Warnung

Holocaust-Überlebende besorgt um Zukunft der Demokratie

In einem neuen Buch »Nach der Nacht« berichten sieben Holocaust-Überlebende über ihre Sorgen um den heutigen Zustand der Demokratie. Interviewt wurden die vier Frauen und drei Männer von dem Historiker Thomas Weber und dem Regisseur Joachim A. Lang. Darunter sind die vergangenes Frühjahr im Alter von 103 Jahren gestorbene Margot Friedländer, die 93-jährige Münchnerin Charlotte Knobloch, die Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees, die 87-jährige Eva Umlauf, und der aus Polen stammende 100-jährige Arzt Leon Weintraub.

»Normalerweise werden Überlebende der Schoa zum Schrecken des Holocaust interviewt«, sagte Herausgeber Thomas Weber bei der Buchvorstellung am Montag in Berlin. Deshalb wollten er und Co-Herausgeber Joachim A. Lang deren Einschätzung der aktuellen politischen Lage bekommen und was sie raten, was zu tun ist.

»Die meinen, was sie sagen«

»Alle sieben Überlebende sind sich einig, dass sie seit 1945 noch nie so um die Zukunft der Demokratie und Zivilisation besorgt sind wie heute«, sagte Weber. Der zur Buchvorstellung aus Schweden zugeschaltete Leon Weintraub warnte mit Blick auf die rechten Parteien in Deutschland und Europa vor Verharmlosung: »Die meinen, was sie sagen. Wir haben am eigenen Leib erlebt, wozu das führt.«

Zu sehen sind Ausschnitte der Interviews auch in dem Film »Führer und Verführte«, der am Sonntag ab 23.35 Uhr im Nachtprogramm der ARD zu sehen ist. In dem Film beleuchtet Regisseur Lang Joseph Goebbels‘ Aufstieg als Nazi-Propagandaminister und vergleicht die damaligen Mechanismen der Nazi-Propaganda mit heutigen Desinformations-Methoden. epd

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