, der zum zweiten Mal verheiratet ist und fünf Kinder hat, spielt gerne mit Worten und packt Ironie, Hohn und Sarkasmus in seine Songs - etwa bei »It’s Money That I Love« oder »Short People«. Nicht immer wurde das richtig verstanden und brachte ihm auch viel Kritik ein.

Über die Jahre konnte Newman aber doch Fans und Kritiker für sich gewinnen - und bekam nach 16 Oscar-Nominierungen 2002 die erste Trophäe, zahlreiche weitere Auszeichnungen folgten. Ob er denn nun bald in Rente gehen wolle, fragte ihn der »Guardian«. »Nein, das sehe ich nicht passieren. Ich habe mich mein ganzes Arbeitsleben über gefragt, warum Menschen im Showbusiness in Rente gehen und es ist eigentlich ganz einfach: Zuhause applaudiert niemand, also machen wir weiter.«

Zuletzt arbeitete er 2019 an den Filmmusiken von »Marriage Story« und Toy Story 4 (»A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando«), 2017 kam sein bislang letztes Studioalbum »Dark Matter« heraus. Der Bereich Film wird in Newmans Familie schon lange großgeschrieben. Drei seiner Onkel waren Filmmusik-Komponisten und vier seiner Cousins sind dies weiterhin.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Song für Obama

Randy Newmans Eltern waren nicht praktizierende Juden. Der Künstler selbst bezeichnete sich einst als Atheisten - mit der Begründung, Religion habe während seiner Kindheit keine Rolle gespielt.

Mit Antisemitismus kam er allerdings durchaus in Berührung: Als Teenager wurde Randy Newman von einem Mädchen zu einem Ball eingeladen - als ihr Tanzpartner in einem eleganten Club. Diese Einladung wurde jedoch durch ihren Vater rückgängig gemacht. Er teilte Newman mit, Juden dürften den Riviera Country Club nicht betreten. Daraufhin soll der junge Randy aufgelegt haben, bevor er zu seinem Vater lief und ihn fragte, wer oder was ein Jude ist.

Politisch ist Newman weiterhin aktiv - und schrieb unter anderem einen Song für den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama und einen gegen Kreml-Chef Wladimir Putin. Ein Lied über den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump war auch in der Mache. Das Projekt ließ Newman dann aber doch lieber wieder in der Schublade verschwinden. »Dieser Song war einfach zu vulgär«, sagte der Liedermacher in einem Interview. (mit ja)

Weltglücksbericht

Israelis und die Freude am Leben

Trotz Kriegen und Terror landet der jüdische Staat weit vorn auf Platz 8. Die Forscherin Anat Fanti erklärt, warum

von Sabine Brandes  06.04.2026

Jazz

Omer Klein: »The Poetics«

Der israelische Pianist hat ein neues Album veröffentlicht. Es ist ein analoges Klangerlebnis, das innere und äußere Räume weit öffnet

von Ayala Goldmann  06.04.2026

Iryna Fingerova

»Man darf Kulturen nicht vergleichen«

Die Schriftstellerin und Ärztin über die Folgen einer Emigration, ihr Verhältnis zur Ukraine und das Leben als Jüdin in Deutschland – allesamt auch Themen ihres Romans »Zugwind«

von Maria Ossowski  05.04.2026

Dana von Suffrin

Wutgeburt

»Toxibaby« erzählt von einer toxischen deutsch-jüdischen Beziehung

von Katrin Diehl  04.04.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der Jüdischen Welt

von Katrin Richer, Imanuel Marcus  04.04.2026

Michael Brenner

»Für die Nazis durfte es ›arische Juden‹ eigentlich nicht geben«

Der Historiker erforscht das Schicksal von Konvertiten in der NS-Zeit. Ein Gespräch über Menschen, die in keine Schublade passten

von Ayala Goldmann  04.04.2026

Zahl der Woche

14

Funfacts & Wissenswertes

 01.04.2026

Aufgegabelt

Mazze-Granola

Rezept der Woche

von Katrin Richter  31.03.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Neues aus der Jüdischen Welt

von Katrin Richter  31.03.2026