Gerechtigkeit

Jüdische Verbände dringen auf Rückgabegesetz 

NS-Raubkunst aus ehemals jüdischem Besitz Foto: The Israel Museum, Jerusalem by Yair Hovav

Der Zentralrat der Juden und die Jewish Claims Conference fordern weitere Schritte zur Rückgabe von NS-Raubkunst. Beide Organisationen begrüßten zwar die neuen Schiedsgerichte, die zum 1. Dezember ihre Arbeit aufnehmen und Streitfälle zwischen öffentlichen Museen und den Erben der ursprünglichen Besitzer schlichten sollen. Nötig sei aber auch das angekündigte Restitutionsgesetz, betonte Zentralratspräsident Josef Schuster.

»Um Ansprüchen auf solche Kulturgüter auch in privatem Besitz eine Rechtsgrundlage zu geben, muss nun als nächstes, wie von der Koalition festgeschrieben, ein Restitutionsgesetz in die Tat umgesetzt werden«, erklärte Schuster in Berlin. Für die Claims Conference in Europa ergänzte Rüdiger Mahlo, die schwarz-rote Koalition habe sich zu einem solchen Gesetz verpflichtet. »Wir vertrauen darauf, dass sie dieses Versprechen zeitnah einlöst.«

Es geht um Kunstwerke und Kulturgüter, die meist jüdische Opfer der Nationalsozialisten aufgrund der Verfolgung zwischen 1933 und 1945 verloren. Schätzungen gehen von bis zu 600.000 geraubten Stücken aus. An Besitzer oder Nachfahren zurückgegeben wurden nach Angaben des Deutschen Zentrums für Kulturgutverluste mindestens 9.864 »museale Objekte« sowie 34.971 Bibliotheksgüter. Um viele teils berühmte Kunstwerke in öffentlichen Sammlungen wird aber weiter gestritten.

Lesen Sie auch

Hier sollen die neuen Schiedsgerichte helfen. Diese können Erben der Opfer künftig in der Regel einseitig anrufen. Entscheidungen sollen verbindlich sein. Außen vor sind jedoch Streitigkeiten mit privaten Besitzern umstrittener Werke. 

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer lobte die neuen Schiedsgerichte und betonte, der Staat stehe zu seiner historischen Verantwortung. »Die Einrichtung der Schiedsgerichtsbarkeit ist mehr als eine institutionelle Reform – sie ist Ausdruck unserer moralischen Verpflichtung gegenüber den Opfern und ihren Erben.«


Muttertag

Moja Mama!

Die jiddische Mamme ist Motiv in etlichen Witzen. Dabei ist sie ist so viel mehr. Eine Würdigung aus der Perspektive eines Sohnes

von Jan Feldmann  08.05.2026

Kulturkolumne

Heißt David demnächst »Dschihad«?

Warum Michelangelo heute nie den Goldenen Löwen der Kunstbiennale-Jury von Venedig bekommen hätte

von Ayala Goldmann  08.05.2026

Meinung

LMU München: Ein Abschiedsbrief an meine geliebte Alma Mater

Ein Liebesbrief aus Enttäuschung an eine Universität, die sich selbst zu verlieren droht

von Guy Katz  08.05.2026

Meinung

Warum Erwin Rommel kein Vorbild für die Bundeswehr sein kann

Der Mythos vom ritterlichen »Wüstenfuchs« überlagert bis heute die wahre Geschichte hinter dem Nazi-General. Umso dringender ist eine Beschäftigung mit seiner Biografie

von Benjamin Ortmeyer  07.05.2026

Kino

Historiendrama: »Andor Hirsch« - Ein jüdischer Junge im Nachkriegs-Ungarn

»Andor Hirsch« ist ein Historiendrama um einen jüdischen Jungen, der im Ungarn der 1950er Jahre mitten in den Nachwehen des gescheiterten Volksaufstands in eine Identitätskrise gerät - als er erfährt, wer sein Vater ist

von Kira Taszman  07.05.2026

Zahl der Woche

60 bis 75 Minuten

Fun Facts und Wissenswertes

 07.05.2026

Satire

Wie die Jüdische Allgemeine in 80 Jahren entsteht

Die KI braucht keinen Urlaub und macht nie Fehler: Eine Vorausschau

von Ralf Balke  07.05.2026

Redaktion

Die Menschen hinter der Jüdischen Allgemeinen

Wer textet und redigiert, gestaltet, illustriert und organisiert heute die Jüdische Allgemeine? 18 Menschen, neun Ressorts – wir stellen uns vor

 07.05.2026

Presse

Laut und deutlich

Jüdische Zeitungen verstanden sich stets als Stimme ihrer Leserschaft. Daran hat sich auch in Deutschland bis heute wenig geändert

von Philipp Lenhard  07.05.2026