Großbritannien

J.K. Rowling prangert Schweigen zu Iran-Protesten an

JK Rowling Foto: picture alliance / empics

Großbritannien

J.K. Rowling prangert Schweigen zu Iran-Protesten an

»Wenn du vorgibst, für Menschenrechte einzutreten, es aber nicht über dich bringst, Solidarität mit Menschen zu zeigen, die im Iran für ihre Freiheit kämpfen, dann hast du dich selbst entlarvt«, schreibt die »Harry Potter«-Autorin

 13.01.2026 09:20 Uhr

Die britische Schriftstellerin J.K. Rowling hat mit einem scharf formulierten Beitrag in sozialen Netzwerken eine Debatte über den Umgang westlicher Menschenrechtsaktivisten mit den Protesten im Iran ausgelöst. Die Autorin der Harry Potter-Reihe warf Teilen der Szene am vor, den Westen lautstark zu kritisieren, während sie zu den blutig niedergeschlagenen Demonstrationen gegen das iranische Regime weitgehend schwiegen.

In ihrem Beitrag, der innerhalb kurzer Zeit fast neun Millionen Mal aufgerufen wurde, schrieb Rowling: »Wenn du vorgibst, für Menschenrechte einzutreten, es aber nicht über dich bringst, Solidarität mit Menschen zu zeigen, die im Iran für ihre Freiheit kämpfen, dann hast du dich selbst entlarvt.« Wer immer dann keine Empörung zeige, wenn es um die Gegner der eigenen Gegner gehe, dem gehe es nicht um Unterdrückte, sondern um Ideologie, so Rowling weiter.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Der Post verbreitete sich rasant, wurde zehntausendfach geteilt und kommentiert. Rowling kritisierte insbesondere Aktivisten, die regelmäßig Demonstrationen gegen westliche Staaten oder deren Verbündete organisierten, gleichzeitig aber zur aktuellen Protestbewegung im Iran schwiegen, die sich gegen ein repressives und gewalttätiges Regime richtet und auf einen grundlegenden politischen Wandel abzielt.

Besonders hob sie hervor, dass viele Stimmen, die sonst bei Kundgebungen unter Parolen wie »Free Palestine« präsent seien oder autoritäre Regime wie das von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro unterstützten, zu den Vorgängen im Iran keine Stellung nähmen. Zahlreiche Nutzer schlossen sich ihrer Kritik an. Der Journalist Jonathan Herronoff fragte etwa: »Wo sind die Solidaritätsdemonstrationen auf den Straßen?« Der Kommentator Oli London schrieb: »Wo sind die ›Free Palestine‹-Aktivisten, wenn es um Gerechtigkeit für das iranische Volk geht?«

Lesen Sie auch

Auch iranische und iranischstämmige Aktivisten meldeten sich zu Wort. Sana Ebrahimi sowie die iranisch-amerikanische Menschenrechtsaktivistin Masih Alinejad warfen Teilen der »Free Palestine«-Bewegung vor, Narrative des Regimes in Teheran zu übernehmen, das einerseits Organisationen wie Hamas finanziere und andererseits die eigene Bevölkerung unterdrücke.

Neben breiter Zustimmung erhielt Rowling jedoch auch heftigen Gegenwind. Einzelne Nutzer attackierten sie scharf und warfen ihr vor, sie unterstütze eine angebliche »jüdische Vorherrschaft« und betreibe Propaganda für einen Regimewechsel im Interesse Israels. In einer direkten Antwort wies Rowling diese Vorwürfe entschieden zurück: »Iranische Bürger, die mutiger sind, als du es jemals sein wirst, opfern ihr Leben für ihre Befreiung – und dir fällt nichts Besseres ein, als zu sagen, ›die Juden sind schuld‹? Das ist schon jenseits jeder Parodie.« im

Entscheidung

Halberstädter Museum für jüdische Kultur wird weiter gefördert

Im Jahr 2001 wurde das Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur in Halberstadt gegründet. Zum Museum gehören die frühere Mikwe sowie die Synagoge im ehemaligen rabbinischen Lehrhaus, der Klaus. Sie bekommen weiterhin eine Förderung.

 09.07.2026

Brüssel

Autorinnen canceln Auftritt wegen geplantem Konzert von Lahav Shani

Die Kontroverse um den Auftritt der Münchner Philharmoniker unter Leitung ihres israelischen Chefdirigenten hält an: Zwei Französinnen verkündeten nun, dass sie nicht wie geplant im Brüsseler Bozar auftreten wollen

 09.07.2026

Los Angeles

Chalamet und Villeneuve stellen »Dune: Teil 3«-Trailer vor

Der dritte Teil der Science-Fiction-Reihe kommt kurz nach Chanukka in die Kinos. Mit dem Regisseur stimmt der jüdische Hauptdarsteller jetzt mit einem düsteren Trailer auf das Werk ein

 09.07.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  09.07.2026

Speyer, Worms und Mainz

SchUM-Stätten feiern fünfjährigen »Welterbe-Geburtstag«

Vor fünf Jahren erhielten sie wegen ihrer wichtigen Bedeutung für das mittelalterliche Judentum den Welterbe-Titel. Nun feiern die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz die Aufnahme auf die Unesco-Welterbeliste mit einer Veranstaltung in Speyer

 09.07.2026

Berlin

Bücher als portatives Vaterland

»Altneuland« ist der erste säkulare hebräische Verlag in der Diaspora seit 1948. Ein Besuch in Neukölln

von Ayala Goldmann  09.07.2026

Sehen!

»In the Hand of Dante«

Die Handlung springt zwischen den Jahrhunderten hin und her. Trotzdem ist der Film mit Gal Gadot und Oscar Isaac ein gelungenes Werk

von Katrin Richter  09.07.2026

Zahl der Woche

1. Maccabiah-Goldmedaille

Fun Facts und Wissenswertes

 08.07.2026

Programm

Schostakowitsch, Punk und Nathan in der Schwebebahn: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 9. Juli bis zum 16. Juli

 08.07.2026